Wie Mainz 05 die Burkardt-Lücke schließen will - große Hoffnungen in Nelson Weiper
VonJan Christian Müller
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Mittelstürmer Nelson Weiper soll Jonathan Burkardt bei Mainz 05 ersetzen - auch der 20-Jährige kommt aus dem eigenen Nachwuchs.
Mainz – Beim FSV Mainz 05 bedauern sie den Abschied des hochgeschätzten Jonathan Burkardt nach elf Jahren im Verein, wähnen sich aber dennoch gut aufgestellt. Trainer Bo Henriksen sagt: „Wir haben auch so einen sehr guten Kader“, betont aber auch, dass er weiteren bedeutenden Abgängen wenig abgewinnen könnte: „Es ist wichtig für unsere Kultur, dass wir mehr oder weniger dieselbe Mannschaft haben wir letztes Jahr.“
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Eine zentrale Rolle als Burkardt-Ersatz soll Nelson Weiper spielen. Dem bisherigen Ergänzungsspieler traut der Chefcoach zu, in die Fußstapfen von 18-Tore-Mann Burkardt zu treten. „Weiper kann hundertprozentig 15 Tore machen nächste Saison, vielleicht auch mehr. Er hat alles.“ Der Däne adelt den 20-Jährigen geradezu: „Er ist einer der besten Box-Spieler in ganz Deutschland.“ Wenn Weiper so gut spiele wie jüngst bei der U-21-EM, „spielt er natürlich auch bei uns“.
Weiper-Gespräche mit Trainer und Vorstand
Es hat etwas gedauert, bis Henriksen mit dem jungen Mann aus dem eigenen Nachwuchs warm wurde, der nach zwei Knie-OPs ungeduldig mit den Hufen scharrte. „Ich habe ihm gesagt, was ich von ihm erwarte, dass er laufen und kämpfen muss, er hat das erst nicht gemacht.“ Aber irgendwann hatte Weiper kapiert.
Auch Sportvorstand Christian Heidel hatte sich eingeschaltet, er habe Weiper in einem persönlichen Gespräch im Winter dargestellt, wie man mit ihm plane. „Nelly wird ein ganz, ganz wichtiger Spieler werden.“ Nach der Rückkehr des Deutsch-Albaners in den Trainingsbetrieb am 21. Juli wird es Gespräche über eine Vertragsverlängerung bis über 2026 hinaus geben.
Die Mainzer Offensive ist auch durch die Verpflichtung von 10-Millionen-Euro-Mann Benedict Hollerbach von Union Berlin variabel aufgestellt. „Er ist keine Kopie von Jonny, er ist nicht der Mittelstürmertyp“, sagt Heidel, eher einer, der wie Paul Nebel und Jae-Sung Lee lieber aus der Tiefe kommt. Und der wie die beiden kleinen Rumtreiber viel unterwegs ist.
Hollerbach, sagt Heidel, habe „eine Qualität, die stark nach Mainz 05 aussieht“. Denn: „Für einen Spieler, der etwas gegen viel und intensives Laufen hat, wird es schwer, nach Mainz zu kommen. Aber wenn man sich Hollerbachs Werte anschaut, verkörpert er genau das, was uns ausmacht.“