Burkardt-Poker droht Beziehung zwischen Eintracht Frankfurt und Mainz 05 zu belasten
VonJan Christian Müller
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Mainz-05-Sportvorstand Christian Heidel: „Wir haben bisher ein herausragendes Verhältnis zu Eintracht Frankfurt gehabt. Ich hoffe, dass das so bleibt.“
Im Poker zwischen Eintracht Frankfurt und Mainz 05 um den Fußball-Nationalspieler Jonathan Burkardt rumpelt es. Fortschritte entwickeln sich allenfalls in Mäuseschritten.
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Vor fast auf den Tag genau einem Monat hat der Mainzer Sportvorstand Christian Heidel in einem Pressegespräch noch im Brustton der Überzeugung verkündet, er sei „zu 99 Prozent sicher“, dass der 24-Jährige auch in der kommenden Saison noch für die Nullfünfer stürmen wird. Das wurde seinerzeit schon weniger als mathematisch realistische Voraussage denn als Preisschild interpretiert. Die Botschaft: Burkardt wird teuer, liebe Frankfurter Freunde!
Burkardt schweigt in der Öffentlichkeit
Seitdem hat es weniger Kontakt zwischen den Verhandlungsführern Markus Krösche, dem Eintracht-Sportvorstand, und seinem Mainzer Pendant Heidel gegeben, als die Dichte der Medienveröffentlichungen glauben machen könnte. Heidel sagte am Dienstag aus seinem Urlaubsdomizil am Telefon: „Wir haben bisher ein herausragendes Verhältnis zu Eintracht Frankfurt gehabt. Ich hoffe, dass das so bleibt.“
Daraus lassen sich ein paar Irritationen ableiten, die die Verhandlungen nicht einfacher gestalten dürften. Heidel will sich ansonsten nicht weiter äußern: „Wir wollen gar nichts öffentlich dazu sagen. Wir sollten uns zwischen den Klubs austauschen, nicht über die Medien.“ Auch der Mainzer Kapitän selbst lehnt es in der derzeitig hochsensiblen Situation ab, öffentlich zu sprechen.
Dass der gebürtige Darmstädter Burkardt, dessen Vater in führender Position für eine Frankfurter Bank arbeitet., künftig für die Eintracht spielen will, steht außer Zweifel. Dem Vernehmen nach (Heidel bestätigt natürlich keine Summe) möchte Mainz 05 bis zu 37 Millionen Euro für den Torjäger erlösen, der bei den Rheinhessen bis 2027 unter Vertrag steht. Die Eintracht ist aber nur gewillt, bis zu höchstens 25 Millionen zahlen. Das gewaltige Delta ist noch nicht überbrückt.