VonKarolin Schaeferschließen
Die Lage in den Unwetter-Gebieten in Österreich ist dramatisch. Zahlreiche Ortschaften sind von der Außenwelt abgeschnitten. Eine Verschnaufpause gibt es nicht.
Graz/Klagenfurt – Folgenschwere Unwetter begleiten seit Tagen Österreich, Slowenien und Kroatien. Anhaltende Niederschläge haben für Überschwemmungen gesorgt. Das Auswärtige Amt riet Reisenden aus Deutschland in den betroffenen Gebieten in Österreich „die regionalen Wetter- und Verkehrshinweise zu beachten“. Es sei mit Straßensperrungen zu rechnen.
Noch bis Montag (7. August) werden weitere Regenfälle und Sturm erwartet. Besonders kritisch ist die Lage in den südlichen Bundesländern Kärnten und Steiermark. Bereits am Freitag (4. August) sei innerhalb von zwölf Stunden so viel Regen wie durchschnittlich im ganzen Monat August gefallen, erklärte Meteorologe Hannes Rieder von GeoSpehere Austria. Doch der Boden kann die Wassermassen nicht mehr aufnehmen.
Unwetter in Österreich: Diese Regionen sind besonders schwer getroffen
Laut oe24.de gilt in 16 Gemeinden in der Steiermark Katastrophenalarm. In Kärnten waren fünf von zehn Bezirken von Überschwemmungen betroffen, meldete Salzburger Nachrichten. Besonders schwer hat es die Regionen Voitsberg, Graz, Deutschlandsberg, Waiz, Leibnitz und Südoststeiermark getroffen. Bilder und Videos in den sozialen Medien zeigten das Ausmaß der Unwetter-Schäden.
⚠️ Aktuelle Aufnahmen von den Unwettern und Überschwemmungen in Kärnten! pic.twitter.com/kEnF2lnZi8
— Uti van Stillreich (@Stillreich) August 6, 2023
Allein in der Südoststeiermark seien laut Inside Graz 41 Hangrutsche gemeldet worden. Zahlreiche Menschen mussten evakuiert werden, viele von ihnen übernachten in Notunterkünften. Auch in Lavamünd gerieten völlig durchnässte Hänge ins Rutschen und bedrohten Wohnhäuser. In Leibnitz musste ein Seniorenheim vorsorglich geräumt werden.
„Gosdorf ist komplett abgesoffen“, sagte Franz Konrad von der Murecker Feuerwehr am Samstag (5. August) gegenüber Kleine Zeitung. „Ich war dort heute in einem Haus, die Leute sind verzweifelt. 40 Zentimeter stand das Wasser im Schlafzimmer und im Kinderzimmer. Es ist alles hin: Boden, Möbel. Und wenn du eine Küchenlade aufmachst, rinnt auch dort Wasser heraus.“
Unwetter-Alarm in Österreich: Hunderte Feuerwehrleute im Dauereinsatz
Zwar sank in der Steiermark in den meisten Gebieten der Pegel der Flüsse und Bäche. Dagegen stieg der Pegel des Flusses Mur deutlich an, sagte der Hydrologe Janez Polajnar nach Angaben der slowenischen Nachrichtenagentur STA. Im Nachbarland Slowenien brach am Samstagabend ein Damm in dem Fluss zum Schutz vor Hochwasser.
„Wenn das Wasser anfängt, den Boden wegzutragen, wird der Damm sofort einstürzen, und die Flutwelle wird neun oder zehn Dörfer erfassen“, warnte der Katastrophenschutzkommandant Srecko Sestan. Per Hubschrauber versuche man nun, den Staudamm mit Betonblöcken abzudichten. In dem Adria-Land werden zudem noch immer Touristen vermisst.
Eine Verschnaufpause für die Einsatzkräfte gibt es demnach nicht. Mehr als 2500 Feuerwehrleute waren in jedem der Bundesländer im Dauereinsatz, dazu Dutzende Soldaten. In Kroatien wüteten ebenfalls schwere Unwetter. Prognostizierte größere Überschwemmungen blieben am Samstag zunächst aus. Eine klare Entwarnung gab es aber nicht. Auch über Italien zogen schwere Unwetter. Hagelstürme und Superzellen-Gewitter sorgten für sinkende Temperaturen in dem Urlaubsland. (kas/dpa)
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