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Erneut besprühen Aktivisten der „Letzten Generation“ im Namen des Klimaschutzes fremde Gebäude mit Farbe. Ein Bewohner auf Sylt hat den Spieß nun umgedreht.
Sylt – Klimaaktivisten der „Letzten Generation“ haben am Freitag (16. Juni) Luxusgeschäfte auf Sylt mit Farbe besprüht. Nicht das erste Mal, dass die Gruppe im Namen des Klimaschutzes fremdes Eigentum beschmiert. Auch vor teuren Kunstgemälden machen die Mitglieder in ihrem Protest keinen Halt, beschmutzten etwa vergangenen Herbst ein Ausstellungsstück von Monet mit Kartoffelbrei.
Sylt-Bewohner dreht Spieß um – und besprüht Klima-Aktivisten während Farbaktion mit Spraydose
Auf der beliebten deutschen Ferieninsel sind die Aktivisten, denen viel Gegenwind entgegenschlägt, ebenfalls schon mehrfach auffällig geworden. Erst richtete sich eine Farbattacke gegen Privatjets auf dem Sylter Flughafen, dann nahmen sie sich eine Luxusbar vor und schließlich kaperten sie einen Golfplatz und erklärten ihn eigenmächtig zum Naturschutzgebiet.
Ein Inselbewohner scheint von den Protestaktionen nun die Nase voll zu haben – und dreht den Spieß kurzerhand um. Während der Farbattacken auf die Boutique Gallery Michael Meyer sowie den Edel-Juwelier Wempe auf der Luxusmeile Störnwai in Kampen zückt ein Passant eine Spraydose und besprüht die Klima-Aktivisten mit grüner Farbe.
Die Aktion der „Letzten Generation“ zog die Aufmerksamkeit vieler Urlauber und Sylter auf sich, die meisten zeigten sich verärgert. Einige sollen sie verbal angegriffen haben, auch zu Handgreiflichkeiten soll es nach Angaben der Polizei in Schleswig-Holstein gekommen sein. Unmut von wütenden Autofahrern und Passanten gegenüber Mitglieder der Aktivistengruppe macht im Netz immer wieder die Runde, zuletzt ging auch der Staat mit einer Großrazzia gegen die „Letzte Generation“ vor.
Inselverbot für Klima-Aktivisten: Farbattacke auf Sylt gilt Superreichen und zieht Konsequenzen nach sich
Für die Aktivisten hat die jüngste Farbattacke ein Nachspiel: nicht nur, dass sie letztlich selbst mit Farbe beschmutzt waren, die Behörden verbannten nach Informationen von 24hamburg.de die Krawallmacher nun für mindestens zwei Wochen von der Insel. Die Polizei nahm laut eigenen Informationen sechs Personen im Alter von 21 und 63 Jahren in Gewahrsam, fünf von ihnen konnten demnach mit anderen Aktionen und Vandalismus in Verbindung gebracht werden.
⚠️ Wer hier einkaufen geht, gefährdet mit seinem Lebensstil die Leben anderer.
— Letzte Generation (@AufstandLastGen) June 16, 2023
Das reichste Prozent der Deutschen stößt fast 10 Mal so viel CO2 aus wie Durchschnittsbürger:innen.
Daher fragen wir zum wiederholten Male:
Herr Scholz, für wen machen Sie Politik? pic.twitter.com/x8y0YKOoyb
Die Farbattacke auf die Edel-Boutique darf sicherlich als Teil der neuen Strategie der Gruppe, ihre Aktionen im Sommer 2023 gezielt gegen Reiche zu richten verstanden werden. „Die Superreichen sind überdurchschnittlich viel dafür verantwortlich, dass unsere Lebensgrundladen zerstört werden“, sagte einer der Aktivisten vor Ort gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. „Das reichste Prozent der Deutschen stößt fast 10 Mal so viel CO₂ aus wie Durchschnittsbürger“, heißt es in einem Tweet der „Letzten Generation“ zu den Hintergründen der Farbattacke.
Kritik dafür hagelt es neben zahlreichen Nutzern in den Sozialen Netzwerken auch von der Politik. „Der Landtag lehnt strafbare Aktionen der Letzten Generation entschieden ab“, verkündete der Landtag von Schleswig-Holstein. Das Vorgehen der „Letzten Generation“ habe durch „die gezielte Schädigung von Privatpersonen eine neue Dimension erreicht“. (Romina Kunze)
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