Verheerende Studie prognostiziert 14,5 Millionen Klima-Tote bis 2050
VonKarolin Schaefer
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Der Klimawandel wird die Gesundheit von Millionen Menschen in den nächsten Jahrzehnten erheblich gefährden. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie.
Davos – Extreme Wetterereignisse, Wasserknappheit, Ernteausfällen und steigender Meeresspiegel sind einige der weltweiten Folgen des Klimawandels. Einer aktuellen Prognose zufolge, die das Weltwirtschaftsforum in Davos und das Beratungsunternehmen Oliver Wyman vorlegten, könnte die Erderwärmung verheerende Konsequenzen für die Gesundheit von Millionen Menschen haben.
Die Folgen des Klimawandels: Überschwemmungen sind tödlichstes Risiko
Anhand von sechs Phänomenen wurden gesundheitlichen Auswirkungen betrachtet: Überschwemmungen, Dürren, Hitzewellen, tropische Stürme, Waldbrände und der Anstieg des Meeresspiegels. Angenommen wird dabei unter anderem ein Anstieg der Durchschnittstemperatur um 2,7 Grad Celsius. Das Ergebnis ist erschreckend: Bis zum Jahr 2050 könnte der Klimawandel bis zu 14,5 Millionen Todesfälle verursachen, heißt es in dem Report.
Die Gletscher schmelzen – So verändert der Klimawandel die Erde
Besonders Überschwemmungen, wie einst im Ahrtal, würden mit 8,5 Millionen Toten das höchste Risiko für klimabedingte Sterblichkeit darstellen. Dürre-Perioden seien mit voraussichtlich 3,2 Millionen Todesfällen die zweithäufigste Ursache. 2023 war bereits das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen.
Klimawandel schadet der Gesundheit: Gefahr von sich ausbreitenden Krankheiten
Besonderer Druck liegt zudem auf den ohnehin schon vielerorts überlasteten Gesundheitssystemen. Bis 2050 seien zusätzliche Kosten in Höhe von 1,1 Billionen US-Dollar erwartbar. Durch weltweit steigende Temperaturen wurde zugleich ein Anstieg von Mückenpopulationen prognostiziert. Das führe wiederum zu einer Ausbreitung von Krankheiten wie Malaria, Denguefieber und dem Zika-Virus. Auch bisher weniger betroffene Klimazonen wie Europa und die USA könnten davon künftig betroffen sein.
Die Folgen der Klimakrise zeigen sich am Staudamm Mumcular in der Türkei. Der einst stattliche Stausee liegt zusammengeschrumpft inmitten vertrockneter und aufgerissener Erde im Osten des Urlaubsorts Bodrum.
Bestimmte Bevölkerungsgruppen seien besonders stark von den tödlichen Auswirkungen des Klimawandels betroffen, darunter Frauen, Kinder, ältere und einkommensschwache Menschen sowie schwer zugängliche Gemeinschaften. Anfällig seien Regionen in Afrika und Südasien.
„Der Preis sind Menschenleben“: Klimawandel könnte bis 2025 Millionen Tote fordern
Anders als bei der Corona-Pandemie könnten sich Regierungen und Interessengruppen auf diese Entwicklung noch vorbereiten, betonten die Studienautorinnen und -autoren. Die Ergebnisse des Berichts sollen am Donnerstag (18. Januar) auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos diskutiert werden. Den Auftakt des Gipfeltreffens bildete bereits eine Konferenz zum Ukraine-Krieg
Zu einem ähnlichen Ergebnis kamen im November auch Forschende des University College London in Großbritannien. Demnach werde die Zahl der Hitzetote bis 2025 um 370 Prozent steigen, berichtete Forschung & Lehre, eine Zeitschrift über Hochschulpolitik und Wissenschaft. „Nichtstun wird uns teuer zu stehen kommen, der Preis dafür sind Menschenleben“, wurde damals Studienleiterin Marina Romanello zitiert.