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Wie gut schützten neue Impfstoffe gegen Omikron? Laut zwei amerikanischen Studien ist der Schutz gering. Nun melden sich auch Pfizer und Biontech zu Wort.
Update vom 04. November 2022: Der an Omikron BA.4. und BA.5. angepasste Impfstoff ist laut Angaben von Pfizer und Biontech wirksamer als das ursprüngliche Vakzin. Daten aus einer laufenden klinischen Studie zeigten, dass die Anzahl der neutralisierenden Antikörper gegen die Omikron Variante nach einer Impfung mit dem auf BA.4. und BA.5. angepassten Vakzin um das Vierfache angestiegen ist. Verglichen wurden dabei zwei Gruppen mit Personen im Alter von über 55 Jahren.
Die erste Gruppe erhielt den neuen Omikron Impfstoff und die zweite Gruppe hatte das ursprünglich Vakzin als Auffrischung bekommen, teilten die beiden Unternehmen am Freitag mit. Beide Messungen wurden den Angaben zufolge einen Monat nach der Auffrischung ermittelt. Auch bei den 18- bis 55-Jährigen ebenfalls einen Monat nach dieser Impfung wurde ein Anstieg der sogenannten Antikörpertiter um das 9,5-fache festgestellt.
Neue Impfstoffe schützen wohl schlechter als gedacht gegen Omikron BA.5
Erstmeldung vom 3. November 2022: Vereinigte Staaten – Der neue Omikron Impfstoff ist seit September in der EU zugelassen. Über die Wirksamkeit des neuen Omikron Impfstoffes gegen die Sublinien BA.4./BA.5. gibt es noch Unklarheiten. Zuletzt hieß es, dass der neue Impfstoff gegen BA.5. besser schütze, als gedacht. Zwei amerikanische Studien untersuchten nun erneut, wie gut der neue Impfstoff gegen die Omikron Varianten schützt. Laut Ergebnissen der Studien verbessert der an BA.5 angepasste Boosters den Schutz, weist jedoch keinen signifikanten Vorteil im Vergleich zu anderen Vakzinen auf.
Neuer Omikron Impfstoff wirft Fragen auf: Wie gut schützt das Vakzin gegen die Corona-Variante?
Anfang September sprach sich die Ständige Impfkommission (Stiko) für neue Omikron Impfstoffe aus, nachdem die Europäische Arzneimittel Agentur (EMA) zwei Omikron-Impfstoffe von Biontech und Moderna zugelassen hatte. Die EMA verließ sich laut Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) auf eine hohe Wirksamkeit des an die BA.4/BA.5 angepassten Omikron Impfstoffs, weil er dem BA.1 angepassten Impfstoff ähnelte.
Damals stellten sich Experten bereits die Frage, wie gut der neue Impfstoff schütze. Immunologe Prof. Carsten Watzel vom Leibniz Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund sagte dem NDR, dass Menschen, die als vierten Booster den neuen angepassten Impfstoff erhielten, besser neutralisierende Antikörper und somit auch Schutz bilden würden, als Personen mit einer erneuten Dosis der Originalimpfung.
An BA.4/BA.5. angepasster Impfstoff hat laut Studie keine höhere Schutzwirkung als andere Vakzine
Zwei amerikanische Studien legten nun erneut Ergebnisse vor, wie gut der neue Impfstoff im Vergleich zu anderen Vakzinen gegen Omikron schützt. Bei den Studien handelt es sich laut RND um Preprint Versionen, die noch nicht von unabhängigen Fachleuten überprüft wurden. Die erste Studie der Columbia University verglich bei drei Blutgruppen die Menge an neutralisierenden Antikörpern gegen das Omikron Virus.
Die erste Gruppe hatte vier Dosen des monovalenten Impfstoffs erhalten, der auf den ursprünglichen Coronavirus angepasst war. Gruppe Zwei hatte als vierte Auffrischung den neuen BA.4/BA.5 Impfstoff, der im Herbst herausgebracht wurde, erhalten. Die dritte Gruppe hatte den mRNA-Impfstoff bekommen und sich danach mit dem BA4/BA.5. Virus infiziert.
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Neuer Omikron Impfstoff: Studie über BA.4./BA.5. angepasstes Vakzin weist Schwachstellen auf
Die Studien kamen zu folgendem Ergebnis: Bei allen Gruppen wurden nach der vierten Impfung besser neutralisierende Antikörper gebildet. Allerdings gab es keinen signifikanten Vorteil des neuen BA.5 Omikron Impfstoffes im Vergleich zu anderen Vakzinen. So lautete das Fazit des Leif Erik Sander, Leiter der Forschungsgruppe Infektionsimmunologie und Impfstoffforschung an der Berliner Charité auf Twitter.
Die Studienergebnisse sind allerdings mit Vorsicht zu interpretieren. Als Kritikpunkt wurden die zu große Altersspanne und die kleine Größe der Vergleichsgruppen genannt. Zudem wurden Neutralisationstests drei bis fünf Wochen nach der Auffrischung durchgeführt. Folgestudien wären daher für Verlässlichkeit der Studien erforderlich, so die Kritiker.
Schützt der neue Impfstoff gegen Omikron? Zweites Studienergebnis kommt zu ähnlichem Ergebnis
Zu ähnlichen Ergebnissen kam die zweite amerikanische Studie, die von dem Beth Israel Deaconess Medical Centers in Boston durchgeführt wurde. Auch für die Studie wurden zwei Vergleichsgruppen mit einer niedrigeren Altersspanne untersucht. Die erste Gruppe erhielt einen mRNA-Impfstoff als Auffrischung, die zweite Gruppe wurde mit einem BA4/BA5 Impfstoff geboostert. Sowohl monovalente als auch bivalente Impfstoff erhöhen die Bildung der neutralisierenden Antikörper.
Was lässt sich aus den Studien ableiten? Eine vierte Auffrischungsimpfung verbessert den Schutz durch die steigende Wirkung der neutralisierenden Antikörper. Allerdings kann der neu angepasste Omikron Impfstoff die Immunantworten nicht kurzfristig verbessern. Die neutralisierenden Antikörper seien vier Wochen nach einer Impfung mit dem BA.4/BA.5-Impfstoff nur leicht höher. Der Effekt könnte jedoch auch zufällig sein, sagte Impfstoffforscher Sander dem RND.
