Mehrere Personen verletzt

Feld der Verwüstung in Tirol: Hagel-Unwetter zerlegt Autos und Bäume – Wander-Familie böse überrascht

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In Tirol fielen am Sonntag golfballgroße Hagelkörner vom Himmel. Autos wurden durchlöchert, Bäume kippten um. Zudem wurden zwei Menschen ins Krankenhaus gebracht.

Kufstein – Die Serie der schweren Unwetter geht weiter: Nachdem vor allem Süddeutschland mit Starkregen und dem draus resultierenden Hochwasser zu kämpfen hatte, kam es am Sonntagabend (9. Juni) in Tirol zu heftigem Hagelschauer. Die golfballgroßen Geschosse zerlegten entlang der Eibergstraße im Gemeindegebiet von Söll (Bezirk Kufstein) mehrere Autos und Bäume. In der Gemeinde Schwoich sollen mehrere Personen durch den Hagel verletzt worden sein.

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Nach den schweren Unwettern in Österreich ist eine Straße im Burgenland abgerutscht und hat einen tiefen Riss
467242459.jpg © Robert Jaeger/APA/dpa
Wassermassen strömen wie ein reißender Fluss an einer Holzhütte in Schäffern in der Steiermark vorbei
467084542.jpg © Patrik Lechner/APA/Einsatzdoku.At/dpa
Schaut aus wie im Herbst, ist aber der 9. Juni in Tirol: Ein heftiger Hagelsturm wütete im Bereich Schoich und Söll.
Schaut aus wie im Herbst, ist aber der 9. Juni in Tirol: Ein heftiger Hagelsturm wütete im Bereich Schoich und Söll. © BFV Kufstein
Dabei wurden einige Fahrzeuge demoliert, teils schwer beschädigt: Es gab auch einige Murenabgänge und Hangrutsche, wie die Feuerwehr mitteilt.
Dabei wurden einige Fahrzeuge demoliert, teils schwer beschädigt: Es gab auch einige Murenabgänge und Hangrutsche, wie die Feuerwehr mitteilt. © BFV Kufstein
Das hätte böse enden können: Beim Hagelsturm in Tirol krachte ein Baum auf das Wartehäuschen einer Busstation – zu Schaden kam zum Glück niemand.
Das hätte böse enden können: Beim Hagelsturm in Tirol krachte ein Baum auf das Wartehäuschen einer Busstation – zu Schaden kam zum Glück niemand. © BFV Kufstein
Nicht nur Regen machte Österreich am Unwetter-Wochenende zu schaffen: In den Sozialen Medien kursieren zahlreiche Fotos von riesigen Hagelkörner.
Nicht nur Regen machte Österreich am Unwetter-Wochenende zu schaffen: In den Sozialen Medien kursieren zahlreiche Fotos von riesigen Hagelkörner.  © Uwz
Am heftigsten tobte das Unwetter in der Nacht auf Sonntag (9. Juni) in der Steiermark: Sintflutartiger Regen riss Autos mit und sorgte für Überschwemmungen.
Am heftigsten tobte das Unwetter in der Nacht auf Sonntag (9. Juni) in der Steiermark: Sintflutartiger Regen riss Autos mit und sorgte für Überschwemmungen.  © Einsatzdoku.At Patrik Lechner/picture alliance/dpa/APA
Unwetter in Österreich: Über 100 Liter Regen fielen innerhalb kurzer Zeit in Deutschfeistritz: Der Ort wurde komplett überflutet.
Unwetter in Österreich: Über 100 Liter Regen fielen am Samstag (8. Juni) innerhalb kurzer Zeit in Deutschfeistritz. Der Ort wurde komplett überflutet.  © EinsatzReport24/Imago
Dramatische Unwetter-Szenen: Tosende Fluten rissen Autos in Deutschfeistritz mit, Fahrzeuge wurden zwischen zwei Häusern eingeklemmt.
Dramatische Unwetter-Szenen: Tosende Fluten rissen Autos in Deutschfeistritz mit, Fahrzeuge wurden zwischen zwei Häusern eingeklemmt. © EinsatzReport24/Imago
Die Überschwemmungen hinterließen ein Bild der Verwüstung in der kleinen Gemeinde in der Steiermark.
Die Überschwemmungen hinterließen ein Bild der Verwüstung in der kleinen Gemeinde in der Steiermark.  © EinsatzReport24/Imago
„Wir rufen wirklich alle Leute auf, in ihren Häusern zu bleiben. Es besteht absolute Lebensgefahr“, sagte Meike Brucher von der Stadt Deutschfeistritz am Samstag. Bilder der Überschwemmungen machen offensichtlich, wie gefährlich die Lage war.
„Wir rufen wirklich alle Leute auf, in ihren Häusern zu bleiben. Es besteht absolute Lebensgefahr“, sagte Meike Brucher von der Stadt Deutschfeistritz am Samstag. Bilder der Überschwemmungen machen offensichtlich, wie gefährlich die Lage war. © EinsatzReport24/Imago
Ein Feuerwehrmann watet durch die Flut in Deutschfeistritz. Unter den schlammigen Wassermassen ist die Straße schon nicht mehr zu erkennen. An anderen Stellen stand das Wasser teils hüfthoch.
Ein Feuerwehrmann watet durch die Flut in Deutschfeistritz. Unter den schlammigen Wassermassen ist die Straße schon nicht mehr zu erkennen. An anderen Stellen stand das Wasser teils hüfthoch. © EinsatzReport24/Imago
Unwetter in Österreich: Auch die Marktgemeinde Übelbach wurde schwer von den Unwettern getroffen. Der gleichnamige Fluss entwickelte sich bei Starkregen zu einem reißenden Strom, trat über die Ufer.
Auch die Marktgemeinde Übelbach wurde schwer von den Unwettern getroffen. Der gleichnamige Fluss entwickelte sich bei Starkregen zu einem reißenden Strom, trat über die Ufer. © FF Übelbach
Straßen und Bahngleise wurden überflutet: Ausnahmezustand in der Steiermark. In Übelbach sind nach dem Unwetter rund 200 Haushalte ohne fließend Wasser, eine Leitung wurde beschädigt.
Straßen und Bahngleise wurden überflutet: Ausnahmezustand in der Steiermark. In Übelbach sind nach dem Unwetter rund 200 Haushalte ohne fließend Wasser, eine Leitung wurde beschädigt. © FF Übelbach
Übelbachs Bürgermeister Markus Windisch sprach von einer schlaflosen Nacht. Feuerwehr und eine Baufirma waren im Dauereinsatz, in der Früh wurden mehrere Häuser evakuiert.
Übelbachs Bürgermeister Markus Windisch sprach von einer schlaflosen Nacht. Feuerwehr und eine Baufirma waren im Dauereinsatz, in der Früh wurden mehrere Häuser evakuiert. © FF Übelbach
Unwetter-Notfall auch an der Autobahn: Eine massive Schlammlawine traf am Samstag gegen 19 Uhr die Pyhrnautobahn A9. Wie stark die Fahrbahn beschädigt ist, ist noch nicht klar.
Unwetter-Notfall auch an der Autobahn: Eine massive Schlammlawine traf am Samstag gegen 19 Uhr die Pyhrnautobahn A9. Wie stark die Fahrbahn beschädigt ist, ist noch nicht klar. © ASFINAG
Bis Montag wird die Pyhrnautobahn A9 bei Übelbach in Richtung Süden gesperrt bleiben, teilt die Betreiberfirma ASFINAG mit. Auch am Sonntag kommen nach wie vor Wassermassen den Hang hinab.
Bis Montag wird die Pyhrnautobahn A9 bei Übelbach in Richtung Süden gesperrt bleiben, teilt die Betreiberfirma ASFINAG am Sonntag mit. Es kommen nach wie vor Wassermassen den Hang hinab. © ASFINAG

Zerstörte Autos, umgefallene Bäume: Wanderer mit Kindern von Hagel-Unwetter in Tirol überrascht

Wie die Landespolizeidirektion Tirol mitteilte, kam es gegen 18.40 Uhr im Bereich der gesamten B173 zu einem schweren Gewitter mit Hagelsturm. „Aufgrund der circa vier bis sieben Zentimeter großen Hagelkörner wurden auf dem Straßenverlauf über 30 Fahrzeuge zum Teil schwer beschädigt“, heißt es im Bericht. Folglich waren die Autos nicht mehr verkehrstauglich und die Straße wegen Laub, Ästen sowie Eis unpassierbar. Die Einsatzkräfte rückten zu einem Großeinsatz aus.

Bereits zwei Stunden zuvor hatte es im Oberinntal ordentlich gerumpelt. Gegen 16.30 Uhr setzten im Raum Zams (Bezirk Landeck) starke Regenfälle ein, rund zehn Minuten später gab es bereits die ersten Einsätze. Die Tiroler Straße (B171) wurde nahe dem Christophorus-Stützpunkt durch einen Murenabgang auf einer Länge von rund 50 Metern verlegt. Die Geröllmassen türmten sich bis zu drei Meter hoch. Fahrzeuge wurden glücklicherweise nicht erfasst. Die Straße wurde gesperrt.

Durch die Mure wurde auch eine unbefestigte Zubringerstraße verlegt. Vier Erwachsene und vier Kinder, die sich Medienberichten zufolge nach einem Wanderausflug gerade auf dem Rückweg ins Tal befanden, konnten dadurch nicht mehr vor und nicht mehr zurück. Sie setzten einen Notruf ab und warteten auf einer Wiese auf das Eintreffen eines Polizeihubschraubers, der die betroffenen Wanderer im Anschluss ins Tal flog. Alle Beteiligten kamen unverletzt, mit einem Schrecken, davon.

Hagel-Unwetter zieht über Tirol: Augenzeugen berichten von „Weltuntergangsstimmung“

Anders sieht es dagegen in Schwoich aus: Laut Bericht der Bezirksfeuerwehrkommando (BFV) Kufstein dürfte es die Gemeinde am stärksten getroffen haben. „Überschwemmungen ist leicht übertrieben“, fasste Bürgermeister Peter Payr die Lage nach dem schweren Hagel-Unwetter gegenüber der Tiroler Tageszeitung zusammen. Die Schäden im Ort seien schlimmer als jene im Jahr 2009. Augenzeugen berichten von „Weltuntergangsstimmung“. So etwas hätten sie noch nie gesehen.

Demnach wurden durch die Hagelkörner auch Personen verletzt, die nicht mehr rechtzeitig Schutz suchen konnten. Zwei Personen mussten im Krankenhaus behandelt werden, so der Bürgermeister. Die Feuerwehr Schwoich spricht indes von „massiven Schäden“. Überflutete Keller, beschädigte Autos und Häuser, umgestürzte Bäume waren das Ergebnis des Unwetters. Während der Strom vor Ort mittlerweile wieder funktioniert, ist die Telefon- und Internetverbindung nach wie vor instabil.

Auch Bayern hat infolge des Jahrhunderthochwassers mit massiver Verwüstung zu kämpfen. Obwohl schon Entwarnung gegeben wurde, bleibt die Lage vielerorts weiterhin angespannt. Denn viele Menschen bleiben auf den Kosten sitzen, welche durch das Wasser in ihren Häusern und Wohnungen verursacht wurden. Im Zuge dessen wurde erneut die Forderung einer bundesweiten Pflichtversicherung gegen Elementarschäden laut, die auch Sturmflutschäden umfassen soll. (cln)

Rubriklistenbild: © BFV Kufstein

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