Feld der Verwüstung in Tirol: Hagel-Unwetter zerlegt Autos und Bäume – Wander-Familie böse überrascht
VonCarmen Mörwald
schließen
In Tirol fielen am Sonntag golfballgroße Hagelkörner vom Himmel. Autos wurden durchlöchert, Bäume kippten um. Zudem wurden zwei Menschen ins Krankenhaus gebracht.
Kufstein – Die Serie der schweren Unwetter geht weiter: Nachdem vor allem Süddeutschland mit Starkregen und dem draus resultierenden Hochwasser zu kämpfen hatte, kam es am Sonntagabend (9. Juni) in Tirol zu heftigem Hagelschauer. Die golfballgroßen Geschosse zerlegten entlang der Eibergstraße im Gemeindegebiet von Söll (Bezirk Kufstein) mehrere Autos und Bäume. In der Gemeinde Schwoich sollen mehrere Personen durch den Hagel verletzt worden sein.
Ganzer Ort geflutet, Mann vermisst – Bilder zeigen Unwetter-Verwüstung in Österreich
Zerstörte Autos, umgefallene Bäume: Wanderer mit Kindern von Hagel-Unwetter in Tirol überrascht
Wie die Landespolizeidirektion Tirol mitteilte, kam es gegen 18.40 Uhr im Bereich der gesamten B173 zu einem schweren Gewitter mit Hagelsturm. „Aufgrund der circa vier bis sieben Zentimeter großen Hagelkörner wurden auf dem Straßenverlauf über 30 Fahrzeuge zum Teil schwer beschädigt“, heißt es im Bericht. Folglich waren die Autos nicht mehr verkehrstauglich und die Straße wegen Laub, Ästen sowie Eis unpassierbar. Die Einsatzkräfte rückten zu einem Großeinsatz aus.
Bereits zwei Stunden zuvor hatte es im Oberinntal ordentlich gerumpelt. Gegen 16.30 Uhr setzten im Raum Zams (Bezirk Landeck) starke Regenfälle ein, rund zehn Minuten später gab es bereits die ersten Einsätze. Die Tiroler Straße (B171) wurde nahe dem Christophorus-Stützpunkt durch einen Murenabgang auf einer Länge von rund 50 Metern verlegt. Die Geröllmassen türmten sich bis zu drei Meter hoch. Fahrzeuge wurden glücklicherweise nicht erfasst. Die Straße wurde gesperrt.
Durch die Mure wurde auch eine unbefestigte Zubringerstraße verlegt. Vier Erwachsene und vier Kinder, die sich Medienberichten zufolge nach einem Wanderausflug gerade auf dem Rückweg ins Tal befanden, konnten dadurch nicht mehr vor und nicht mehr zurück. Sie setzten einen Notruf ab und warteten auf einer Wiese auf das Eintreffen eines Polizeihubschraubers, der die betroffenen Wanderer im Anschluss ins Tal flog. Alle Beteiligten kamen unverletzt, mit einem Schrecken, davon.
Hagel-Unwetter zieht über Tirol: Augenzeugen berichten von „Weltuntergangsstimmung“
Anders sieht es dagegen in Schwoich aus: Laut Bericht der Bezirksfeuerwehrkommando (BFV) Kufstein dürfte es die Gemeinde am stärksten getroffen haben. „Überschwemmungen ist leicht übertrieben“, fasste Bürgermeister Peter Payr die Lage nach dem schweren Hagel-Unwetter gegenüber der Tiroler Tageszeitung zusammen. Die Schäden im Ort seien schlimmer als jene im Jahr 2009. Augenzeugen berichten von „Weltuntergangsstimmung“. So etwas hätten sie noch nie gesehen.
Demnach wurden durch die Hagelkörner auch Personen verletzt, die nicht mehr rechtzeitig Schutz suchen konnten. Zwei Personen mussten im Krankenhaus behandelt werden, so der Bürgermeister. Die Feuerwehr Schwoich spricht indes von „massiven Schäden“. Überflutete Keller, beschädigte Autos und Häuser, umgestürzte Bäume waren das Ergebnis des Unwetters. Während der Strom vor Ort mittlerweile wieder funktioniert, ist die Telefon- und Internetverbindung nach wie vor instabil.
Auch Bayern hat infolge des Jahrhunderthochwassers mit massiver Verwüstung zu kämpfen. Obwohl schon Entwarnung gegeben wurde, bleibt die Lage vielerorts weiterhin angespannt. Denn viele Menschen bleiben auf den Kosten sitzen, welche durch das Wasser in ihren Häusern und Wohnungen verursacht wurden. Im Zuge dessen wurde erneut die Forderung einer bundesweiten Pflichtversicherung gegen Elementarschäden laut, die auch Sturmflutschäden umfassen soll. (cln)