„Nicht schämen“

Bergpfade in Südtirol 2024 überaus gefährlich – ORF berichtet über unerkannte Gefahr

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Eine Wanderung kann schnell zu einer Bedrohung werden. Eine geeignete Ausrüstung ist unerlässlich. In Südtirol ist auf den Höhen noch Schnee zu finden.

Sand in Taufers – Wandern in den Bergen ist eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Viele verbinden damit etwas Wohltuendes für den Körper und den Geist. Doch nicht selten geraten Wanderer in Not. Oftmals bringen sie sich selber in Gefahr, was für Fassungslosigkeit bei den Einsatzkräften sorgt.

Eine Rettung kann zudem kostspielig werden. Daher sollte man sich vor Antritt der Wanderung über die Strecke informieren und eine geeignete Ausrüstung dabei haben.

Bergtouren in Südtirol: Sportler erwartet ungeahnte Gefahr

Seit Anfang Juli sind auch die höher gelegten Schutzhütten in Südtirol geöffnet, wie der Sender ORF ON am 9. Juli informierte. Derzeit ist eine Bergtour jedoch sehr risikoreich. Grund dafür ist eine außergewöhnliche Wetterlage mit Schneefeldern, die sonst sichtbaren Pfade und Steige überdecken. Die Bergrettung wird daher immer wieder zum Einsatz gerufen, um Wanderern oder Mountainbikern in der Not zu helfen. Oftmals sind diese einfach schlecht informiert und schlecht ausgerüstet.

Bergtouren in Südtirol sind aufgrund der außergewöhnlichen Wetterbedingungen gefährlich.

Ob eine Radler-Gruppe aus Deutschland oder Wanderer, die von der Dunkelheit überrascht wurden – die Bergrettung hat immer was zu tun. „Die Leute sollten sich nicht schämen, früh genug die 112 zu rufen, weil ein Einsatz für uns am Tag ist viel feiner als in der Nacht“, erklärt der Leiter der Bergrettung in Sand in Taufers, Walter Unterregelsbacher dem ORF.

Bergprofis appellieren an Wanderer: Gute Ausrüstung und genügend Informationen

Der Hüttenwirt der Kasseler Hütte, Arnold Seeber, versucht es mit Aufklärung. „Also man muss aufpassen bei den Gletscherfeldern oder auch bei den Schneefeldern und Wanderwegen, da kann es in der Früh hart sein“, erklärt er. Gefährlich wird es, wenn man ausrutscht, denn „dann ist man weg und kann sich nicht mehr halten“. Vermeiden könnte man dies durch einen Pickel oder ein paar Steigeisen. „Ansonsten sollte man am Berg über 3000 Meter immer eine Gletscherausrüstung mitnehmen, denn dort sind die Gefahren im ganzen Sommer auch da“, so Seeber.

Der Leiter der Bergrettung erklärt, dass Sportler von Risikosportarten wie Radfahren oder E-Bike-Fahren überall unterwegs sind und dabei leicht bekleidet sind. Zudem seien sie ohne die richtige Ausrüstung unterwegs und würden sich zu wenig informieren, was zu Unfällen führt.

Bergrettung in Südtirol – Ungewöhnliche Gefahr im Sommer

Auch der Hüttenwirt findet, dass es Leute gibt, die sich zu wenig informieren und nicht genug ausgerüstet sind, wenn die Bedingungen schwieriger sind. Oft fehlt den Wanderern und Radfahrern die Ausrüstung, um einen Gletscher zu überqueren. Am Ende müssten diese Personen den Notruf wählen und sich vom Hubschrauber oder von der Bergrettung holen lassen, erzählt Seeber.

Zehn legendäre Alpengipfel, die jeder Wanderfan kennen sollte

Drei Kletterer blicken auf den Mont Blanc in den französischen Alpen.
Kein Berg eignet sich besser für den Anfang dieser Liste als der Mont Blanc, mit 4.810 Metern der höchste Berg der Alpen. Auf dem vorgelagerten Aiguille du Midi befindet sich auf 3.843 Metern eine Seilbahnstation, von der Besucher einen beeindruckenden Blick auf den laut manchen Definitionen höchsten Berg Europas haben. Bis heute sind sich Frankreich und Italien uneinig, wo die Landesgrenze über dem Gipfel verläuft. So beansprucht auch Italien einen Anteil des „Monte Bianco“-Gipfels für sich. © Luis Teschner
Das Matterhorn in der Schweiz im Winter.
Keine 100 Kilometer Luftlinie sind es vom Mont Blanc bis zum nächsten Berg, dem 4.478 Meter hohen Matterhorn in der Schweiz. Der felsige Pyramidengipfel gilt als ein Wahrzeichen der Schweiz und ist weltweit bekannt. Der achthöchste Berg der Alpen wurde 1865 zum ersten Mal bestiegen, jedoch verunglückten vier der sieben Bergsteiger auf dem Weg nach unten tödlich. Jedes Jahr versuchen 2.500 bis 3.000 Menschen, den Gipfel zu bezwingen. Durchschnittlich acht bis zehn davon verunglücken tödlich.  © Eibner/Imago
Ein Panoramablick über den Drachensee und die dahinterliegende Zugspitze.
Deutlich mehr Menschen erreichen den Gipfel der Zugspitze, des höchsten deutschen Berges auf 2.962 Metern. Das liegt vor allem an der Luftseilbahn, die ungefähr 500.000 Besucher jedes Jahr bis auf den Gipfel bringt. Alpin erfahrene Wanderer mit sehr guter Kondition können die Zugspitze auch ohne Seilbahn an einem Tag über verschiedene Routen besteigen. Hier im Bild: Der zum Zugspitzmassiv gehörende Schneefernerkopf. © Jöran Steinsiek/Imago
Wallfahrtskirche Maria Gern bei Berchtesgaden mit dem Watzmann im Hintergrund.
Der zweite deutsche Berg auf dieser Liste ist der Watzmann, mit 2.713 Metern einer der drei höchsten Hauptgipfel Deutschlands. Seine Überschreitung ist unter kraxelfreudigen Wanderern beliebt und an schönen Tagen gut besucht. Der kleinere Gipfel links wird auch als die „Frau“ des Watzmanns bezeichnet. Die fünf eigenständigen Gipfel dazwischen werden gerne als ihre „Kinder“ bezeichnet.  © Reinhold Ratzer/Imago
Alpenmurmeltier ruft vor dem schneebedeckten Großglockner.
Vom Watzmann ist es nicht besonders weit zu Österreichs höchstem Berg, dem Großglockner auf 3.798 Metern. Besonders gut kann man ihn von der Großglockner-Hochalpenstraße sehen, Österreichs höchster befestigter Passstraße.  © Sven-Erik Arndt/imago
Vollmond über dem Gipfel der Ötztaler Wildspitze in Österreich.
Der zweite Berg Österreichs auf dieser Liste ist auch der zweithöchste Berg des Landes: die Ötztaler Wildspitze auf 3.768 Metern. Mit nur 30 Metern weniger als der Großglockner ist sie für die Ostalpen ebenfalls sehr hoch und ein beliebtes Ziel von Bergsteigern. Besonders ist obendrein ihre Prominenz. Über 2.200 Meter muss man absteigen, um den nächsten höheren Berg zu erreichen. Nur drei andere Berge in den Alpen sind prominenter (der Mont Blanc, der Großglockner und das Finsteraarhorn).  © Robert Seitz/Imago
Raschötzhütte auf der Raschötzalm vor der Sellagruppe, Marmolata und Langkofelgruppe.
Wer über den Reschenpass Richtung Süden an der Wildspitze vorbeifährt, landet in Südtirol und damit in Italien. Ein besonders legendärer, italienischer Alpenberg ist die Marmolata, mit 3.343 Metern der höchste Berg der Dolomiten. Sie wird auch als „Königin der Dolomiten“ bezeichnet.  © Günther Gräfenhain/Imago
Ein männlicher Wanderer blickt auf die Drei Zinnen von einem Höhleneingang aus.
Der zweite Dolomiten-Berg dieser Liste ist mit 2.999 Metern zwar kleiner als die Marmolata, aber fraglos ein legendärer Berg der Alpen. Die Drei Zinnen an der Grenze zu Südtirol sind ein weltbekanntes Fotomotiv und eins der begehrtesten Gipfelziele der Alpen. Besonders beeindruckend sind ihre steil abfallenden Nordwände. Die größte Nordwand ist die der mittleren Zinne, die über 500 Meter senkrecht oder überhängend abfällt. © Kontrastlicht/Imago
Ein Wanderer mit der Eiger Nordwand im Hintergrund.
Wer über Nordwände spricht, muss auch über die Eiger Nordwand sprechen, die höchste und mit Abstand bekannteste Nordwand der Alpen. Über 1.800 Meter ragt sie südwestlich über Grindelwald auf. Besonders ihre zahlreichen und teils höchst dramatischen Besteigungsversuche haben den 3.967 Meter hohen Eiger legendär gemacht.  © Jürgen Schwenkenbecher/Imago
Der Gipfel des Monte Rosa im Sonnenuntergang.
Der letzte Berg dieser Liste ist der zweithöchste Berg der Alpen, der Monta Rosa mit 4.634 Metern Höhe. Über seinen Gipfel verläuft die Grenze zwischen Italien und der Schweiz. Deswegen hat der Monte Rosa in der Schweiz einen anderen Namen und wird Dufourspitze genannt. Mit 2.400 Metern Höhe ist die Ostwand des Massivs sogar noch höher als die Eiger Nordwand und die höchste Felswand der gesamten Alpen.  © Wirestock/Imago

Zudem kommt hinzu, dass eine Rettung mehrere Tausend Euro kostet. Im Jahr 2023 betrug eine Helikopterbergung in Österreich bei einer Dauer von 40 Minuten im Schnitt 4984 Euro. In Deutschland rund 3120 Euro und in der Schweiz durchschnittlich 3681 Euro, wie der österreichische Alpenverein in einer Mitteilung erklärt. Oftmals deckt die gesetzliche Krankenversicherung diese Kosten nicht ab oder nur unzureichend. Meistens bleibt die geborgene Person auf den Bergungskosten sitzen. (vk)

Rubriklistenbild: © Frank Bienewald/IMAGO

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