VonChristina Denkschließen
Drei Jungen wollten am Gardasee einen gefährlichen Stunt wagen. Für einen der drei endete der Ausflug tödlich. Die Polizei ermittelt.
Peschiera del Garda – Am Montagnachmittag (11. September) ist es am Gardasee zu einem tödlichen Unglück gekommen. Ein Zehnjähriger ertrank im See nahe der Stadt Peschiera del Garda. Die Unfallstelle liegt am südlichsten Zipfel des Sees. Rettungskräfte konnten nur noch den leblosen Körper des Kindes bergen.
Drama am Gardasee: Junge (10) stirbt bei Brücken-Sprung mit Freunden
Wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtet, war der Zehnjährige mit zwei Freunden unterwegs. Die drei Jungen, die wohl im Urlaub in Italien waren, seien von der Brücke San Giovanni in den See gesprungen. Ersten Informationen zufolge handelte es sich dabei um ein Gebiet, in dem das Baden verboten ist. Das Wasser sei an dieser Stelle nur etwa zweieinhalb Meter tief.
Im Sommer stellt die örtliche Polizei dort immer wieder Verstöße fest und verhängt Bußgelder – insbesondere gegen Jugendliche aus den Nachbargemeinden nach Peschiera, so die Nachrichtenagentur. Der Sprung am 11. September, der dem Zehnjährigen das Leben kostete, sei ein tragischer Stunt gewesen, berichtet ANSA. Zwei der Jungen konnten sich in Sicherheit bringen. Der Dritte sei nicht mehr in der Lage gewesen, ans Ufer zurückzuklettern.
Drama am Gardasee: Rettungskräfte ziehen leblosen Zehnjährigen aus dem See
Die Feuerwehr konnte am Unfallort nur noch den leblosen Körper des Jungen aus dem Wasser ziehen. Taucher aus Venedig und 118 Rettungsdienste eilten zur Hilfe. Fast eine Stunde lang versuchten sie, den Zehnjährigen wiederzubeleben, schreibt stol.it. Doch die Versuche waren vergeblich. Der Junge sei bereits zu lange leblos im Wasser gelegen.
Wie es genau zu dem Unglück kam, ermittelt nun das Nautikteam der Staatspolizei. Die beiden anderen Jungen seien in Sicherheit, aber geschockt über das Schicksal ihres Freundes.
Tödliche Unfälle am Gardasee: Drei Gefahren, die im Wasser drohen
Immer wieder passieren teils tödlichen Badeunfälle am Gardasee. Dabei sind vor allem drei Gefahren nicht zu unterschätzen:
- Gefahren am Gardasee:
- Mitte des Sees (z.B. Bootsausflüge): Ertrinken durch Kälteschock durch niedrige Wassertemperaturen bei warmen Außentemperaturen
- Gefahr bei Sprüngen: Niedriger Wasserpegel durch Dürre im Sommer am Gardasee
- Lebensgefährliche Strömungen: Verschiedene Winde können Strömungen auslösen (Beispielsweise „De Tep“, ein Wind der vor allem im Sommer bei Gewitter den See im Südosten aufschäumt oder „Maddalena“, ein sehr starker und plötzlich einsetzender Wind von Brescia im Südwesten des Sees, informiert unter anderem die Seite lagodigarda)
Erst im August ertrank eine 20-jährige Frau im Gardasee bei dem Versuch, ihren Bruder zu retten. Im Nordosten des Sees starb ein Mann bei einem Tauchunfall. Auch hier rückten Taucher aus Venedig an, doch konnten nichts mehr für den Ertrunkenen tun. Für Franceso Z. endete ein Jetski-Ausflug mit seinen Freunden am Gardasee tödlich. (chd)
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