Corona-Pandemie

Corona in Deutschland: Zahl der schweren Fälle scheint zu steigen

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Bei der Bewertung der Corona-Lage spielt vor allem die Zahl schwerer Fälle eine Rolle. Derzeit könnte sich ein Anstieg dieses Richtwerts abzeichnen.

Berlin – Seit Beginn der Corona-Pandemie und der Frage nach ihrer bestmöglichen Bekämpfung spielt die Zahl der schweren Corona-Fälle eine entscheidende Rolle. Mit der erneut steigenden Inzidenz in Deutschland deutet sich nun auch ein Anstieg der schweren Fälle an – kurzum: Es gibt offenbar wieder mehr Intensivpatientinnen und Intensivpatienten im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Die Betonung liegt auf „offenbar“, denn die Bewertung der Zahlen ist nicht ganz einfach. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sieht Deutschland indes am Beginn einer Herbst- und Winterwelle.

Corona in Deutschland: Herbstwelle rollt, auch Zahl der Intensivpatienten mit Corona-Infektion steigt wohl

Mit Blick auf die von Karl Lauterbach bereits verkündete Herbstwelle gibt es neue Entwicklungen bei Corona in Deutschland: Die Zahl der schweren Verläufe scheint zu steigen. Im Vergleich zur Vorwoche verzeichnet das Robert Koch-Institut (RKI) einen Sprung von etwa 860 Intensivpatienten auf rund 1310 am Mittwoch, dem 05.10.2022. Was wie ein deutlicher Anstieg der schweren Corona-Fälle aussieht, dürfte wohl auch ein solcher sein – ganz einfach ist die Einordnung der Zahlen rund um die Herbstwelle jedoch nicht. Nach wie vor treibt vor allem Omikron BA.5 die Fallzahlen hoch.

Ein Mann hält einen Corona-Schnelltest in der Hand. Die Zahl der Infizierten steigt – und offensichtlich auch die Zahl der Intensivpatienten. (Symbolbild)

Zuvor hatte das Robert Koch-Institut bereits auf Schwierigkeiten in der Bewertung hingewiesen. Zwar deute sich ein Anstieg an, doch würden „hier auch Fälle mit aufgeführt werden, die aufgrund einer anderen Erkrankung ins Krankenhaus kommen oder intensivmedizinisch behandelt werden müssen und bei denen die Sars-CoV-2-Diagnose nicht im Vordergrund der Erkrankung bzw. Behandlung steht“, so das Institut. Nichtsdestotrotz handelt es sich um einen bemerkenswerten Sprung der Zahlen, während auch die Inzidenz steigt.

Corona in Deutschland: Immer mehr Menschen auch in Niedersachsen Corona-positiv

Auch im Bundesland von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) zeichnet sich bei den Infektionszahlen ein deutlicher Trend ab: Immer mehr Menschen sind Corona positiv. Einen Vorstoß einiger Länder, die Isolationspflicht zu beenden, lehnte Gesundheitsminister Karl Lauterbach in Anbetracht der aktuellen Lage zuletzt entschieden ab. Die Tendenz bei Corona in Deutschland ist klar steigend. Bei der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz meldet das RKI am Freitag, dem 07. Oktober, einen Wert von 577,5. Eine Woche zuvor waren es noch 466,0. Hinzu kommt: Insbesondere flache Verläufe werden oft nicht gemeldet, die tatsächliche Inzidenz dürfte daher deutlich höher liegen. Auch ein Omikron-Hauptsymptom bleibt oft unerkannt.

Eine klare Entwicklung zeigt sich ebenfalls in Niedersachsen: Dort liegt die Inzidenz inzwischen bei 609,6. Auch hier gibt es einen Anstieg um über einhundert Punkte – am Vortag waren es noch 503,1. In Niedersachsen glaubt man trotzdem „auf alle Szenarien vorbereitet“ zu sein. Den höchsten Wert im Bundesland hält aktuell der Landkreis Hameln-Pyrmont, dort liegt die Inzidenz bei 855. Bei der Hospitalisierungsrate in niedersächsischen Kliniken gab es einen leichten Anstieg zwischen dem fünften und dem sechsten Oktober, von 11,5 auf 12,2. Ab dem Richtwert 15 wird die kritischste der vier Stufen ausgerufen.

Corona Nachrichten: Omikron BA.2.75, BA.2.75.2 oder BQ.1.1 – immer mehr neue Varianten und Mutationen

Es sind die immer gleichen Corona Nachrichten: Es gibt eine neue Mutation. Insgesamt sind inzwischen rund 200 Omikron-Varianten bekannt, die kaum noch zu überblicken sind. Besondere Sorge bereiten der Wissenschaft die Omikron Subtypen BQ.1.1 und BA.2.75.2, vor allem wegen ihrer Immunflucht. Auch Omikron BA.2.75 könnte noch eine Variante von Interesse in Deutschland werden, sie dominiert etwa in Indien. Noch ist das hier jedoch deutlich anders: In Deutschland liegt ihr Anteil aktuell bei unter einem Prozent.

Rubriklistenbild: © Fabian Strauch/dpa/Symbolbild

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