Kombitest erkennt gleich drei Krankheiten

Corona, Influenza und RSV mit einem gemeinsamen Selbsttest erkennen

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Ein neuer Schnelltest verspricht, die Erreger von Corona, Influenza und RSV voneinander unterscheiden zu können.
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Mitten in der Weihnachtszeit wird Deutschland mit RSV, Influenza und dem Coronavirus konfrontiert. Ein Selbsttest verspricht zu erkennen, welcher Erreger genau für Beschwerden sorgt.

Berlin – Ob Husten, Schnupfen oder Halsschmerzen – derzeit sind viele Menschen in Deutschland erkältet. Inmitten der Weihnachtszeit grassieren das Coronavirus, RSV (RS-Virus) sowie die Influenza (Grippe). Oftmals ist es gar nicht so einfach, zu identifizieren, welcher Erreger nun genau für die gesundheitlich Beschwerden sorgt. Abhilfe soll ein neuer Kombitest schaffen. Das große Versprechen: mit ihm kann eindeutig zwischen Corona, RSV und Influenza unterschieden werden.

Corona, Influenza und RSV mit neuem Selbsttest erkennen – so läuft es ab

In Bezug auf all diese Erreger spricht der Statistiker Christian Hesse von einer „Triple-Welle“. Die eingangs erwähnte Kombination aus Corona, RSV und Influenza treibt die Zahl an Krankheitsfällen in Deutschland kontinuierlich nach oben. Praxen und Klinken im ganzen Land sehen sich längst am Limit. Die große Hoffnung könnte nun auf einem neuen Schnelltest liegen.

Sogenannte Kombitests sind online von Anbietern wie Solmira, fluorecare oder CorDx verfügbar. Sie funktionieren wie gängige Corona-Schnelltests. Das bedeutet: Nasenabstrich per Stäbchen, das Entnommene in Testflüssigkeit einrühren und anschließend auf das Testkit geben. Bereits nach 15 Minuten sollte das jeweilige Ergebnis sichtbar werden. Preislich liegen diese Kombitests dabei zwischen 2,90 bis 4,90 Euro pro Stück.

Selbsttests zum Erkennen von Corona, Influenza und RSV als zuverlässig eingestuft

Doch wie zuverlässig sind diese Tests, mit denen Erreger vom Coronavirus, dem besonders für kleine Kinder gefährlichem RSV oder der Influenza erkannt werden sollen? Im Grunde sind Mehrfach-Tests branchenüblich und verlässlich. Wichtig ist dabei, dass sie CE-zertifiziert sind. Damit werden die EU-weiten Anforderungen erfüllt. Das ist an der CE-Kennzeichnung erkennbar. Zudem ist bei jedem Test angegeben, wie hoch Sensitivität und Spezifität sind.

Die Sensitivität bei Tests, die Corona, RSV oder Influenza identifizieren, zeigt an, wie häufig ein Test eine Infektion korrekt nachweist. Es gilt: Je höher die Sensitivität eines Tests ausfällt, desto zuverlässiger erfasst er auch die Erkrankungen mit einem Positiv-Ergebnis. Die Spezifität wiederum gibt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Gesunder als solcher auch erkannt wird. Das Ergebnis ist in diesem Fall negativ.

Test zur Erkennung von Corona, Influenza und RSV fällt positiv aus: Wie verhalte ich mich nun?

Die erwähnten Tests zur Erkennung von Corona, RSV oder Influenza geben einen 100-prozentige Spezifität an. Und auch bei der Sensitivität liegen alle Tests bei mindestens 90 Prozent. „Ich denke, der kombinierte Test ist durchaus sinnvoll, da man anhand klinischer Symptome nicht immer eindeutig unterscheiden kann, um welches Virus es sich bei einer Infektion handelt“, zitiert Focus Online eine Ärztin, die namentlich nicht genannt wird.

Wie aber soll sich bei einem positiven Test verhalten werden? Grundsätzlich gilt, dass eine Erkältung mit Husten und Schnupfen, aber auch Fieber per se nichts Ungewöhnliches ist. Liegt ein milder Verlauf vor, bessert sich der gesundheitliche Zustand von selbst, ganz ohne Medikamente. Sollten jedoch Symptome auftreten, können Medikamente natürlich helfen. Wenn sich der Zustand extrem verschlechtert oder aber die Beschwerden anhalten, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Obendrein empfehlen Virologen, bei Erkältungssymptomen zu Hause zu bleiben, um auf diesem Wege weitere Ansteckungen zu unterbinden. Je nach Bundesland greift bei Corona zudem eh die Isolationspflicht. Der Schnelltest gilt im Übrigen nicht als offizieller Nachweis. Zur Absicherung muss ein Test im Labor erfolgen.

Wie kann ich mich und meine Kinder am besten vor Corona, Influenza und RSV schützen?

In Bezug auf RSV kann eine Infektion langfristig betrachtet gar nicht verhindert werden. „Jedes Kind muss sich früher oder später damit auseinandersetzen“, sagt Kinderlungenfachärztin Petra Kaiser-Labusch gegenüber Focus Online. Bei größeren Kindern löst RSV für gewöhnlich auch „nur“ eine leichte Erkrankung aus. Vorsichtiger müssen Eltern hingegen bei Säuglingen und Kleinkindern bis etwa drei Jahren sein, merkt Kaiser-Labusch an.

Hinsichtlich Corona hat sich nichts verändert. Hier sollte jede Infektion verhindert werden. Schließlich kann sie das Risiko für Long Covid, also anhaltende gesundheitliche Beschwerden, erhöhen. Vor schweren Verläufen schützt eine Corona-Impfung. Und diese wird von der Ständigen Impfkommission (Stiko) für alle Menschen in Deutschland ab zwölf Jahren sowie Risikogruppen empfohlen. Bleibt zum Schluss noch die Influenza. Diese kann vor allem bei älteren Menschen, chronisch Kranken und Schwangeren zu Komplikationen führen. Deswegen empfiehlt die Stiko Impfungen für Menschen ab 60 Jahren sowie für Risikogruppen.

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