VonMartina Lipplschließen
Der Deutsche Wetterdienst hat erneut Unwetter-Warnungen herausgeben. In mehreren Regionen sind schwere Gewitter, Hagel und Starkregen möglich.
Update vom 12. Juli, 16.35 Uhr: Das Wetter bleibt am Mittwoch im Norden und Süden von Deutschland turbulent. Der Deutsche Wetterdienst warnt am Abend vor Unwettern in Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein. In einigen Landkreisen in Süddeutschland gilt die Alarmstufe Rot. Dort kann es schwere Gewitter, heftigen Starkregen sowie Sturmböen und Hagel mit Korngrößen von rund zwei Zentimeter geben.
In Norddeutschland warnt der DWD vor schwerem Gewitter. In Niedersachsen und Bremen gelten Wetter-Warnungen vor Gewitter, Sturmböen und Hagel. In Hamburg und Schleswig-Holstein ziehen ebenfalls Gewitter aus Südwesten auf und es sind Windböen möglich.
Gewitter-Nacht überrollt Süddeutschland: Mehrere Schwerverletzte nach heftigen Unwettern
Update vom 12. Juli, 11.12 Uhr: 370 Notrufe gingen am späten Dienstagabend alleine bei der Polizei Konstanz ein, die meisten betrafen das Unwetter, berichtet die Presseagentur dpa. Es kam zu fünf wetterbedingten Verkehrsunfällen, bei denen zwei Menschen verletzt wurden. Auf einem Campingplatz stürzte eine Eiche auf einen Wohnwagen, in dem sich eine Familie aufhielt. Die drei Familienmitglieder und eine weitere Frau mussten ins Krankenhaus.
In der Nähe von Ravensburg krachte ein Rollerfahrer gegen einen Baum, der auf die Straße gestürzt war. Der Mann schwebt in Lebensgefahr. Er wurde beim Unfall schwer verletzt, teilt die Polizei mit.
In Ulm schlug der Blitz in ein Mehrfamilienhaus ein. 14 Bewohnerinnen und Bewohner wurden evakuiert. Sie blieben unverletzt, konnten über Nacht aber nicht in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Feuerwehr musste das Dach stellenweise aufreißen, um die Glutnester zu bekämpfen. Eine Frau aus der Gemeinde Moos musste ins Krankenhaus gebracht werden, nachdem sie durch ihren Dachboden gestürzt ist. Sie wollte demnach vom Sturm gelöste Ziegeln wieder anbringen.
Die schweren Gewitter in Bayern verursachten ebenfalls große Schäden und verletzten mehrere Menschen. Auf den Autobahnen und Straßen herrschte Chaos, der Bahnverkehr ist nach wie vor beeinträchtigt. In Marktoberdorf riss der Sturm ein Zirkuszelt um. Zwei Menschen wurden darunter begraben, berichtet der BR. Sie kamen schwerverletzt ins Krankenhaus.
Nach Unwetter-Nacht in Deutschland: DWD warnt vor den nächsten Gewittern
Update vom 12. Juli, 10.04 Uhr: Am Mittwoch beruhigt sich die Unwetterlage in Deutschland. Ein Tief bringt kühlere Atlantikluft von der Nordsee, ganz still wird es aber nicht. Bis zum Vormittag warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor Gewittern mit Starkregen, Hagel und stürmischen Böen im Norden. Am Nachmittag kommt es dann wieder vereinzelt zu markanten Gewittern.
Unsicher bleibt die Lage im Süden, dort gilt schon am Vormittag eine Warnung vor teils markanten Gewittern. Am Nachmittag und Abend leben die Unwetter südlich der Donau dann wieder auf. Die Gewitterzelle zieht vom Südwesten am Alpenrand. Lokal begrenzt schließt der DWD dabei Starkregen von über 25 Litern pro Quadratmeter, Sturmböen und Hagel größer als zwei Zentimeter nicht aus.
Unwettergefahr besteht vom Osten Baden-Württembergs über Bayern bis nach Sachsen. Über die kommende Nacht bilden sich die nächsten Gewitter, die in ungewittrigen Starkregen übergehen. Sie ziehen nach und nach in Richtung Alpen.
Heftige Unwetter in Süddeutschland: „Es war ein Tornado, da kann man sicher sein“
Update vom 12. Juli, 8.28 Uhr: Ein Bild der Verwüstung im Saarland. In Asweiler in der Gemeinde Freisen (Landkreis St. Wendel) fegte ein Sturm derart durch, dass er 30 Häuser zerstörte. „Es war ein Tornado, da kann man sicher sein“, sagt Meteorologe Jan Schenk vom „The Weather Channel“, wie focus.de berichtet. Die offizielle Bestätigung steht noch aus, doch offenbar spricht das Radarbild und auch das Ausmaß der Zerstörungen eindeutig für einen Tornado.
Update vom 12. Juli, 6.58 Uhr: Bei heftigen Unwettern in Baden-Württemberg und Bayern bleibt es größtenteils bei umgestürzten Bäumen und abgebrochenen Ästen. Im Saarland gab es allerdings größere Schäden. Selbst ein Tornado-Verdacht steht im Raum, weil in Asweiler in der Gemeinde Freisen (Landkreis St. Wendel) ein Sturm mit derartiger Zerstörungskraft wütete und eine Schneise von etwa 100 Metern schlug, wie das Lagezentrum der Polizei mitteilte. Ein Großaufgebot von Feuerwehr, THW und Polizei war im Einsatz.
Rund 30 Gebäude in Asweiler seien beschädigt worden, sagte der saarländische Innenminister Reinhold Jost (SPD). Glücklicherweise sei aber niemand verletzt worden. „Das Schadensbild hatte Schlimmeres befürchten lassen“, sagte Jost. Die Bevölkerung sei im Dorfgemeinschaftshaus versorgt worden.
Auch in Baden-Württemberg richtete die Gewitterfront nach Temperaturen von bis zu 37 Grad bei Tage geringere Schäden an. Es gebe wegen des schweren Sturms mehrere Verkehrsunfälle mit Verletzten. Zahlreiche Bäume waren zudem umgestürzt. „Bei uns geht es wirklich rund“, berichtete ein Polizist aus Reutlingen am Abend. Vor allem in Sigmaringen, Ravensburg und im Bodenseekreis war ein schweres Gewitter aktiv. In der Bodensee-Region wurde gegen 23 Uhr vor extremem Unwetter der höchsten Warnstufe 4 gewarnt. Gegen 24 Uhr gab der Deutsche Wetterdienst für BaWü Entwarnung.
Dann zog das Unwetter nach Bayern weiter. Von Verletzten war am Morgen nichts bekannt, jedoch von vielen umgestürzten Bäumen. Allerdings kommt es bei der Bahn zu einigen Verspätungen heute Morgen in Süddeutschland wegen der Unwetterschäden aus der Nacht.
Auf Alarmstufe Lila folgt laut Prognose der Hitze-Knall – Unwetterfront mit schweren Gewittern zieht auf
Erstmeldung vom 11. Juli 2023: München – Es ist wieder subtropisch heiß – die Maximalwerte liegen zwischen 30 und 38 Grad in Deutschland. Für den Süden Deutschlands besteht bereits eine amtliche Hitzewarnung vor „extremer Hitze“ (Alarmstufe Lila). Mit der Hitze zieht eine neue Gewitterfront aus Frankreich heran – mit schweren Unwetter ist zu rechnen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vorab vor teils schweren Gewitter mit Orkanböen über 120 km/h, Starkregen und Hagel (bis vier Zentimeter). Auch im Westen und Nordwesten sind einzelne markante Gewitter möglich.
Extreme Wetterlage in Deutschland: So sieht der Unwetter-Fahrplan am Dienstag aus
Nach einem Hitzetag knallt es am Dienstag (11. Juli). Am späten Nachmittag schieben sich die ersten Gewitter im Südwesten rein, erklärt Meteorologe Gernot Schütz in einem aktuellen wetter.com-Video.
Die heftigsten Unwetter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen sind laut seiner Prognose ab 18 bis 23 Uhr in Rheinland-Pfalz und Bayern zu erwarten. In der Nacht auf Mittwoch breiten sich die Unwetter über den Süden Baden-Württembergs bis nach Bayern aus. In der zweiten Nachthälfte sind laut dem Wetterexperten auch kräftige Gewitter im Nordwesten von Köln, Hannover bis nach Hamburg möglich.
DWD warnt Unwetter mit Orkanböen, Starkregen und Hagel
Der DWD warnt am Dienstag vor einer „Wetterlage mit hohem Unwetterpotential“ (Stand: 11. Juli, 11.34 Uhr). Von den teils schweren Gewittern ist demnach vor allem der Südwesten und der Süden des Landes betroffen. Mittwochnacht sind auch im Westen und Nordwesten einzelne kräftige Gewitter möglich.
- In Baden-Württemberg sind laut den DWD-Wetterexperten örtlich sogar Unwetter mit Starkregen bis 60 Liter pro Quadratmeter in wenigen Stunden möglich, dazu Hagel um fünf Zentimeter und Orkanböen bis 140 km/h.
- Bayern trifft es demnach Dienstagabend und in der Nacht auf Mittwoch. Im Südwesten ist die Gefahr von Unwettern mit Starkregen (40 l/qm in kurzer Zeit), Orkanböen bis 120 km/h und Hagel (drei Zentimeter)
Unwetterlage in Deutschland – DWD warnt vor intensiven Gewitterlinien
Die schweren Gewitter formieren sich voraussichtlich in einer oder mehreren Linien und können größere Gebiete treffen, teilt der DWD mit. Besonders die Gefahr von Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten von 120 km/h ist den Wetterexperten zufolge erhöht. Die Gewitter ziehen in der Nacht auf Mittwoch voraussichtlich über Süddeutschland weiter nach Osten. Der DWD-Warnlagebericht für die nächsten Stunden im Überblick:
| Bundesland | Wetter- und Warnlage | Gewitter und Gefahren |
|---|---|---|
| Baden-Württemberg | ab Dienstagmittag und Nachmittag | Starkregen 25 bis 40 l/qm in einer Stunde, Sturmböen (bis 100 km/h), örtlich Unwetter mit Orkanböen |
| Bayern | Dienstagabend und Nacht zum Mittwoch | Starkregen bis 25 l/qm in kurzer Zeit, schwere Sturmböen bis 100 km/h |
| Hessen | Dienstagabend | Starkregen 15 bis 25 l/qm, schwere Sturmböen (95 km/h)/ Hagel |
| Mecklenburg-Vorpommern | Mittwoch | Starkregen um 20 l/qm, Sturmböen (70 km/h), Hagel |
| Niedersachsen und Bremen | Dienstagabend und in der Nacht zum Mittwoch | Starkregen 15 bis 25 l/qm, Sturmböen (85 km/h), kleinkörniger Hagel |
| Nordrhein-Westfalen | Dienstagabend, in der ersten Nachthälfte | Starkregen 15 bis 25 l/qm, Sturmböen (85 km/h), kleinkörniger Hagel |
| Rheinland-Pfalz und Saarland | Dienstagnachmittag und Abend | Starkregen 15 bis 25 l/qm, Sturmböen (85 km/h), Hagel möglich |
| Sachsen-Anhalt | in der Nacht zum Mittwoch | Starkregen um 20 l/qm in kurzer Zeit, Sturmböen (75 km/h), Hagel möglich |
| Sachsen | in der Nacht zum Mittwoch und Mittwoch | Starkregen um 20 l/qm in kurzer Zeit, Sturmböen (75 km/h), Hagel |
| Schleswig-Holstein und Hamburg | Dienstagabend und in der Nacht zum Mittwoch | Starkregen bis 25 l/qm in kurzer Zeit |
| Thüringen | In der Nacht auf Mittwoch | Starkregen um 20 l/qm in kurzer Zeit, Sturmböen (75 km/h), Hagel |
„Mittwoch ist der Spuk vorbei.“
Nach der turbulenten Nacht kühlt es endlich kühlt es etwas. Am Mittwoch sinken die Temperaturen auf 27 bis 31 Grad. Im Norden und Nordwesten liegen die Werte bei 20 bis 26 Grad. Vereinzelt kann es noch Gewitter geben. „Mittwoch ist der Spuk vorbei“, so wetter.com-Meteorologe Gernot Schütz. „Die Temperaturen sind dann einiges entspannter mit 19 bis maximal 30 Grad in der Lausitz.“
Der Sommer 2023 könnte alle Temperaturrekorde brechen. Der offiziell wärmste Tag des Jahres war laut dem DWD am 9. Juli 2023. Das aktuelle Wetter ist zwar nicht das Klima, doch das gefürchtete Wetterphänomen „El Niño“ ist zurück – Forscher fürchten dramatische Folgen. (ml)
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