Im Minutentakt Erdstöße

Erdbeben-Serie auf Santorini nimmt kein Ende: Einwohner haben jetzt die nächste Sorge

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Die Erdbeben auf Santorini setzen sich fort. Es gibt noch keine Entwarnung für die Ferieninsel. Die Einheimischen befürchten bereits ein neues Szenario.

Santorini – Die Erdbeben rund um Santorini nehmen kein Ende. Zahlreiche, kleinere Erschütterungen wurden auch am Montag (10. Februar) auf der griechischen Urlaubsinsel registriert. Laut dem geodynamischen Institut in Athen vergehen oft nur wenige Minuten zwischen den einzelnen Erdstößen. Viele Bewohner haben die Insel bereits verlassen, was jedoch neue Ängste schürt.

Erdbeben rund um Santorini haben kein Ende: Einwohner fürchten sich vor Plünderungen

Wer auf Santorini geblieben ist, wurde in den vergangenen Tagen immer wieder in Angst versetzt und nachts aus dem Schlaf gerissen. Obwohl die Häufigkeit der Beben etwas abgenommen hat, geben Seismologen keine Entwarnung. Die Gefahr eines größeren Bebens in der Region besteht weiterhin.

Die Erdbeben auf Santorini lassen nicht nach.

Besonders Frauen, Kinder und ältere Menschen haben Zuflucht auf dem Festland gefunden. Dort sind sie zwar in Sicherheit, doch die Sorge um ihre zurückgelassenen Häuser bleibt bestehen – nicht nur wegen der Erdbeben-Serie, sondern auch aus Angst vor möglichen Plünderungen. Dies berichtet die ntv-Reporterin Alexandra Callenius.

Noch mindestens den ganzen Februar: Erdbeben auf Santorini gehen weiter

Um die verlassenen, charakteristischen weißen Häuser zu schützen, überwachen Polizei und verbliebene Einheimische die Straßen und patrouillieren regelmäßig. Der Bürgermeister einer Gemeinde auf Santorini hat sogar eine zivile Patrouille organisiert, die vor allem abends und nachts die Gebäude im Auge behält.

550 Erdbeben, flüchtende Urlauber und Angst vor dem Hauptbeben – dramatische Bilder aus Santorini

Blick auf Santorin am Dienstag (4. Februar 2025).
Kurz vor fünf Uhr Ortszeit wurden die Menschen auf Santorini am Dienstag (4. Februar 2025) von einem Erdbeben der Stärke 4,9 geweckt. Das Zentrum lag rund 30 Kilometer im Ägäischen Meer, teilte das Geodynamische Beobachtungsinstitut in Athen mit.  © ARIS MESSINIS/afp
Erdbeben auf Urlaubsinsel Santorin: Menschen flüchten aus Sorge vor einem schweren Erdbeben, berichten Medien. Fähre und Flugzeuge sind ausgebucht.
Die griechische Urlaubsinsel Santorini wurde seit Anfang Februar von über 200 Erdbeben heimgesucht: Menschen flüchten aus Sorge vor einem schweren Hauptbeben, berichten Medien. Fähren und Flugzeuge sind ausgebucht.  © Petros Giannakouris/dpa
Am Hafen von Santorin warten Menschen mit ihren Autos um an Bord einer Fähre nach Athen zu gelangen.
Tickets für die Fähren nach Athen sind fast ausgebucht, berichten griechische Medien. Am Hafen von Santorin bilden sich am Montag (3. Februar) Warteschlangen.  © Petros Giannakouris/dpa
Erdbeben auf Santorin zwingt Einwohner zur Flucht: Menschen warten am Hafen, um mit einer Fähre die griechische Insel zu verlassen.
Das Erdbeben auf Santorin zwingt Anwohner zur Flucht: Menschen warten am Hafen, um mit einer Fähre die griechische Insel zu verlassen.  © Petros Giannakouris
Warteschlange vor den Reisebüros: Viele Menschen versuchen am Montag (3. Februar 2025) ein Ticket für die Fähre nach Athen zu ergattern.
Warteschlange vor den Reisebüros: Viele Menschen versuchen am Montag (3. Februar 2025) ein Ticket für die Fähre nach Athen zu ergattern.  © Petros Giannakouris
Aus Angst vor einem starken Erdbeben verließen bis Dienstagmorgen (4. Februar) rund 6000 Menschen die Insel im Ägäischen Meer. Davon waren 4640 an Bord von vier Fähren Richtung Festland.
Aus Angst vor einem starken Erdbeben verließen bis Dienstagmorgen (4. Februar) rund 6000 Menschen die Insel im Ägäischen Meer. Davon waren 4640 an Bord von vier Fähren Richtung Festland.  © IMAGO/One Inch Productions
Flucht von der Insel Richtung Festland: Stoßstange an Stoßstange warten Autos, um an Bord einer Fähre zu gelangen.
Flucht von der Insel Richtung Festland: Stoßstange an Stoßstange warten Autos, um an Bord einer Fähre zu gelangen.  © IMAGO/One Inch Productions
Fira
Idylle in Angst: Auf Santorini fürchten die Menschen eine Naturkatastrophe.  © picture alliance / Angelos Tzortzinis/dpa
Ein Erdbeben der Stärke 4,9 wurde am 3. Februar 2025 vor Amorgos registriert.
Ein Erdbeben der Stärke 4,9 wurde am 3. Februar 2025 vor Amorgos registriert. Das Epizentrum liegt in einer Tiefe von 10,5 Kilometern, teilt das Institute of Geodynamics Athen mit.  © Screenshot Institute of Geodynamics Athen
Erdbeben-Karte aus Griechenland zeigt Beben in den vergangenen 24 Stunden.
200 Erdbeben wurden seit Sonntag (2. Februar 2025) in der Region verzeichnet, teilte das Institut für Geodynamik des Nationalobservatoriums von Athen mit.  © Screenshot Institute of Geodynamics Athen
Staubwolken wirbeln an den felsigen Klippen auf. Stein- und Geröllmassen stürzen am Montag (3. Februar) ins Meer.
Staubwolken wirbeln an den felsigen Klippen auf. Stein- und Geröllmassen stürzen am Montag (3. Februar) ins Meer.  © ARIS MESSINIS/afp
Die Erde bebt auf Santorin und bringt Geröllmassen ins Rutschen. Behörden fordern die Bevölkerung auf, sichere Routen zu wählen.
Die Erde bebt auf Santorini und bringt Geröllmassen ins Rutschen. Behörden fordern die Bevölkerung auf, sichere Routen zu wählen.  © ARIS MESSINIS/afp
Das Notfall-Protokoll läuft an: In Zelten auf einem Basketballplatz sollen Rettungskräfte der Feuerwehr untergebracht werden.
Das Notfall-Protokoll läuft an: In Zelten auf einem Basketballplatz sollen Rettungskräfte der Feuerwehr untergebracht werden.  © Petros Giannakouris/dpa
Trauminsel Santorin in Alarmbereitschaft: Seit dem 24. Januar 2025 erschüttern Erdbeben die Region.
Trauminsel Santorin in Alarmbereitschaft: Seit dem 24. Januar 2025 erschüttern Erdbeben die Region.  © ARIS OIKONOMOU/afp
Erdbeben und Vulkanausbruch im Ägäischen Meer am 11.07.1956.
Rückblick mit Schrecken: Zwei Bewohner gehen über Trümmer von Wohnhäusern durch eine kleine, völlig verwüstete Ortschaft auf der Insel Santorini am 12.07.1956. Ein heftiges Erdbeben erschütterte weite Gebiete des Ägäischen Meeres. © dpa
Blick auf Santorin
Santorin gehört zur Inselgruppe der Kykladen in der Ägäis im östlichen Mittelmeer. Auf der Insel leben dauerhaft 15.500 Menschen.  © IMAGO
Santorini Blick aufs Meer
Rund um Santorini befinden sich neben einem spektakulären Krater des Vulkans der Insel auch andere Vulkane unter der Meeresoberfläche sowie jene tektonischen Platten, die durch ihre Bewegungen starke Erdbeben verursachen können.  © IMAGO/One Inch Productions
Santorin: Touristen schützen sich mit einem Regenschirm vor der Sonne in den Gassen
Die griechische Insel ist bei Urlaubern beliebt. Allein im Jahr 2023 kamen 3,4 Millionen Touristen nach Santorin.  © IMAGO/Michael Bihlmayer

Die Erdbeben-Serie könnte noch Wochen oder sogar Monate andauern. Der Regierungschef rät den Bewohnern daher, sich vorzubereiten. „Das ist nichts, was sich morgen plötzlich ändern wird“, betonte Kostas Papazachos, Seismologe an der Aristoteles-Universität Thessaloniki, gegenüber EPT. Man müsse damit rechnen, dass die Erdbeben mindestens den gesamten Februar über anhalten.

Ob die Erschütterungen die Vulkane in der Region „geweckt“ haben könnten, bleibt unklar. Eine Vulkan-Expertin bei IPPEN.MEDIA ordnete das mögliche Szenario ein. Zudem sprach ein Seismologe über das potenzielle Tsunami-Risiko, das die Erdbeben in Santorini mit sich bringen könnten. (kas/dpa)

Rubriklistenbild: © One Inch Productions/imago; geodynamisches Institut Athen

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