Exklusive Vorhersagen

Wetter-Experten sagen Extremereignisse voraus – drei aktuelle Prognosen für den Sommer

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Viele Menschen freuen sich auf das Sommer-Wetter, doch das lässt wohl noch auf sich warten. Laut Wetter-Experten sind zwei Extreme möglich.

München - 2024 zeigt sich das Wetter bisher äußerst wechselhaft und hat dabei auch immer wieder Neigungen ins Extreme. So war etwa der Februar bereits wärmer als ein typischer März. Das Frühjahr hingegen verlief eher kalt und regnerisch, das Sommer-Wetter blieb bislang aus, dabei hätte der Frühsommer längst begonnen. Wer sehnsüchtig auf das Sommer-Wetter wartet, fragt sich sicher, wie lange das trübe Wetter noch anhält. IPPEN.MEDIA hat drei Experten um eine Prognose für den Sommer gebeten und teils drastische Vorhersagen bekommen – auf uns könnte ein extremer Sommer zukommen.

Laut Wetter-Experten sind diesen Sommer starke Niederschläge möglich, doch es kann auch heiß werden. (Symbolbild)

Statt Sonne droht Deutschland wohl „krasser Flut- und/oder Unwettersommer“

Statt Sonne und milde Temperaturen gab es bislang in vielen Regionen nur Regenwetter. In einigen Teilen Deutschlands herrschte sogar Hochwasser-Alarm. Die Situation hat sich zwar seitdem wieder etwas beruhigt, trotzdem sollte man die Lage besser weiter im Blick haben. Laut dem Meteorologen Dominik Jung von wetter.net bleibt es nämlich weiter regnerisch.

Auf Anfrage teilt er mit: „Das sieht jetzt nicht nach viel Hitze aus…dazu aber regional deutlich nasser. Es deutet einiges auf die Fortdauer der aktuellen Wetterlage hin, viel Feuchtigkeit….mäßig warm, immer wieder Unwetter und Gewitter und Hochwasser. Deutschland könnte ein krasser Flut- und/oder Unwettersommer drohen.“ Es könne zwar auch Hitzetage geben, doch es lasse sich noch nicht vorhersagen, welche Temperaturen erreicht werden.

Bilder vom Hochwasser in Deutschland: Zahlreiche Orte unter Wasser – es gibt Tote und Vermisste

Pfaffenhofen in Oberbayern ist dramatisch vom Hochwasser betroffen. Die Einsatzkräfte haben einen schweren Verlust zu verkraften. An der Ilm war am Wochenende ein Feuerwehrmann bei einer Rettungsaktion ums Leben gekommen. Doch die Gefahr verlagert sich auch nach Passau und Regensburg.
Pfaffenhofen in Oberbayern ist dramatisch vom Hochwasser betroffen. Die Einsatzkräfte haben einen schweren Verlust zu verkraften. An der Ilm war am Wochenende ein Feuerwehrmann bei einer Rettungsaktion ums Leben gekommen. Eine Frau starb in ihrem gefluteten Keller in Schrobenhausen. Ein Feuerwehrmann wird bei Günzburg vermisst. Doch die Gefahr verlagert sich auch nach Passau und Regensburg. Die Bilder vom Wochenende und vom Montag. © Jason Tschepljakow/dpa
Eine Uferstraße ist vom Hochwasser überschwemmt. Die Drei-Flüsse-Stadt Passau in Niederbayern hat aufgrund des Starkregens ebenfalls mit erheblichem Hochwasser zu kämpfen. Der Pegelstand der Donau stieg am Sonntag auf mehr als 7,70 Meter, wie der Hochwassernachrichtendienst mitteilte. Zahlreiche Straßen und Plätze in Stadtgebiet stehen unter Wasser.
Eine Uferstraße ist vom Hochwasser überschwemmt. Die Drei-Flüsse-Stadt Passau in Niederbayern hat aufgrund des Starkregens ebenfalls mit erheblichem Hochwasser zu kämpfen. Der Pegelstand der Donau stieg am Sonntag auf mehr als 7,70 Meter, wie der Hochwassernachrichtendienst mitteilte. Zahlreiche Straßen und Plätze in Stadtgebiet stehen unter Wasser.  © Markus Zechbauer/Zema Medien/dpa
nden einen Stand von 5,80 Meter erreicht, wie die Stadt mitteilte. Die historische Wurstkuchl wird mit einer Schutzwand vor dem Hochwasser der Donau geschützt.
Das Wasser der Donau steigt und steigt, nun hat auch Regensburg den Katastrophenfall ausgerufen. Die Wasserhöhe am Messpunkt Eiserne Brücke habe in den Morgenstunden einen Stand von 5,80 Meter erreicht, wie die Stadt mitteilte. Die historische Wurstkuchl wird mit einer Schutzwand vor dem Hochwasser der Donau geschützt.  © Armin Weigel/dpa
Auch Menschen in Baden-Württemberg sind weiter in großer Gefahr. Hier ein Blick auf Täferrot, wo der Fluss Lein über die Ufer getreten war und Überschwemmungen verursacht hatte.
Auch Menschen in Baden-Württemberg sind weiter in großer Gefahr. Hier ein Blick auf Täferrot, wo der Fluss Lein über die Ufer getreten war und Überschwemmungen verursacht hatte. © Jason Tschepljakow/dpa
Autos fahren durch eine von Hochwasser betroffene Kreisstraße zwischen Beuren und Illerrieden
Besonders im Süden hat das befürchtete Unwetter voll zugeschlagen. In Baden-Württemberg regnete es seit den Samstag-Morgenstunden (1. Juni) heftig. Straßen wurden geflutet, wie hier zwischen Beuren und Illerrieden. © Marius Bulling/Imago
Hochwasser in Babenhausen (Bayern).
Im Laufe des Samstagvormittags (1. Juni) wurden in fünf bayerischen Landkreisen der Katastrophenfall ausgerufen. Mehrere Menschen mussten mit dem Boot gerettet werden, so wie hier in Babenhausen. © Stefan Puchner/dpa
Feuerwehrleute arbeiten überfluteten Straße in Ichenhausen, nachdem die Günz übergetreten war.
Im Landkreis Günzburg (Bayern) ist die befürchtete Jahrhundertflut eingetreten. Feuerwehrleute arbeiten an überfluteten Straßen in Ichenhausen, nachdem die Günz übergetreten war. (Foto-Collage) © dpa/Foto-Collage
Rettungskräfte fahren die Hochwasserlage in Bayern (Fischbach) mit einem Jetski ab.
In den angrenzenden Landkreisen Günzburg und Augsburg wurde im Laufe des Samstagvormittags der Katastrophenfall ausgerufen, nachdem die Pegelstände stark angestiegen waren. Im Ort Fischbach (Landkreis Augsburg) verschaffen sich Einsatzkräfte mit Jetskis einen Überblick über die Lage. © dpa
Hochwasser nach Extremwetter in Haselbach (Bayern).
Doch auch andere Teile Bayerns sind stark betroffen. In der Gemeinde Haselbach östlich von Regensburg hat der Dauerregen einen Spielplatz komplett unter Wasser gesetzt. © Stefan Puchner/dpa
Hochwasser nach heftigen Unwetter zwang den Rettungshelikopter auszurücken in Bayern.
Der Rettungshelikopter musste ebenfalls ausrücken. Personen mussten aus ihrem Haus auf dem Luftweg befreit werden, da sie sonst nicht mehr herausgekommen wären. © Stefan Puchner/dpa
Feuerwehrleute kämpfen gegen das Hochwasser in Ochsenbach, Baden-Württemberg.
Auch in Baden-Württemberg haben zahlreiche Einsatzkräfte mit dem Unwetter zu kämpfen. In Ochsenbach nordwestlich von Memmingen stapeln Feuerwehrleute Sandsäcke und pumpen Wasser ab. Die schlimmste Unwetter-Zelle hielt sich am Samstag (1. Juni) zwischen München und Stuttgart. © Thomas Warnack/dpa
Hochwasser auch auf den Straßen in Ochsenbach, Baden-Württemberg.
Dennoch waren im Ort zahlreiche Straßen geflutet. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) riet von Aufenthalten im Freien ab. © Thomas Warnack/dpa
Unwetter-Lage in Baden-Württemberg.
Hier findet sicher so schnell kein Fußballspiel statt. Eigentlich sollte der SV Daugendorf im Ortsteil der Stadt Riedlingen (Baden-Württemberg) am Samstag (1. Juni) das letzte Spiel der Runde ausrichten. Nach den Unwettern steht der Platz unter Wasser.  © Thomas Warnack/dpa
In Sachsen haben Einsatzkräfte schon am Freitagabend (31. Mai) Vorkehrungen getroffen.
Seit Tagen herrscht in Deutschland die Sorge vor heftigen Unwettern und einer Jahrhundertflut. In vielen Regionen, wie hier in Sachsen, haben Einsatzkräfte schon am Freitagabend (31. Mai) Vorkehrungen getroffen.  © Katrin Mädler/dpa
In Bad Wörishofen im Unterallgäu, staut sich das Hochwasser nach andauernden Regenfällen an.
Im Unterallgäu hatte sich schon am späten Freitagabend (31. Mai) an einigen Stellen Wasser angesammelt. Die Behörden bereiteten am Samstagvormittag eine Evakuierung vor und rieten den Bewohnern freiwillig ihre Häuser zu verlassen. Vor allem in Hanggebieten sind Erdrutsche möglich, warnt der DWD. © Bernd Feil /Imago
Überflutete Straße in Lindau am Bodensee.
In Lindau am Bodensee verschluckte Hochwasser auf gefluteten Straßen in der Nacht zum Samstag einen Van. © Bernd März/dpa

Hitzewellen und extreme Niederschläge möglich – Sommer 2024 in Deutschland

Seine Vorhersage für den Sommer stimmt zu Teilen mit der des Wetter- und Klimaexperten Frank Böttcher überein, dieser betreibt unter anderem die Website boettcher.science. Auf Anfrage von IPPEN.MEDIA erklärt er: „Die schon jetzt viel zu hohen Wassertemperaturen in den Meeren um Mitteleuropa herum und die sich in Nordafrika entwickelnde extreme Hitze deuten darauf hin, dass wir in diesem Sommer mit starken Hitzewellen in Europa rechnen müssen.“ Ein anderer Wetter-Experte fürchtet sogar einen „Höllensommer des Jahrtausends“ für Europa.

Doch Böttcher stimmt Jung auch in einem weiteren Punkt zu – starke Regenfälle sind weiter möglich. „Gleichzeitig steigt mit den hohen Wassertemperaturen auch die Verdunstung und damit die Gefahr weiterer extremer Niederschläge.“ Derzeit gibt es beispielsweise ein heftiges Unwetter-Chaos durch wasserfallartigen Regen auf Mallorca.

Wetter-Vorhersage des DWD ist entspannter: „normaler bis wärmerer Sommer“

Die saisonale Prognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist hingegen deutlich weniger extrem. Die Wetter-Experten rechnen mit einer „moderaten Wahrscheinlichkeit für einen normalen bis wärmeren Sommer im Vergleich zum selben 3-Monatsmittel im Zeitraum 1991 – 2020.“ Damit liege die saisonale Klimavorhersage für den Sommer 2024 im mittleren Bereich.

Für den Spätsommer gebe es sogar eine leichte Tendenz zu höheren Temperaturen als im Monatsmittel. Der DWD schreibt weder über mögliche Extremwetter noch über eine erhöhte Regenwahrscheinlichkeit. Doch er weißt darauf hin, dass sich die Qualität der Wetter-Prognosen unterscheidet und es zu Abweichungen kommen kann. Zumindest laut der Prognose des 100-jährigen Kalenders für den Sommer 2024 wird das Wetter recht schön und trocken. (kiba)

Rubriklistenbild: © Valentin Gensch/dpa

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