VonTeresa Tothschließen
Der Besucherandrang in Italien ist in diesem Sommer besonders groß, auch in der Hauptstadt. Für eine beliebte Attraktion droht daher eine neue Gebühr.
Rom – Viele Urlaubsländer haben mit ausufernden Besuchermassen zu kämpfen. Neben dem Tourismus-Problem auf Mallorca, das bereits gravierende ökologische und soziale Konsequenzen nach sich zieht, leidet aktuell vor allem Italien. In einigen Regionen des Landes wurden daher bereits Gebühren eingeführt, um die Besucherzahlen nach unten zu drücken. In Venedig müssen Besucher etwa einen Eintrittspreis von fünf Euro bezahlen. Jetzt drohen Gebühren auch in Rom.
„Idee ist es, ein Zwei-Euro-Ticket einzuführen“ – Rom denkt über Gebühren für beliebte Attraktion nach
Die Hauptstadt Italiens ist bei Touristen aufgrund der zahlreichen Sehenswürdigkeiten beliebt: Vom Kolosseum, über den Petersdom und bis hin zu den Vatikanischen Museen hat die Stadt jede Menge zu bieten. Nicht zuletzt gehört auch der Trevi-Brunnen zu den beliebten Attraktionen in Rom. Es ist Tradition, eine Münze rücklings über die Schulter in das Wasser des Brunnens zu werfen. Schon bald könnte der Zugang für Urlauber jedoch beschränkt sein.
Die Stadtverwaltung der italienischen Hauptstadt zieht eine Eintrittsgebühr für den berühmten Brunnen in Betracht. Alessandro Onorato, der römische Stadtrat für Tourismus, verkündete in den sozialen Medien: „Unsere Idee ist es, ein Zwei-Euro-Ticket einzuführen, um den Bereich am Wasserbecken des Brunnens betreten zu dürfen“.
Tourismus in der Haupstadt von Italien erreichte in diesem Sommer Höchstwerte
Der Trevi-Brunnen zieht täglich von früh bis spät eine Vielzahl von Touristen an. Die Piazza vor dem im 18. Jahrhundert erbauten Monumentalbrunnen und das Wasserbecken selbst sind ständig überlaufen. Onorato betonte: „Wir wollen den Besuch zu einem echten Erlebnis machen und nicht zu einem chaotischen Gedränge zwischen Touristen auf der Suche nach dem besten Selfie“.
In diesem Sommer erreichte der Tourismus in der Hauptstadt des Landes Rekordwerte. „Aber jetzt müssen wir dafür sorgen, dass der Tourismus mit dem Leben der Römer vereinbar ist, er nachhaltiger wird und sich in den Alltag der Stadt integrieren lässt“, so Onorato. Um dies zu erreichen, soll ein Ticket-Reservierungssystem eingeführt werden, das Tickets für etwa zwei Euro für Touristen vorsieht, während der Zugang für die Römer weiterhin kostenlos bleiben soll.
Noch ist unklar, ab wann es die Eintrittsgebühr in Rom geben könnte
Allerdings ist dies bisher nur eine Überlegung, wie die Stadtverwaltung betont. „Es ist eine sehr konkrete Überlegung, die wir beschlossen haben zu untersuchen und zu vertiefen“, zitierte die Nachrichtenagentur Ansa den Bürgermeister von Rom, Roberto Gualtieri. Es ist noch unklar, wann eine solche Eintrittsgebühr beschlossen und eingeführt werden könnte.
Auch an einigen italienischen Stränden wird eine Eintrittsgebühr verlangt. Einer Preis-Studie zufolge sind die Gebühren in der Urlaubssaison 2024 in Italien teils deutlich gestiegen. (tt/dpa)
Rubriklistenbild: © Evandro Inetti/dpa

