VonMoritz Bletzingerschließen
60 Zentimeter Schnee und eine Lawine beuteln den beliebten Ski-Ort Livigno im Norden von Italien. Der Alpenpass ist gesperrt, die Lage kritisch.
Livigno – Eine Unwetterwelle rollt über den Norden von Italien und Südtirol. Die Täler gehen in Regenmassen unter, es kommt zu zahlreichen Erdrutschen und teils heftigen Steinschlägen. Die Hochlagen kämpfen mit Unmengen an Neuschnee und hoher Lawinengefahr.
Lawine und Schnee-Chaos treffen Urlaubsort in Italien: Straßen gesperrt, Touristen gefangen
So wurde beispielsweise das Skigebiet Pecetto-Burki-Belverde am Karsamstag vorsorglich evakuiert und das Anzascatal war zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten. In der Nacht auf Ostersonntag traf es den nächsten Urlaubshotspot in Italien.
20 Zentimeter Schnee fielen über Nacht in Livigno, insgesamt über 60 Zentimeter in den vergangenen 24 Stunden. Dazu kommt ein heftiger Schneesturm. Zu viel für den Ski-Ort und die Infrastruktur in der Region. Der Alpenpass Foscagno in die Schweiz war mindestens bis 18 Uhr am Ostersonntag gesperrt und auch auf der Staatsstraße 301 gestaltet sich die Wetterlage zu gefährlich für Verkehr. Livigno ist komplett isoliert.
Starker Wind reißt Strommasten in Livigno um – Bürgermeister warnt: „Die Situation ist ziemlich kritisch“
Starker Wind hatte eine Lawine ausgelöst und drei Strommasten umgerissen. Im betroffenen Gebiet kam es deshalb zu mehreren Stromausfällen. Besonders bitter für zahlreiche Urlauber, die in der Region festsitzen. Der Bürgermeister der Stadt, Remo Galli, rief Touristen dazu auf, in ihren Hotels zu übernachten.
„Die Situation ist ziemlich kritisch“, erklärt Galli in einer Videobotschaft, „sogar der Schweizer Teil ist geschlossen und daher sind die Bedingungen am Limit.“ Im gesamten lombardischen Alpenmassiv gilt Lawinenwarnstufe 4 von 5.
Lawinenwarnstufe vier in lombardischen Alpen: Wetterzentrum rät von Ausflügen ab
Das Wetterzentrum Arpa Lombardia rät dringend von Ausflügen in der Region ab und warnt: „Es sind zahlreiche spontane Lawinen möglich, die auch hoch gelegene Straßen und exponierte Infrastrukturen beeinträchtigen können. Unterhalb von 2200 bis 2300 Metern wird die Schneedecke zunehmend feuchter und durchnässt. Unterhalb von 2000 Metern und in diesen Gebieten sind zahlreiche Lawinen möglich.“ Die meisten Skilifte sind wegen des starken Winds in den Bergorten ohnehin gesperrt. In Ausnahmefällen können die Behörden in Italien sogar eine Ausgangssperre für Bewohner aussprechen. (moe)
