VonMartina Lipplschließen
Was haben sich die Teenager nur gedacht? Ein Ausflug in die Berge endet für drei Jungs in einem Debakel – und mit einer saftigen Rechnung.
Puchberg – Statt in der Stadt Wien rumzuhängen, haben drei Jungs (14, 15, 16) sich auf den Weg zum Schneeberg in Niederösterreich gemacht. Die Idee den Sonntag in der Natur zu verbringen, für sich gesehen eigentlich lobenswert. Allerdings hat das Trio sich offenbar überhaupt sonst keine Gedanken über ihre Aktion gemacht. Bergretter mussten die drei aus einer alpinen Notlage retten, teilte die österreichische Polizei mit.
„Mangelhaft bekleidet“ – Teenager aus Wien geraten auf über 2000 Metern am Schneeberg in Not
Die Teenager aus Wien waren am Sonntag (26. Januar) mit den öffentlichen Verkehrsmitteln Richtung Puchberg am Schneeberg (2049 Meter) angereist. Ohne konkretes Ziel begannen die drei am höchsten Berg Niederösterreichs zu wandern. Dann entschlossen sie sich, zum Gipfel des Schneebergs aufzusteigen, so die Polizei.
„Die Jugendlichen hatten keine alpine Ausrüstung bei sich, waren mangelhaft bekleidet, hatten keine alpine Ausbildung bzw. Erfahrung und auch keine entsprechende Tourenplanung“. Zudem ließen sie die Wetterbedingungen außer Acht. Laut oe24.at waren die Jungs in Jogginghosen, Turnschuhen und leichten Daunenjacken unterwegs. Ganz anders als das deutsche Trio, das in den Tiroler Alpen zwischen den Felsen im wahrsten Sinne des Wortes gefangen war.
Jugendliche aus Österreich wählen Notruf von höchstgelegener Hütte in Niederösterreich
Bis zur sogenannten Fischerhütte am Schneeberg schaffte es die Truppe in ihren Klamotten. Dann in einer Höhe von 2024 Metern Schluss. Die Hütte um diese Jahreszeit gesperrt. Kein Mensch weit und breit. Es gibt lediglich einen Notraum mit Elektrolüfter für den Winter. Aber der kostet einen Euro pro Stunde – und Münzen hatten die Jungs laut Medienberichten nicht bei sich. Um 17.30 Uhr setzten die Jugendlichen laut Polizei einen Notruf ab. Ein Abstieg von der Hütte unmöglich.
Bergretter holen Teenager von Schneeberg in Österreich: Eltern müssen für Einsatz wohl zahlen
Bei zunehmend schlechter Witterung stiegen Einsatzkräfte der Bergrettung zur Hütte auf. Laut Polizei wurden die drei Jugendlichen bei der Hütte mit warmen Getränken und entsprechender Bergsportausrüstung versorgt. Anschließen wurden sie zu Fuß und in der Folge mit dem Bergrettungsfahrzeug zu Tal gebracht und unverletzt einem Erziehungsberechtigten übergeben.
„Eine Verrechnung des Einsatzes wird geprüft“, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei. Inzwischen scheint klar, dass die Eltern der Jungs die Kosten für den Einsatz zahlen müssen, weiß oe24.at. Laut dem Bergrettungs-Ortsstellenleiter würden bei einem sogenannten „kleinen Einsatz“ pauschal 150 Euro pro Stunde verrechnet. Bei sechseinhalb Stunden Einsatz belaufen sich die Kosten dann auf 975 Euro, rechnet das Onlineportal vor. IPPEN.MEDIA hat eine Anfrage bei der Bergrettung Puchberg gestellt.
Für einen 15-stündigen Einsatz am Großglockner mussten Urlauber mehr als 20.000 Euro zahlen. Die Touristen waren trotz schlechter Wetterbedingungen zu ihrer Bergtour gestartet. Ein Anruf von deutschen Wanderern und die Frage noch den Kosten entsetzte dagegen schon einmal ein Bergretter-Team.(ml)
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