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Italien-Insel versinkt in Fluten – Straßen verwandeln sich in Wasserfälle

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Erneut haben starke Unwetter in Italien Chaos verursacht. Am späten Dienstagabend traf es die beliebte Urlaubsinsel Ischia bei Neapel.

Ischia – Es ist ein Ferienparadies, wie es die Menschen in kühleren Regionen in der Mitte oder dem Norden Europas lieben: die Ferieninsel Ischia westlich der Hafenmetropole Neapel im Süden Italiens. Die Vulkaninsel ist wegen ihrer heißen Quellen bekannt, die seit jeher zur Behandlung gereizter Ischias-Nerven genutzt werden und ihren Namen von der Insel bekamen. Die Insel überzeugt aber auch mit den vielen Stränden, alten Kirchen, Burgen und Türme sowie einem atemberaubenden Panorama vom zentralen Inselberg Monte Epomeo – zumal die Preise im Vergleich zur mondänen Nachbarinsel Capri noch bezahlbar sind.

Starke Unwetter tauchen Italien-Insel Ischia in Wassermassen

Doch am Dienstagabend (22. Oktober) brach die Hölle über das Ferienidyll herein: Die Straßen im Hafenstädtchen Ischia Porto im Norden verwandelten sich laut quotidiano.net nach heftigen Wolkenbrüchen in regelrechte Wildbäche. Im Ortsteil Pilastri, wo die Wassermassen von höher gelegenen Hängen herabströmten, ergossen sich in den steilen Gassen regelrechte Wasserfälle, geparkte Motorroller wurden einfach weggerissen.

Motorroller werden auf italienischer Insel von der Flutwelle wie Kiesel weggespült

Videos der gespenstischen Szenerie verbreiteten sich sofort über die sozialen Medien. Auch im benachbarten Ferienstädtchen Ischia Ponte und in der Gemeinde Barano im Südosten der Insel kam es zu heftigen Überflutungen, ebenso im Kurort Casamicciola im Nordwesten. Die Kanalisation konnte die Wassermassen nicht mehr fassen, Kanaldeckel wurden aus den Angeln gehoben.

Das Unwetter war dieses Mal jedoch lokal begrenzt: In anderen Teilen der Insel wurden keine kritischen Probleme gemeldet. Für die Region Kampanien, zu der Ischia gehört, gab es keine Wetterwarnung, obwohl mit schlechtem Wetter zu rechnen war. Erst Mitte der Woche hatten heftige Wolkenbrüche die Region überschwemmt, neben Ischia waren auch die viel besuchte Nachbarinsel Capri und die beliebte Amalfiküste betroffen.

Die Insel Ischia vor dem Golf von Neapel ist eine beliebte Feriendestination, wo meist die Sonne scheint.

Vor zwei Jahren begrub nach einem Unwetter ein Erdrutsch auf Ischia eine Siedlung unter sich

Auf Ischia versetzte das jüngste Unwetter die Menschen in Angst vor einem Erdrutsch. Immer wieder kommt es auf der Insel nach Wolkenbrüchen zu katastrophalen Ereignissen dieser Art: Ende 2022 war nach heftigen Regenfällen eine ganze Siedlung von einem abrutschendem Hang begraben worden, es gab über zehn Tote. Zwischen 1910 und 2015 kamen bei mindestens neun Erdrutschen weitere 30 Menschen ums Leben.

Auch im benachbarten Gebiet des Supervulkans der Phlegräischen Felder kommt es immer wieder zu heftigen Erdrutschen, hier kommen noch ständige Erdbeben als Verursacher hinzu. Der Vulkanismus an Land behindert mittlerweile auch den Fährverkehr nach Ischia. Kürzlich sorgte ein Vorfall auf Ischia für Entsetzen, als ein Mann seiner Frau nicht half, die von einer Klippe gestürzt war. Sie starb.

Rubriklistenbild: © Montage: Francesco Emilio Borrelli/Antonello De Rosa/Facebook

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