VonJohannes Welteschließen
Nach heftigen Gewittern haben mehrere Muren für heftige Schäden in den Südtiroler Dolomiten gesorgt. Die Straße zu einem beliebten Berggasthaus wurde verschüttet.
Enneberg – Die Dolomiten in Südtirol und den italienischen Nachbarprovinzen Trentino und Veneto sind ein Dorado für Wanderer und Bergsteiger. Doch die bleichen Gipfel werden in diesem Sommer von einem Unwetter nach dem anderen heimgesucht. Sturm und Hochwasser sorgen immer wieder für neue Schäden, doch vor allem Muren sorgen für dramatische Einsätze der Rettungsorganisationen.
Erneut heftige Gewitter in Südtirol - Berghänge kommen aufgrund starker Niederschläge ins Rutschen
Am Dienstagabend (16. Juli) war es wieder so weit, heftige Regenfälle sorgten dafür, dass mehrere Berghänge ins Rutschen gerieten: „Schon am gestrigen Nachmittag war die Mure am Ciamaor-Bach oder Foscedura-Bach in St. Vigil in Enneberg in Bewegung“, berichtet Techniker Michael Baumgartner vom Landesamt für Wildbach- und Lawinenverbauung Ost, „kurz nach 19.30 Uhr wurden wir alarmiert, weil die Mure niedergegangen ist“.
Die Gemeindestraße von St. Vigil in Enneberg nach Pederü musste über Nacht gesperrt werden. Die Mautstraße führt zur Pederü-Berghütte auf 1548 Meter Höhe am oberen Ende des Rautals im Naturpark Fanes-Sennes-Prags, ein beliebtes Startziel für Bergwanderungen.
Mure ergießt sich in Dolomiten-Tal und verschluckt Straße - 20.000 Kubikmeter Material abtransportiert
Noch in der Nacht schickte die Provinz Südtirol in Absprache mit der Gemeinde und der Freiwilligen Feuerwehr einen Bagger an den Ort des Geschehens, um wenigstens dafür zu sorgen, dass der Bach wieder unter der Brücke durchfließen kann. Auch Mittwochvormittag waren die Wildbacharbeiter mit vier Baggern dabei, rund 15.000 bis 20.000 Kubikmeter Material abzutransportieren.
Auch in anderen Tälern gab es viel zu tun: Im Rotwandbach in der Gemeinde Rasen-Antholz ging auf Höhe des Antholzer Sees eine Mure ab, die Straße zum bekannten Stallersattel wurde aber nicht verschüttet. Im Weißenbach in Mittewald in der Gemeinde Franzensfeste hielt ein Rückhaltebecken riesige Mengen von Murenmaterial in ein großes Rückhaltebecken auf. Die Straße nach Pederü wurde am Mittwoch um 8.15 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben, doch es gibt Behinderungen wegen der Baggerarbeiten.
Erst vor kurzem hatte ein Unwetter für heftige Schäden in Ortschaften entlang der Brennerautobahn gesorgt. In Österreich waren sogar Urlauber von Muren eingeschlossen worden. An der Silvretta blockieren Felsstürze und Muren für Monate die Straße aus dem Montafon auf die Bielerhöhe.
Rubriklistenbild: © LPA/Landesamt für Wildbach- und Lawinenverbauung Ost in der Agentur für Bevölkerungsschutz

