VonJana Stäbenerschließen
Die Weltgemeinschaft berät über die Klimakrise. Ausgerechnet im Wüstenstadt, denkt ihr euch? Hier kommt der Beweis, dass es keinen besseren Ort gibt.
Achtung: Dieser Artikel kann Spuren von Ironie enthalten.
In Dubai hat die UN-Klimakonferenz begonnen. Bei der will die deutsche Regierung sich für einen weltweiten Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas einsetzen (hier sieben alarmierende Gründe, warum dieser Klimaschutz wichtig ist).
In Paris hatten sich die Staaten darauf geeinigt, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen, was mittlerweile aber nicht mehr realistisch ist. Laut einem neuen UN-Bericht steuert die Welt vielmehr auf ein Plus von bis zu 2,9 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu – immer mehr verheerende Extremwetterereignisse, die du auch in Deutschland bemerkst, sind die Folge.
Schon jetzt hat sich die Welt um rund 1,1 Grad aufgeheizt, in Deutschland sind es neuesten Daten zufolge sogar 1,7 Grad. Wie es nun weitergehen soll, darüber beraten im Golfemirat Dubai nun Vertreter aus rund 200 Staaten. Aber warum gerade hier? BuzzFeed News Deutschland sammelt sieben Gründe, warum es wohl keinen besseren Ort für die Klimakonferenz gibt als Dubai.
1. Weil die Vereinigten Arabische Emirate ein Ölförderstaat sind...
Dubai ist die größte Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Die VAE sind einer der weltweit größten Erdgas- und vor allem Erdöl-Produzenten – beides wahnsinnig gut fürs Klima. Der perfekte Austragungsort für eine Klimakonferenz, finden auch Klimaschützer.
2. ...und ihr wichtigster Öl-Buddy leitet die Klimakonferenz.
Vor allem, weil der designierte Präsident der Konferenz, Sultan Ahmed al-Dschaber, gleichzeitig Chef des staatlichen Ölkonzerns Adnoc ist. Jennifer Morgan, die Sonderbeauftragte für internationale Klimapolitik, traut ihm diese Doppelrolle im Gespräch mit dem Spiegel sogar zu – besser geht es doch nicht!
3. Die VAE haben einen der höchsten pro Kopf CO₂-Ausstöße der Welt:
Etwa 20 Tonnen CO₂ pro Kopf stoßen die Vereinigten Arabische Emirate aus. Einer der höchsten pro Kopf CO₂-Ausstöße der Welt. Zum Vergleich: In Deutschland sind es etwa acht Tonnen pro Kopf. Wenn jemand also weiß, wie Klimaschutz geht, dann Dubai!
4. Vielleicht, weil es hier Klimaanlagen im Fußballstadion gibt...
Als Wüstenstadt verbraucht Dubai enorm viel Energie, um Gebäude zu kühlen – auch Sportstätten. Bei der WM in Katar wurden Fußballstadien in den VAE mit Klimaanlagen heruntergekühlt. Ein echter Pluspunkt in Sachen Klimakonferenz!
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5. ...und eine Skihalle mitten in der Wüste...
Ein weiteres Beispiel für Wunschvorstellung vs. bittere Realität beim Klimaschutz in Dubai: Skihallen mitten in der Wüste. „Probier doch etwas Unmögliches in einer Wüstenstadt und geh Skifahren“, bewirbt das Golfemirat den Spaß aktiv auf der eigenen Website.
6. ...eine künstliche Insel auf einem Korallenriff
Dubai ist bekannt für seine Palmeninsel – künstlich aufgeschüttete Sandbänke, auf der sich Luxushotels und Villen befinden. Das Problem: Der Sand und Schlamm zerstörte das dortige Korallenriff, die Lebensgrundlage vieler Fische und Meerestiere ging verloren. Also, wenn das mal kein gutes Beispiel für Meeresschutz ist... (Teste dein Wissen dazu in unserem Quiz)
7. ... und Klimaproteste nicht gern gesehen werden.
Eine Klimakonferenz in einem autoritären Staat, der Kritiker überwacht? Ach, Demonstrationen sind nur auf dem Konferenzgelände am Stadtrand erlaubt? Was soll da schon schiefgehen? Da wird Klimaprotest (wie ihn die Letzte Generation lebt) sicher möglich sein!
(Mit Material der dpa)
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