„Gab es noch nie“

Lage in Österreich-Gemeinde nach Unwetter weiterhin „katastrophal“

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Anhaltende Regenfälle haben in Österreich zu Überflutungen geführt. Erdrutsche und Murenabgänge bedrohen weiterhin viele Häuser. Die Situation bleibt ernst.

Leibnitz — Seit Tagen sorgen starke Regenfälle in Österreich, Slowenien und Kroatien für Überschwemmungen. Slowenien kämpft mit dem schlimmsten Unwetter seit 30 Jahren. Mehrere Menschen sind bereits ums Leben gekommen. In Österreich sind vor allem die Bundesländer Steiermark und Kärnten vom Hochwasser betroffen. Zahlreiche Straßen und Häuser stehen unter Wasser, Murenabgänge und Erdrutsche verschlimmern die Lage. Die Bezirke Südoststeiermark und Leibnitz wurden zu Katastrophengebieten erklärt.

Unwetter in Österreich: „Katastrophale“ Lage in der Steiermark

Die Lage in Leibnitz ist dramatisch. Seit dem Wochenende sind dutzende Einsatzkräfte und Freiwillige im Dienst. „Sowas haben wir noch nie erlebt. Das hat es noch nie gegeben“, sagte der Weinbauer Hannes Sinemus aus dem nahe gelegenen Kitzeck heute.at. „Bei mir am Berg sind mehrere Straßen und ein Hang betroffen, doch unten im Tal kamen die Wassermassen quasi über Nacht – katastrophal“, schilderte er die Situation.

Eine überflutete Brücke über die Sulm im Bezirk Leibnitz in der Steiermark.

In dem österreichischen Heimschuh brach ein Damm, der den ganzen Ort überflutete. „Ein Bekannter steht mit seinem Betrieb, der Ölmühle, vor einem Trümmerfeld und hat 1,4 Millionen Euro Schaden“, sagte der Weinbauer. In dem nur wenige Kilometer entfernten St. Johann im Saggautal löste sich in der Nacht auf Sonntag (6. August) eine Mure, die ein ganzes Haus mit sich riss. Danach wurde ein weiteres Haus unterspült und bei einem anderen das Dach abgetragen. Die Bewohner der betroffenen Häuser konnten rechtzeitig alarmiert werden, wie kleinezeitung.at berichtete.

Überschwemmungen in Österreich: Katastrophe in Steiermark und Kärnten erklärt

Als Reaktion auf die Unwetter stellte die Bezirkshauptmannschaft Südoststeiermark am Sonntagnachmittag formell den Katastrophenfall für den gesamten Bezirk fest, schrieb kleinezeitung.at. Für den Bezirk Südoststeiermark wurden rund 237 Hangrutsche bei der Landeswarnzentrale erfasst. Bis Sonntag wurden insgesamt mindestens 320 Hangrutsche gemeldet. Das Land Steiermark teilte mit, dass Wasserleitungen gebrochen und das Wasser aus 65 Brunnen nicht genießbar sei. Mehrere Gemeinden waren am Wochenende von der Außenwelt abgeschnitten.

Am Montagmorgen sanken laut Nachrichtenagentur APA die Wasserstände in Kärnten und in der Steiermark. Die Lage ist dennoch ernst, da Erdrutsche weiterhin Wohngebiete an mehreren Orten bedrohen. Mehr als 300 Menschen mussten in beiden Bundesländern ihre Wohnungen aufgrund der Erdrutschgefahr verlassen. (vk)

Rubriklistenbild: © Erwin Scheriau/dpa

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