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Unwetter in Österreich, Slowenien und Kroatien: Lage ist „chaotisch“ und „kritisch“

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In Slowenien, Kroatien und Österreich haben starke Unwetter zu Überflutungen geführt. Ganze Ortschaften sind abgeschnitten. Der News-Ticker.

Update vom 9. August, 17:06 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen besuchte Slowenien nach der verheerenden Flutkatastrophe und den Unwettern in Slowenien, Österreich und Kroatien. Gemeinsam mit Ministerpräsident Robert Golob flog sie im Helikopter über die am schlimmsten betroffenen Gebiete, wie 24ur.com berichtet. Im Anschluss stellte von der Leyen Slowenien schnelle Hilfen in Höhe von bis zu 400 Millionen Euro in Aussicht.

„Es war herzzerreißend, die Zerstörungen zu sehen, die Regen, Überschwemmungen und Erdrutsche angerichtet haben“, sagte Ursula von der Leyen auf einer Pressekonferenz in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana. Wie Ministerpräsident Golob dort mitteilte, wurden mindestens 10.000 Häuser zerstört – 10.000 Familien sind in Not geraten. Von der Leyen betonte, dass „das slowenische Volk nicht allein dasteht.“

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen flog mit Sloweniens Ministerpräsident Thomas Golob über von der Überschwemmung betroffene Gebiete.

Die 400 Millionen Euro sollen aus dem Solidaritätsfonds der EU kommen, 100 Millionen Euro davon werden noch in diesem Jahr zur Verfügung gestellt. Damit nicht genug: 2,7 Milliarden Euro kann Slowenien aus den Corona-Fonds beantragen, rund 3,3 Milliarden Euro aus den EU-Kohäsionsfonds verwenden. Eine genaue Bezifferung der Schäden blieb bisher aus, Ministerpräsident Golob schätzte diese nach schweren Überschwemmungen auf mehrere Milliarden Euro.

Unwetter in Slowenien, Österreich und Kroatien: Lage ist „chaotisch“ und „kritisch“

Update vom 9. August, 11.10 Uhr: Wegen der Überschwemmungen, die mit den heftigen Unwettern in Slowenien, Österreich und Kroatien einhergehen, sind viele Menschen in Slowenien besorgter als während der Corona-Pandemie. Das schreibt die größte slowenische Tageszeitung Delo ausgehend von einer jüngsten Meinungsumfrage.

Die Mehrheit der durch das Meinungsforschungsinstitut Valicon Befragten bezeichneten die derzeitige Situation als „kritisch“, zeitweise sogar „chaotisch“ (39 Prozent), fünf Prozent empfänden demnach die Lage gar als „aussichtslos“. Damit schlage der Wert des errechneten Normalindex den der Corona-Pandemie oder des Kriegsausbruchs in der Ukraine. Der Normalindex misst, wie die Bürgerinnen und Bürger eine aktuelle Situation erleben und empfinden.

Laut den Valicon-Recherchen waren mindestens 60.000 Bewohner im Alter zwischen 18 und 75 Jahren direkt von dem Jahrhundert-Unwetter betroffen. Seit Freitag (4. August) kam es in Slowenien, aber auch in Österreich und Kroatien, immer wieder zu heftigen Regenschauern, weshalb vielerorts Flüsse über die Ufer traten. Auch Hangrutsche bedrohten viele Regionen in den drei Ländern.

Größere Sorgen bereiteten den Einwohnern Sloweniens der Umfrage zufolge lediglich der Anstieg der Lebenshaltungskosten und die Inflation. Auf der Balkanhalbinsel liegt der Wert der Inflation seit März 2022 konstant zwischen 83 und 93 Prozent.

Schwere Unwetter treffen Slowenien, Österreich und Kroatien: Fotos zeigen massive Zerstörung

Ein überschwemmtes Gebiet in der Nähe der Stadt Kamnik. Inmitten der schweren Unwetter und Überschwemmungen in Slowenien ist die Leiche eines Mannes gefunden worden.
Ein überschwemmtes Gebiet in der Nähe der Stadt Kamnik. Inmitten der schweren Unwetter und Überschwemmungen in Slowenien ist die Leiche eines Mannes gefunden worden. © Miro Majcen/dpa
Ein schwerer Murenabgang infolge der Unwetter sorgt für eine Evakuierung in der Ortschaft Sankt Johann in Österreich.
Die heftigen Unwetter in Slowenien, Österreich und Kroatien hinterlassen Spuren: Nach einem schweren Murenabgang in Sankt Johann in Österreich mussten mehrere Menschen evakuiert werden. Gebäude wurden dabei teilweise zerstört, mindestens eins stürzte ein. © Bernd März/Imago
Ein überflutetes Gebiet in der Nähe der Stadt Kamnik. Inmitten der schweren Unwetter und Überschwemmungen in Slowenien ist die Leiche eines Mannes gefunden worden.
Ein überflutetes Gebiet in der Nähe der Stadt Kamnik. Inmitten der schweren Unwetter und Überschwemmungen in Slowenien ist die Leiche eines Mannes gefunden worden. © Miro Majcen/dpa
Ein Auto hängt an einer Brücke. Inmitten der schweren Unwetter und Überschwemmungen in Slowenien ist die Leiche eines Mannes gefunden worden.
Ein Auto hängt an einer Brücke. Inmitten der schweren Unwetter und Überschwemmungen in Slowenien ist die Leiche eines Mannes gefunden worden. © Miro Majcen/dpa
Feuerwehrleute sind mit Aufräumarbeiten an einer überfluteten Straße in St. Paul im Lavanttal in Kärnten beschäftigt.
Feuerwehrleute sind mit Aufräumarbeiten an einer überfluteten Straße in St. Paul im Lavanttal in Kärnten beschäftigt. © Gerd Eggenberger/dpa
Eine eingestürzte Brücke in der Nähe der Stadt Kamnik. Inmitten der schweren Unwetter und Überschwemmungen in Slowenien ist die Leiche eines Mannes gefunden worden.
Eine eingestürzte Brücke in der Nähe der Stadt Kamnik. Inmitten der schweren Unwetter und Überschwemmungen in Slowenien ist die Leiche eines Mannes gefunden worden. © Miro Majcen/dpa
In der Nähe von Zagreb (Kroatien) ist ein Mann mit einem aufblasbaren Kinderbecken durch die gefluteten Straßen gerudert. (Screenshot)
Den heftigen Unwettern zum Trotz: Ein Mann in der Nähe der kroatischen Hauptstadt Zagreb erheiterte die Nachbarschaft, nachdem er mit einem aufblasbaren Kinderbecken durch die überschwemmte Straße rudert.  © Facebook/NAŠ BRDOVEC/Screenshot
Ein überflutetes Gebiet in der Nähe von Kamnik. Inmitten der schweren Unwetter und Überschwemmungen in Slowenien ist die Leiche eines Mannes gefunden worden.
Ein überflutetes Gebiet in der Nähe von Kamnik. Inmitten der schweren Unwetter und Überschwemmungen in Slowenien ist die Leiche eines Mannes gefunden worden. © Miro Majcen/dpa
Anwohner und Touristen filmen einen über die Ufer getretenen Bach in Ika. Stundenlanger Starkregen und Gewitter haben viele Straßen in der bei Urlaubern beliebten Region unpassierbar gemacht.
Anwohner und Touristen filmen einen über die Ufer getretenen Bach in Ika. Stundenlanger Starkregen und Gewitter haben viele Straßen in der bei Urlaubern beliebten Region unpassierbar gemacht. © Boris Roessler/dpa
Eine Person geht bei Regen über einen überschwemmten Parkplatz. In den nach heftigen Regenfällen bereits teils überschwemmten Gebieten im Süden Österreichs hat es in der Nacht weiter geschüttet.
Eine Person geht bei Regen über einen überschwemmten Parkplatz. In den nach heftigen Regenfällen bereits teils überschwemmten Gebieten im Süden Österreichs hat es in der Nacht weiter geschüttet. © Erwin Scheriau/dpa

Unwetter in Österreich, Slowenien und Kroatien: von der Leyen im Krisengebiet eingetroffen

Update vom 9. August, 8.02 Uhr: Am Mittwoch reist EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach Slowenien. Sie will in dem von verheerenden Überschwemmungen heimgesuchten EU-Mitgliedsland Mittel und Wege erörtern, um Unterstützung für den Wiederaufbau zu mobilisieren, teilte die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel mit.

Nach Angaben des Büros von Ministerpräsident Robert Golob stehe ein Flug über die am schlimmsten betroffenen Gebiete im Norden des Landes auf dem Programm. Dem Regierungschef liege daran, dass sich die Politikerin aus Brüssel ein eindrückliches Bild von der Katastrophe mache, hieß es weiter. In Crna na Koroskem nahe der österreichischen Grenze ist eine gemeinsame Presseerklärung geplant. Auf dem Landweg ist der Ort wegen zerstörter Straßenverbindungen immer noch schwer erreichbar.

Unwetter in Slowenien: THW-Helfer aus Deutschland nehmen Arbeit in Katastrophenregion auf

Anhaltende schwere Regenfälle hatten seit Freitag in Slowenien Flüsse und Gewässer überlaufen lassen. Überschwemmungen und Erdrutsche richteten enorme Schäden an. Dörfer wurden evakuiert, Straßen und Eisenbahngleise standen unter Wasser, Hunderte Brücken wurden weggerissen, an der Mur brach ein Damm. Ministerpräsident Golob hatte zunächst von Schäden in Höhe von mindestens 500 Millionen Euro gesprochen. Zuletzt schätzte er sie auf mehrere Milliarden Euro ein.

Indes nahmen Mitarbeiter des deutschen Technischen Hilfswerks (THW) in der slowenischen Katastrophenregion ihre Arbeit auf. Im Laufe der Woche werden auch THW-Brückenexperten erwartet, nachdem wegen zerstörter Brücken immer noch viele Orte auf dem Landweg nicht erreichbar sind. Das THW ist Deutschlands ehrenamtlich getragene Einsatzorganisation. Auch aus anderen Ländern wie Österreich, Tschechien, Ungarn und Frankreich trifft fortlaufend Hilfe ein.

Nach den Unwettern in Slowenien sind einige Gebiete immer noch von der Außenwelt abgeschnitten. Via Luftbrücke werden Menschen mit dem nötigsten versorgt.

Update vom 8. August, 14 Uhr: In Slowenien geht das Hochwasser langsam zurück. Das Ausmaß der Zerstörung wird immer weiter sichtbar. Die Aufräumarbeiten laufen. Einige Orte sind immer noch von der Außenwelt abgeschnitten. Mehrere Häuser im Bergdorf Luce nahe der österreichischen Grenze seien nur mit dem Hubschrauber erreichbar, berichtete der slowenische Rundfunk. Das slowenische Militär richtet Luftbrücken ein, um die Menschen dort mit dem nötigsten zu versorgen, wie auf Fotos auf Twitter zu sehen ist.

Nach Überschwemmungen in Slowenien: Mehr als 200 Erdrutsche gemeldet

Erdrutsche sind weiterhin eine große Gefahr. Im Raum Gorenjska seien in den vergangenen Stunden 200 gemeldet worden, berichtet 24ur.com. In Koroška Bela mussten Montagabend Bewohner ihre Häuser verlassen.

Erste Mitarbeiter des deutschen Technischen Hilfswerks (THW) sind in Slowenien eingetroffen. „Wir haben auch hier weggerissene Häuser, weggerissene Brücken und ein großes Maß an Zerstörung in dem Bereich, wo das Hochwasser durchgegangen ist“, sagte THW-Einsatzleiter Thorsten Meier am Montagabend im ZDF-„Heute Journal“. Die Situation vor Ort erinnere ihn an die Katastrophe im Ahrtal vor zwei Jahren.

Die slowenische Regierung hat auf einer Webseite Informationen für Urlauber und eine Liste von Orten, zu „denen Reisen bis auf Weiteres nicht möglich sind“ zusammengestellt:

  • Zentralslowenien: Medvode, Kamnik, Velika Planina, Komenda, Idrija, Žiri, Škofja Loka (Poljanska dolina)
  • Alpines Slowenien: Teile von Kärnten (Črna na Koroškem, Prevalje, Mežica, Dravograd...), Oberes Savinja-Tal (Luče, Solčava, Ljubno ob Savinja, Gornji Grad, Nazarje, Rečica ob Savinja, Mozirje, Polzela), Jesenice, Bela
  • Pannonisches Slowenien: An einigen Stellen in Pomurje ist die Mur über die Ufer getreten.

Update vom 8. August, 9.30 Uhr: In Kroatien drohen weiter Überschwemmungen. Die Lage an den Flüsse Drau und Mur ist erneut kritisch, berichtet das kroatische Fernsehen HRT. Das Wasser überflutete die von den Helfern errichteten Dämme aus Sandsäcken in Drnje an der Drau und drang in Wohngebiete ein. 33 Bewohner einer Roma-Siedlung wurden evakuiert und vorläufig in einer Sporthalle untergebracht.

Unwetter in Österreich: Viele Einsatzkräfte nach Extremwetter im Dauereinsatz

Update vom 8. August, 6.39 Uhr: Einsatzkräfte der Feuerwehr, Polizei, Berg- und Wasserrettung sind nach den Unwettern im Dauereinsatz – viele schon seit Tagen. Ein Ende scheint vorerst am Dienstag nicht in Sicht. In Österreich appelliert das Bundesland Kärnten an Arbeitgeber, Mitarbeitern, die als Freiwillige im Einsatz sind, Sonderurlaub zu gewähren, berichtet das ORF. In Kärnten und der Steiermark drohen weiterhin Erdrutsche. Der Boden ist teils völlig aufgeweicht. Zudem sei der Grundwasserspiegel in den Unwetter-Regionen weiterhin hoch. Ausgepumpte Kellern oder Tiefgaragen liefen immer wieder voll.

Jahrhundertflut in Slowenien fordert weiteres Todesopfer

In Slowenien laufen Aufräumarbeiten am Dienstag weiter auf Hochtouren. Der slowenische Wetterdienst rechnet erneut mit einem überwiegend sonnigen Tag, es ist ein kleiner Lichtblick.

Nach der Jahrhundertflut ist die Zahl der Todesopfer auf sechs gestiegen. Darunter laut Polizei auch ein Mann, der bei Aufräumarbeiten geholfen habe. Er sei tot aufgefunden worden, nachdem er in der Nähe von Ljubljana in eine Jauchegrube gefallen sei. Zudem hätten Rettungskräfte am Sonntag die Leiche eines 35-jährigen Mannes in einem Fluss im Osten des Landes entdeckt.

Katastrophale Unwetter in Österreich und Slowenien: Einsatzkräfte am Limit

Update vom 7. August, 22.10 Uhr: Die verheerenden Unwetter in Österreich, Slowenien und Kroatien zehren an den Nerven. Kärntens Katastrophenschutzreferent Daniel Fellner (SPÖ) hat in den vergangenen Tagen wenig geschlafen. Die Helfer kommen an ihr Limit, berichtet er gegenüber dem Kurier. „Wir als Führungskräfte müssen auf das Aufladen der Batterien jener, die draußen im Einsatz sind, umso mehr achten“, so Fellner. Doch immer öfter schlägt den Einsatzkräften auch Wut von Betroffenen entgegen.

Kärntens Katastrophenschutzreferent fügt Beispiele von einem Vorfall bei den Unwettern in Österreich der vergangenen Tage an, als die Feuerwehr Lichtschächte mit Sandsäcken geschützt hat und dann der Nachbar einfach hingegangen sei und die Sandsäcke gestohlen habe.

Unwetter in Österreich, Slowenien und Kroatien: Einsatzkräfte bepöbelt

„Wie soll man so etwas beschreiben?“, erkundigt sich Fellner. „Oder wenn Einsatzorganisationen, die mit Blaulicht auf einem Radweg im Lavanttal unterwegs sind, angepöbelt werden, was sie am Radweg verloren haben. Die Frage muss eher lauten: Was sucht ein Zivilist am Radweg, wenn Zivilschutzalarm herrscht? Er also angehalten ist, seine Wohnung nicht zu verlassen.“

Der Katastrophenschutzreferent werde sich der Frage widmen, „wie kann ich die gesetzlichen Rahmenbedingungen so darstellen, dass wir optimal auf solche Dinge reagieren können.“ 

Unwetter in Österreich, Slowenien und Kroatien: Wahrzeichen nach Erdrutsch bedroht

Update vom 7. August, 21 Uhr: Die schweren Unwetter in Österreich, Slowenien und Kroatien fordern weiterhin ihren Tribut. In droht das berühmte Stift St. Paul im Lavanttal, in dem seit dem Jahr 1091 Benediktinermönche arbeiten und leben, abzurutschen, wie der „Kurier“ berichtet. Laut den Angaben sei es auch bei dem berühmten Wahrzeichen zu einem Erdrutsch gekommen und Teile einer Mauer rund um den Stiftsgarten seien abgebrochen. Gefahr für Menschen bestehe aber derzeit nicht.

Mithilfe von Planen werde nun versucht zu verhindern, dass neue Niederschläge ins Erdreich eintreten können. Drei Landesgeologen hätten die Lage bereits beurteilt. 

Seit Beginn der Unwetter in der Nacht auf Freitag haben die Kärntner Feuerwehren mehr als 3.500 Einsätze bewältigt. Mehr als 4.200 Feuerwehrleute befinden sich im Einsatz – neben jenen aus den betroffenen Bezirken auch Mitglieder des Katastrophenschutz-Zuges aus Oberkärnten und mehr als 200 Feuerwehrleute aus Niederösterreich, die mit Großpumpen angerückt waren. Laut Kaiser habe in diesem Jahr mit rund 18.000 Feuerwehreinsätzen in Kärnten bereits so viele verzeichnet wie im gesamten Jahr 2021.

Ein zusammengestürztes Haus liegt in den Fluten. Die verheerenden Überschwemmungen im EU-Land Slowenien haben internationale Hilfe auf den Plan gerufen.

Unwetter in Slowenien, Österreich und Kroatien: An der Glan herrscht „absolute Lebensgefahr“

Update vom 7. August, 19.43 Uhr: Die Lage bleibt nach den Unwettern in Slowenien, Österreich und Kroatien in allen betroffen Gebieten angespannt. Nun etliche Gemeinden in Österreich wurde zuletzt der Katastrophenfall ausgesprochen. Auch die Gemeinde St. Veit an der Glan warnt vor den Folgen der schweren Unwetter. „In den Überflutungsbereichen entlang der Glan herrscht absolute Lebensgefahr!“, heißt es in einem Facebook-Post der Gemeinde samt dringenden Appell, die behördlichen Anweisungen zu befolgen.

Am Sonntag (6. August) kam es dort zu einem tödlichen Unglück, nachdem ein Radfahrer den abgesperrten Bereich betreten und von den Wassermassen des übergetretenen Flusses mitgerissen worden war.

Unwetter in Österreich, Slowenien und Kroatien: Gefahr von Hangrutschen weiterhin hoch in Kärnten

Update vom 7. August, 17.49 Uhr: „Die Gefahr ist aber noch nicht gebannt“, mahnte der Kärntner Katastrophenschutz-Referent Daniel Fellner (SPÖ) in Bezug auf die heftigen Unwetter in Slowenien, Österreich und Kroatien an. Zwar habe sich das Wetter im Laufe des Montagvormittags etwas beruhigt, dennoch gelte besondere Vorsicht.

In Bad Eisenkappel, Globasnitz und Neuhaus nahe dem Völkermarkter Stausee sei die Gefahr eines Hangrutsches noch immer groß, schreibt wetter.at. „Auch kleinere Einträge in die aufgeweichten Hänge könnten zu Folgeschäden führen“, sagte Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) dazu. Katastrophenschutz-Beauftragter Fellner appellierte daher daran, die Zivilschutzwarnungen nach wie vor ernst zu nehmen.

Wie kommt es zu einem Erdrutsch? (Info-Grafik)

Unwetter in Österreich, Slowenien und Kroatien: THW sichert Hilfe in betroffenen Gebieten zu

Update vom 7. August, 15.03 Uhr: Die Städte in Kroatien wehren sich derzeit vergleichsweise erfolgreich gegen die Wassermassen. Vor allem in Zagrab griffen die Notfallmaßnahmen bislang gut. Doch das Land hat das Schlimmste noch nicht überstanden, momentan fürchten Menschen die Flutwelle aus Slowenien. Der Wasserpegel der Save steigt bedrohlich an.

Update vom 7. August, 12.27 Uhr: Nach den katastrophalen Überschwemmungen in Slowenien stehen weiterhin Gebiete in den Tälern der Flüsse Save, Drau und Mur unter Wasser, berichtet die slowenische Nachrichtenagentur STA am Montagmorgen. Wegen der durchnässten Böden sei die Gefahr von Erdrutschen sei weiterhin groß.

Deutschland kündigt Hilfe für Slowenien an. Das Technische Hilfswerk (THW) will Einsatzkräfte so schnell wie möglich in die betroffenen Gebiete entsenden. Das THW Rosenheim ziehe derzeit Einsatzkräfte aus zehn Ortsverbänden zusammen, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Hoffmann am Montag in Berlin. Die Kosten von 700.000 Euro werde das Auswärtige Amt tragen. Mögliche weitere Hilfe werde sich nach Lage und Bedarf richten.

Update vom 7. August, 9.48 Uhr: In Österreich ist die Lage besonders in der Steiermark und in Kärnten weiter kritisch. Nach den zahlreichen Hangrutschen stellten in der Steiermark die Bezirkshauptmannschaften Südoststeiermark und Leibnitz „die Katastrophe für den gesamten Bezirk“ fest. „Sowas haben wir noch nie erlebt. Das hat es noch nie gegeben“, erzählt ein Weinbauer in Leibnitz.

Hochwasser-Lage: Weitere Evakuierungen in Österreich – Slowenien bittet nach Naturkatastrophe um Hilfe

Update vom 7. August, 9.30 Uhr: Überschwemmungen, Muren und Erdrutsche sorgen in Österreich weiter für Probleme. Noch ist die Lage kritisch. Hänge drohen abzurutschen. In Kärnten mussten in der Nacht auf Montag zehn Bewohner ihre Häuser verlassen, weil ein Hangrutsch in St. Veit an der Glan droht. Wegen starker Unterspülung sperrte die österreichische Polizei eine Straße. Bis Sonntagnachmittag waren 80 größere Rutschungen registriert worden. In der Steiermark waren es bis Sonntagmorgen 280 gewesen. Die Wasserpegel an den Bächen und Flüssen sinken am Montag. Auch in der Mur in Graz ging das Wasser zurück.

In Slowenien sind die Folgen der Überschwemmungen verheerend. Zwei Drittel des Landes sind betroffen. Hunderte Menschen mussten wegen drohender Erdrutsche evakuiert werden. Viele Dörfer sind durch das Wasser und Geröll von der Außenwelt abgeschnitten. Straßen und Eisenbahngleise standen unter Wasser, an der Mur brach ein Damm.

Die hohe Bodenfeuchtigkeit mache Erdrutsche wahrscheinlicher, warnte der Geologische Dienst Sloweniens. Akut in Gefahr waren am Sonntag weiterhin mindestens sechs Orte in Gebirgsregionen. Anton Preksavec, Bürgermeister des von Erdrutschen heimgesuchten Dravograd an der Drau, sprach von einer „Apokalypse wahrhaft biblischen Ausmaßes“.

Slowenien erbittet technische Hilfe von der Nato und der EU. Schweres Gerät, auch für die Regulierung von Wasserläufen, vorgefertigte Brücken von bis zu 40 Metern Länge sowie fünf schwere Militärhubschrauber für den Transport, stehen auf der Liste.

Update vom 6. August, 22.35 Uhr: Slowenien von den schlimmsten Unwettern der letzten 30 Jahren heimgesucht. In der Stunde der Not scheinen die Menschen vor Ort näher zusammenzurücken. So haben Einwohner der von den Unwettern betroffenen Regionen wohl hunderte Touristen versorgt und teilweise die gestrandeten Urlauber bei sich aufgenommen. Das berichtet die österreichische Kronen Zeitung.

Demnach sei etlichen Slowenien-Besuchern die Heimreise durch die Überschwemmungen versperrt worden. So auch einer Familie aus Österreich, die gegenüber der Zeitung von der Lage vor Ort berichtete. Von der Hauptstadt Ljubljana kommend war die dreiköpfige Familie auf dem Weg Richtung Nordosten und sei nicht weitergekommen. Innerhalb kürzester Zeit hätten Bewohner ihnen und zahlreichen anderen Urlaubern einen Schlafplatz organisiert. Auch für Essen und Trinken hätten die hilfsbereiten Menschen vor Ort gesorgt.

Heftige Unwetter in Österreich und Slowenien: Mann bei Aufräumarbeiten verunglückt

Update vom 6. August, 22.01 Uhr: Auch in Slowenien wurde eine weitere Person tot aufgefunden. Wie die slowenischen Medien berichten, verunglückte offenbar ein Mann bei den Aufräumarbeiten infolge der schweren Unwetter, die die letzten Tage über Slowenien, Österreich und Kroatien fegten.

Wie die Slovenia Post schreibt, habe sich das Unglück in dem Ort Most pri Komenda, nördlich der Hauptstadt Ljubljana zugetragen. Der Mann sei in eine Klärgrube gestürzt, wo Einsatzkräfte ihn am Sonntagabend fanden. Nach bisherigen Informationen handelt es sich um das fünfte Todesopfer der verheerenden Überschwemmungen in Slowenien.

Heftige Unwetter in Österreich und Slowenien: Radfahrer in reißendem Fluss tödlich verunglückt

Update vom 6. August, 18.06 Uhr: Bei der in Österreich geborgenen Leiche handelt es sich wohl um einen Radfahrer, der in die Glan gestürzt ist. Berichten von Augenzeugen zufolge, soll das Unglück am Sonntagnachmittag in der Gegend von Zollfeld passiert sein. Das schreibt der Kurier. Demnach habe die Wasserrettung sofort mit der Suche nach ihm begonnen, konnte auch gefunden und reanimiert werden. Doch er starb wenig später im Krankenhaus. Ob es sich bei dem Opfer um einen Touristen oder Einheimischen handelt, ist noch unklar.

Schwere Unwetter in Österreich und Slowenien: Eine weitere Hochwasserwelle wird befürchtet

Update vom 6. August, 13.49 Uhr: Die Folgen der Unwetter in Österreich und Slowenien sind weiter gravierend. In mehreren Gemeinden wurden bereits Zivilschutzwarnungen herausgegeben, berichtet die Tagesschau. Eine Entspannung der Lage ist derzeit vielerorts nicht in Sicht – ganz im Gegenteil. „Die Prognose ist so, dass wir mit einer weiteren Hochwasserwelle rechnen müssen“, sagte Georg Fejan, der Bezirkshauptmann, bereits vergangene Nacht dem ORF-Radio Kärnten. Vorsorglich wurden bereits rund 70 Haushalte evakuiert, zudem wurden auch Campingplätze geräumt.

Auch in Slowenien ist die Lage noch immer sehr ernst. Die Sorge vor Erdrutschen wächst nach dem Dammbruch und die Rettungs- und Aufräumarbeiten dauern weiter an. Die Bewohner mehrerer Orte am Fluss Meza, nahe der österreichischen Grenze, wurden laut der slowenische Nachrichtenagentur STA evakuiert.

Heftige Unwetter in Österreich und Slowenien: Hangrutsche drohen – schwere Fliegerbombe explodiert

Update vom 6. August, 11.31 Uhr: In einer Gemeinde in Österreich ist eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe mit Langzeitzünder aus dem Zweiten Weltkrieg explodiert. Das teilte die Polizei Tirol in einer Erklärung mit. Die Bombe sei am Samstagmorgen in Vals im Bezirk Innsbruck Land auf einer landwirtschaftlich genutzten Grünfläche hochgegangen und riss dort einen 12 Meter großen Krater in den Boden.

„Die Detonation löste ohne fremdes Zutun aus“, schilderte die Polizei. Aufgrund der starken Regenfälle der vergangenen Tage in Österreich könnte eine Hangbewegung die Explosion ausgelöst haben. Die Beamten haben aber noch eine weitere Theorie: Womöglich könnte auch das Material des Zünders ermüdet sein und für eine Selbstentzündung gesorgt haben. Durch die enorme Kraft riss die Detonation einen zwölf mal zwölf Meter großen Krater in die Erde. Verletzt wurde niemand, auch zu weiteren Sachschäden kam es nicht.

Unwetter in Österreich, Slowenien und Kroatien: Ganze Landstriche überflutet

Erstmeldung: München – Nach den schweren Unwettern in Kroatien, Slowenien und Österreich sind ganze Landstriche überflutet. Es handelt sich um die größte Naturkatastrophe seit 30 Jahren und eine Entspannung ist längst nicht in Sicht. Ganze Gemeinden versinken in den Flutmassen. Auf Starkregen und Hochwasser folgen jetzt in Österreich die Gefahr von Hangrutschen, durch den hohen Grundwasserspiegel. Es drohen nun mehrere völlig aufgeweichte Hänge abzurutschen, wie die Feuerwehr am Sonntag berichtete. Sie müsse zudem immer wieder ausrücken, um vollgelaufene Keller auszupumpen, sagte der Sprecher der Feuerwehr im Bundesland Kärnten, Hans-Jörg Rossbacher, am Sonntag im Radio ORF.

Schlimmste Unwetter in Österreich und Slowenien: Dutzende Menschen mussten evakuiert werden

Wegen der drohenden Rutschungen wurden in Kärnten aus Vorsicht bereits über 40 Häuser und Wohnungen geräumt. Für die evakuierten Personen wurden Notunterkünfte zur Verfügung gestellt. Auch die Gegend an der slowenischen Grenze war betroffen, doch die Pegelstände der Flüsse und Seen sanken wieder. In Slowenien mussten 22 Kinder in einem Kindergarten vor der Flutkatastrophe gerettet werden.

Die hohe Bodenfeuchtigkeit erhöht auch in Slowenien die Gefahr von Erdrutschen, warnte der Geologische Dienst Sloweniens nach Angaben der slowenischen Nachrichtenagentur STA am Sonntag. Deshalb rief er die Bevölkerung auf, stärker auf Veränderungen am Boden, an Gebäuden und an Hängen zu achten.

Überschwemmung und Erdrutsche in Österreich und Slowenien – doch auch in Kroatien keine Entwarnung

Auch in Kroatien ist keine Entwarnung in Sicht. Wie das Nachrichtenportal dnevnik.hr berichtet, ist auch am Sonntag noch mit starkem Wind zu rechnen. Obwohl Kroatien bisher von Erdrutschen und Überflutungen weitestgehend verschont blieb, stieg auch dort der Wasserspiegel stark an. Laut dem Portal hat sich sogar das Hauptquartier des Katastrophenschutzes für vorbereitet. (kiba/dpa)

Rubriklistenbild: © Anze Malovrh/dpa

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