VonMichelle Breyschließen
Der Sommer ist in Deutschland noch nicht angekommen. Und im Juni wird das wohl auch nichts mehr. Es bleibt kühl und nass.
München – Ein Sprung ins kalte Nass als Erfrischung? 2024 ließ das Wetter das zunächst selten zu. Hier und da gab es mal einen sonnigen Tag – von einer sommerlichen Phase kann allerdings keine Rede sein. Und auch in der Kalenderwoche vom 10. Juni ist vom Sommer erst einmal keine Sicht. Mit dafür verantwortlich ist eine sogenannte Wettersingularität. „Die Schafskälte, die eigentlich genau heute (10. Juni) beginnt, ist wirklich sehr pünktlich in diesem Jahr“, so Experte Dominik Jung von wetter.net in einem Video.
Schafskälte
„Mitte Juni tritt in Mitteleuropa relativ häufig ein Kälterückfall auf, ausgelöst durch Zufuhr von Polarluft, der als ‚Schafskälte‘ bezeichnet wird“, schreibt DWD auf seiner Website. Die Wahrscheinlichkeit des Eintreffens dieses Ereignisses sei unterschiedlich.
Wetter in Deutschland: „Sommer macht einen auf Herbst“: Schlechte Aussichten für den Juni
„Dieser Monat wird wahrscheinlich in Sachen stabiles Sommerwetter nicht mehr viel auf die Kette bringen“, so Jungs Prognose. Zuletzt drohte eine Vb-Wetterlage. Nun werden neue Regenmassen erwartet. Auch die Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist alles andere als sommerlich. Oder wie es Meteorologe Kai Zorn in einem Video beschrieb: „Der Sommer, der sich eigentlich noch gar nicht so angefühlt hat, macht jetzt einen auf Herbst.“
„Da kommt eine neue Wetterfront herangezogen. Und dementsprechend bleibt es heute bei uns in Deutschland eher so eine wechselhafte Angelegenheit“, so Jung mit der Prognose für Montag (10. Juni). Demnach liegen die Maximaltemperaturen zwischen zwölf und 23 Grad. Eine bessere Aussicht gibt es auch für die darauffolgenden Tage nicht. In der Nacht zum Dienstag sei regional sogar Bodenfrost möglich. Für Bayern gab der DWD indes eine Warnung heraus – sieben Landkreise stehen im Fokus.
Den Experten aus Offenbach zufolge sind folgende maximale Temperaturen in den kommenden Tagen in Deutschland zu erwarten:
- Montag, 10. Juni: 15 bis 19 Grad
- Dienstag, 11. Juni: 13 bis 19 Grad
- Mittwoch, 12. Juni: 14 bis 19 Grad
- Donnerstag, 13. Juni: 15 bis 21 Grad
Wettervorhersage für Deutschland: „Hitzepeak“ ab Sonntag – in Kombination mit „großem Gewitter- und Unwetterpotenzial“
Am Sonntag (16. Juni) könnte es laut Meteorologe Jung dann „schlagartig“ wärmer werden. Temperaturen zwischen 22 und 29 Grad seien laut seiner Wettervorhersage möglich. Dahinter stehe jedoch doch noch ein Fragezeichen, fügte er an. In der Kalenderwoche 24 (ab 17. Juni) warten dann demnach hohe Temperaturen bis zu 30 Grad. Diesen „Hitzepeak“ spricht auch Meteorologe Zorn in seinem Video an. Laut Jung gibt es „aber die ganze Zeit immer wieder ein großes Gewitter- und Unwetterpotenzial“.
Wetterprognose in Deutschland: Hohe Niederschlagsmengen angekündigt – Wetterkarte in lila-blau
Dem deutschen, europäischen und amerikanischen Wettermodell zufolge wird es vorerst aber nass hierzulande. Die Wetterprognosen unterscheiden sich einzig in Bezug auf die Niederschlagsmengen.
- GFS (amerikanisch) bis 19. Juni: Sehr nass kann es demnach in Sachsen, Thüringen und teilweise auch Brandenburg werden. „Da reden wir von 80 bis 120 Liter Regen pro Quadratmeter. Im Alpenraum teils 50 bis 70 Liter pro Quadratmeter, Schwarzwald bis zu 110. Auch im Nordwesten sehr, sehr nass bis rauf nach Schleswig-Holstein“, fasst Jung mit Blick auf die Karte zusammen.
- ICON (deutsches Modell) bis 17. Juni: Geringe Niederschlagsmengen im Osten. Im Nordwesten ist Dauerregen mit 40-60 Liter pro Quadratemter möglich. Im Südwesten können 30-40 Liter pro Quadratmeter fallen.
- ECMWF (europäisch) bis 19. Juni: Wenig Niederschlag im Osten, im Süden 50/60/70 Liter/Quadratmeter, im Nordwesten 60-80 Liter/Quadratmeter
Hoffnung auf mehrere trockene Tage bleibt vorerst aus – auch, wenn es nach Meteorologe Zorn geht. „Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und sage: In diesem Monat wird das nichts mehr.“ Indes rauschen in Österreich Superzellen heran. Es herrscht Unwetter-Alarm. (mbr)
Rubriklistenbild: © Screenshot wetterzentrale / Andreas Arnold/dpa

