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Der neue Railjet-Zug soll den Bahnverkehr nach Italien modernisieren. Für die Osterferien ist der „Ernstfall“ geplant – in Österreich.
München/Wien/Bologna – Bahn- und Italien-Fans können es nicht erwarten: Ab 8. April sind die neuen Railjet-Züge der ÖBB auf der Strecke von München nach Bologna im Einsatz. Zunächst werden zwei der modernen Zugpaare des österreichischen Siemens-Ablegers Siemens Mobility gegen die verstaubten Eurocity-Züge eingetauscht.
Ab 1. Oktober sind dann die verbleibenden drei Zugpaare an der Reihe, was zum Verschwinden der alten Waggons zwischen München und Venedig bzw. München und Bologna (im Sommer bis Rimini) sorgen wird.
Railjet auf Testfahrt nach Bologna, um Funktionalität der Türen in Italien zu prüfen
Am Samstag (23. März) brach einer der neuen Railjet-Züge zu einer Testfahrt nach Bologna auf. Laut ferrovie.it fuhr eine komplette Railjet-Garnitur mit neun Waggons nach Bologna. „Der Test diente unter anderem dazu, Türöffnungs- und Wagentests auf den Bahnsteigen der Bahnhöfe Bologna und Verona durchzuführen“, heißt es. Bereits im Januar wurde die Fahrt über den Brenner getestet. Dieses Mal legte der Superzug eine Pause in Poggio Rusco in der Poebene ein – zur Freude der Trainspotter, die informiert waren und ihre Kameras zückten.
Als erste Fahrgäste der neuen für den Münchner Italienverkehr bestellten Züge dürfen die Österreicher den Zug in den Osterferien testen. „Von 22. März bis 1. April werden zusätzliche Züge eingesetzt, einzelne Verbindungen werden verlängert. Konkret fahren in den Osterferien insgesamt 34 zusätzliche Züge auf der Süd- und Weststrecke“, berichten die ÖBB auf ihrer Homepage.
Österreicher dürfen den neuen Railjet schon mal über die Osterferien ausprobieren
„Um ausreichend Zugkapazitäten zur Verfügung zu stellen, sind in den Osterferien auch die Railjets der neuen Generation zum allerersten Mal für Verbindungen auf der Weststrecke zwischen Wien und Feldkirch zusätzlich im Einsatz“, heißt es. Das Design der neuen Railjets wird gefeiert, allerdings ist die Anzahl der Radstellplätze sehr klein.
Auch das Problem der ständigen Überbelegung der Italien-Züge wird ebenso bestehen blieben wie die viertelstündige Extra-Pause am Brenner. Beide Probleme könnten sich ab 2025 ändern, wenn die italienischen superschnellen Frecciarossa-Züge das Angebot der Italienverkehre ausweiten sollen. Die sollen sogar bis Mailand und Rom fahren. Auf dieser Relation gibt es schon lange keine Direktzüge mehr. Mit der Fertigstellung des Brennerbasistunnels soll die Reise dann auch noch eine Stunde schneller werden.
Rubriklistenbild: © Harald Eisenberger/ÖBB


