„Wir sind traurig über diesen Verlust“

Neueste Titanic-Bilder offenbaren dramatischen Zerfall – Experten sind bestürzt

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Seit 112 Jahren liegt die Titanic auf dem Meeresgrund – und zerfällt dort immer mehr.
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Das wohl berühmteste Schiffswrack der Welt besorgt Experten. An der Titanic ist ein charakteristisches Detail verschwunden.

London – Vor mehr als 112 Jahren ist die Titanic im Meer versunken. Das Symbol für Luxus und Unbesiegbarkeit liegt als Wrack in einer Tiefe von 3800 Metern. Doch der Mythos löst sich unaufhaltsam am Meeresboden auf. Der ikonische Bug der Titanic ist zum Teil verschwunden. Die Reling, an der Leonardo DiCaprio und Kate Winslet im weltberühmten Hollywoodstreifen „Titanic“ (1997) als Rose und Jack im Sonnenuntergang ihre Arme ausbreiten, gibt es nicht mehr. Dafür ist ein verloren geglaubtes Artefakt wieder aufgetaucht.

Titanic-Wrack am Meeresgrund zerfällt – ikonisches Merkmal verschwunden

Bei der jüngsten Tauchmission der RMS Titanic Inc. zum Titanic-Wrack im Nordatlantik sind Aufnahmen mit Unterwasserrobotern entstanden. Der Bug der Titanic hat sich nach mehr als 100 Jahren in den Tiefen des Atlantiks drastisch verändert. Ein großer Teil der Reling liegt nun auf dem Meeresboden.

Neue Bilder von Titanic: Ikonischer Bug zerfällt unaufhaltsam, wie Aufnahmen einer jüngsten Expedition zeigen.

„Wir sind traurig über diesen Verlust“: Zerfall der Titanic unaufhaltsam

„Eine bemerkenswerte Veränderung ist der Verlust eines 15 Fuß (4,57 Meter) langen Geländerabschnitts am Backbordbug“, schreibt RMS Titanic Inc., die Eigentümer des Wracks auf der Plattform X. Das Expeditionsteam sei durch deutliche Veränderung der vertrauten Silhouette erschüttert gewesen, teilte das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit. Das bislang auf „wundersame Weise intakte Geländer“, das das Vordeck des Buges umgab, fehlte. „Wir sind traurig über diesen Verlust und den unvermeidlichen Verfall des Schiffs und der Trümmer“, so RMS Titanic Inc.

In den nächsten Wochen und Monaten soll der Zustand der Titanic genauer untersucht werden. „Obwohl der Zusammenbruch der Titanic unvermeidlich ist, stärkt dieser Beweis unsere Mission, zu bewahren und zu dokumentieren, was wir können, bevor es zu spät ist.“

Mehr als 100 Jahre verschollen: „Diana von Versailles“ auf dem Meeresgrund beim Titanic-Wrack entdeckt

Bei der Expedition im Juli und August – der ersten seit 2010 – sind laut dem Unternehmen mehr als 2 Millionen Fotos entstanden. Auf einigen konnten die Forscher einen sensationellen Fund erkennen: die „Diana von Versailles“. Die zwei Meter große Bronzestatuette der römischen Göttin Diana „diente als Herzstück der First Class Lounge und verkörperte das palastartige Design der Titanic“. Die Lounge sei bei Untergang der Titanic aufgerissen worden und die „Diana von Versailles“ auf das Trümmerfeld geworfen worden. 1986 soll es demnach schon einmal ein Foto von der Diana gegeben haben.

Sensationeller Titanic-Fund: Verschollene Bronze-Statue aus First Class Lounge entdeckt.

Doch wegen der Tradition der Geheimhaltung um das Titanic-Wrack sei ihr Aufenthaltsort bislang unbekannt gewesen. Am letzten Tag der Expedition 2024 wurde Diana gefunden und fotografiert. „Es ist uns eine Ehre, diese atemberaubenden Bilder zu veröffentlichen, die von Marine Imaging Technologies aufgenommen wurden“, so RMS Titanic Inc. Die Bilder würden die schönen und komplizierten Details der Diana zeigen, die seit 112 Jahren nicht mehr gesehen wurden.

Mythos Titanic

Die Titanic rammte im April 1912 auf dem Weg nach New York einen Eisberg und sank im Atlantik. 1500 Menschen kamen dabei ums Leben. Mehr als 2200 Menschen waren an Bord. 1985 wurde das Wrack des Luxusschiffs südöstlich der kanadischen Provinz Neufundland in 3800 Metern Tiefe entdeckt.

Am 14. April 1912, nur vier Tage nach dem die „Titanic“ in See gestochen war, kollidierte das Schiff mit einem Eisberg und sank.

Auf dem Weg zum Wrack des Luxus-Dampfers sind 2023 fünf Menschen in einem Mini-Tauchboot gestorben. Eine Mutter trauerte nach dem tödlichen U-Boot-Drama.

Die „Titan“-Tauchkapsel ist nicht das einzige U-Boot, das implodierte. In der Vergangenheit gab es bereits einige U-Boot-Unglücke – eine Bergung ist kaum möglich. Doch schon ein nächster Milliardär will mit einem Tauchboot zur Titanic reisen.(ml)

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