Ursprung in Nagetieren

Omikron BQ.1.1 und XXB: Hinweise auf möglichen Omikron-Ursprung gefunden

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Die Omikron-Variante BQ.1.1 und andere Subtypen bestimmen seit langem die Corona-Pandemie. Zu ihrem Ursprung gibt es nun neue Hinweise aus der Forschung.

Minnesota – Die Omikron-Variante ist seit Monaten der große Pandemietreiber: Während der Subtyp BA.5 zumindest in Deutschland bisher noch deutlich überwiegt, sind längst neue Virusvarianten auf dem Plan, sie tragen Namen wie Omikron BQ.1.1, Omikron XXB oder BA.4.6. Bisher ist nicht wirklich klar, wo Omikron als Virusvariante herkommt. Auch neue Studienergebnisse können in dieser Frage keineswegs endgültige Klarheit schaffen, doch sie liefern neue Ansätze: Bei der Entstehung der Virusvariante könnten Nagetiere eine Rolle gespielt haben – es gibt jedoch noch weitere Möglichkeiten.

Omikron BQ.1.1 und Co: Ursprung der Omikron-Variante beim Coronavirus könnten Nagetiere sein

Omikron BQ.1.1 könnte schon bald das pandemische Geschehen in Deutschland bestimmen, glaubt manch ein Experte, noch dominiert allerdings der Subtyp BA.5. Beides sind Ableger der Omikron-Variante, deren Ursprung Rätsel aufgibt. Endgültige Klarheit gibt es bisher immer noch nicht, doch neue Hinweise: Eine Analyse lässt vermuten, dass der Ursprung der Omikron-Variante beim Coronavirus in Nagern liegen könnte. Möglicherweise ist das Virus zwischen Mensch und Tier „hin und zurück gesprungen“, auch bei anderen Krankheiten spiele Nager eine Rolle. Inzwischen lässt sich die Zahl der verschiedenen Omikron-Subtypen kaum noch nachvollziehen und ist schwer zu überblicken.

Möglicherweise könnten Mäuse oder andere Nagetiere eine Rolle für die Entstehung der Omikron-Variante gespielt haben. (Symbolbild)

Forschende der University of Minnesota hatten sich in ihren Untersuchungen auf die Tierwelt konzentriert. Der Spiegel bezeichnet die Omikron-Besonderheit besonders treffend: „Omikron hat im Stammbaum des Coronavirus eine Lücke gerissen“, so die Zeitung. Der Grund: In der Entstehung des Ablegers sind keine Varianten bekannt, die einen Zwischenschritt dargestellt haben könnten.

Woher kommt Omikron: Forschende untersuchten Rezeptorbindestelle von Omikron BA.2

Die Forschenden untersuchten bei ihrem Experiment die Rezeptorbindestelle von Omikron BA.2, sie ist zuständig für das „Andocken“ an die Wirtszellen. Betrachtet wurde, wie gut die mutierte Rezeptorbindestelle bei den Rezeptoren von Mensch und Maus andockt. Konkret analysiert wurden in diesem Zuge mehrere Mutationen (die es auch bei BA.1 gab) und wie effektiv sie sich an die Wirtszellen von Mensch oder Maus „anschließen“.

Die Wissenschaftler schreiben über ihre Experimente: „Als sich die Sars-CoV-2-Variante in Mäusen ausbreitete, entwickelten sich Maus-spezifische Mutationen an der Rezeptorbindestelle, die zur Entstehung der Omikron-Variante beitrugen.“ In einigen untersuchten Mutationen fanden sich also Rezeptorbindestellen von Omikron, die genau angepasst sind, an Mäuserezeptoren – das könnte ein Hinweis sein.

Omikron BQ.1.1, XXB, BA.5 und Co. könnten auch auf Menschen mit schwachem Immunsystem zurückgehen

Doch für die Entstehung der Omikron-Variante und damit auch der Subtypen Omikron BQ.1.1, bei dem eine Verdoppelung binnen zehn Tagen im Raum steht, XXB oder BA.5 könnte es auch noch andere Erklärungen geben. Ein weiterer eventueller Ausgangspunkt sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Wenn ein Abwehrsystem so eingeschränkt ist, dass es das Virus bekämpft, aber nicht beseitigt, kann der Erreger über lange Zeit im Körper überleben. Das wiederum begünstigt die Wahrscheinlichkeit, dass es zu neuen Mutationen kommt. Im Körper der entsprechenden Person kann sich ein neuer Typ durchsetzen, der dann an andere Menschen weitergereicht wird.

Möglich wäre zudem, dass Omikron an Orten entstanden ist, wo es weniger Untersuchungen des Virus gibt. Das hieße für die zuvor besagte „Lücke im Stammbaum“, dass es eine Zwischenform gab, also das fehlende Puzzleteil, die einfach nicht gefunden wurde. Tatsache ist: Finale Gewissheit gibt es auch jetzt nicht, nur neue Anhaltspunkte. Eine weitere aktuelle Studie belegt indes, dass die Corona-Pandemie die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland um fast ein halbes Jahr gesenkt hat.

Gehen alle Corona-Varianten im Menschen auf Tiere zurück? Viel Unklarheit – auch bei Omikron-Symptomen

Die Übertragung von Tieren auf Menschen gilt als ganz entscheidender Faktor in der Entwicklung des Virus – nicht nur bei Omikron. Fang Li, einer der führenden Forschenden im Rahmen der Studie, erklärte hierzu: „Die Übertragung von Coronaviren vom Tier auf den Menschen wird wahrscheinlich weiterhin eine Bedrohung für die globale Gesundheit darstellen. Es wurde vermutet, dass alle beim Menschen zirkulierenden Coronaviren von Tieren stammen“.

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Kurzum: Die Wissenschaft arbeitet mit Hochdruck an Lösungen und Erklärungen für die Corona-Pandemie und ihre Genese – bisher und weiterhin. Wenngleich die Forschung große Fortschritte macht, sind viele Fragen nach wie vor ungeklärt, einige könnten es auch bleiben. Wie plötzlich neue Erkenntnisse gewonnen werden können, zeigt sich am Beispiel der Omikron-Symptome: Manche Begleiterscheinungen der Corona-Variante waren lange unbekannt geblieben und erst kürzlich bekannt geworden.

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa

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