Nach Waldbrand im Sommer

Starkregen verwüstet kroatisches Ferienparadies – Fahrzeuge ins Meer gespült

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Ein heftiges Unwetter hat den kroatischen Küstenort Podgora verwüstet.
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Ein heftiges Gewitter suchte die kroatische Adria heim. Besonders betroffen war der Ferienort Podgora an der Makarska Riviera zwischen Split und Dubrovnik.

Podgora – Azurblaues Wasser, Palmen, steil aufragende Kalkberge und weiße Kiesstrände. Die Makarsksa Riviera in Kroatien, zwischen den berühmten Küstenstädten Split und Dubrovnik gelegen, ist ein Ferienparadies par excellence. Vor allem, aber nicht nur deutsche und österreichische Urlauber lieben den Küstenabschnitt. Doch am Samstag (5. Oktober) verwandelte ein heftiges Unwetter das Sonnen-Paradies in eine Wasserhölle. Über 140 Liter Wasser fielen pro Quadratmeter in wenigen Minuten, selbst kleine Bäche verwandelten sich in reißende Sturzströme, die alles mit sich rissen, was sich ihnen in den Weg stellte.

Es sind beklemmende Szenen: Autos wurden von den Wassermassen mitgerissen und an den Strand gespült, Bäche suchten sich neue Wegen quer durch Wohnhäuser. „Fast alles war überflutet, und der riesige Wasserstrom, der herabkam, drang innerhalb einer Stunde in alle Häuser und Keller ein“, sagte die Journalistin Karmen Šore während einer Live-Übertragung des Senders HRT.

Kroatische Bürgermeisterin schickt Bürger in die oberen Stockwerke

Die Bürgermeisterin der Gemeinde Podgora, Petra Radić, warnte die Bürger via Facebook: „Wenn Sie im Haus eingesperrt sind, versuchen Sie, in die höchstmögliche Etage zu gehen und die wichtigsten Strom-, Gas- und Wasserquellen abzuschalten.“ Noch ein dringender Rat der Ortschefin: „Wenn Sie in einem Auto sitzen und nicht sicher in eine trockene Gegend gelangen können, steigen Sie sofort aus dem Fahrzeug und suchen Sie höher gelegenes Gelände auf.“ Haustiere solle man sich selbst überlassen, bevor man sich selbst gefährde.

Erst am nächsten Tag waren die Folgen abzusehen. Nach Informationen von dalmatinskiportal.hr wurde ein Restaurant „buchstäblich dem Erdboden gleichgemacht“. Die Frau des Besitzers berichtet: „In fünf Minuten passierte alles, es schüttete plötzlich, schob die Bar auf die andere Seite.“ Sie rettete sich durch die Flucht in den ersten Stock.

Die Makarska Riviera ist ein Ferienparadies. Jetzt brach hier die Hölle los.

Bürgermeisterin Radić erklärte gegenüber HRT, dass die Folgen der Flut noch nicht bekannt seien. Es sei die größte Überschwemmung, die Podgora jemals heimgesucht habe. Die Direktion für Katastrophenschutz berichtete laut telegram.hr, dass das Unwetter zu einer Unterbrechung der Stromversorgung von 3000 Haushalten geführt habe. Immerhin: Es wurde niemand durch das Unwetter verletzt. Das Wasser aus den Leitungen sollte aber vorerst dringend abgekocht werden.

Im Sommer tobte ein riesiger Waldbrand an der kroatischen Küste – ist er am Hochwasser schuld?

Radic berichtet auch von Erdrutschen: „Auf den Straßen liegen große Mengen Schlamm und Gesteinsablagerungen, einige davon sind herabgestürzt, sodass eine Durchfahrt durch Podgora bis zur Behebung der Schäden nicht möglich ist.“ Derzeit seien Armee, Feuerwehrleute und viele private Unternehmen der Riviera vor Ort, um aufzuräumen.

Waldbrände vernichteten im Sommer an der Makarska Rivieria einen Großteil der Vegetation.

Als weitere Ursache sieht die Bürgermeisterin die enormen Waldbrände an, die im Sommer an der kroatischen Küste getobt und die Vegetation vernichtet haben, weshalb die Böden kein Wasser mehr speichern können. Radic traf sich mit den zuständigen Förstern. „Wir hoffen, dass etwas unternommen wird, denn nach dem Brand haben wir von allen Behörden keine konkreten Schritte erhalten, die uns versprochen wurden“, kritisierte sie.

Auch in der istrischen Stadt Pula und in Split gab es heftiges Hochwasser. Bereits im Mai hatten Unwetter die kroatische Küste verwüstet. Im September hatten 20 Tornados die Küste des Landes heimgesucht. Auch voriges Jahr gab es in Kroatien eine Unwetterkatastrophe.

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