VonPatrick Mayerschließen
An den Mallorca-Stränden vor Manacor protestieren Aktivisten mit Plakaten gegen den Massentourismus auf der Balearen-Insel. Es wird vor einer angeblichen Plage gewarnt.
Manacor - Mitte August sind sie wieder brechend voll: die Badestrände der Balearen-Insel Mallorca in Spanien. Laut Mallorca Magazin werden in diesem Jahr geschätzt 16,5 Millionen-Touristen anreisen, 14,8 Millionen Urlauber sollen es allein in der Hochsaison im Sommer sein. Also jetzt gerade.
Mallorca-Strände vor Manacor: Aktivisten protestieren gegen Massentourismus
Das gefällt auf der spanischen Mittelmeerinsel wohl nicht jedem. So hat vor dem vergangenen Wochenende ein Plakatprotest an den Stränden vor Manacor zwischen der Cala Morlanda und der Cala Bota für Aufsehen gesorgt. Konkret: Laut Mallorca Zeitung hat die antikapitalistische Aktivistengruppe „Caterva“ in Buchten und an Stränden im Osten der Insel zweisprachige Schilder platziert, um gegen den Massentourismus auf Mallorca zu protestieren.
Dem Bericht zufolge wird auf Englisch davor gewarnt, dass das Baden verboten oder nicht zu empfehlen sei, zum Beispiel wegen einer angeblichen Gefahr durch Quallen oder wegen Steinschlags. Auf Katalanisch, also auf einer der örtlichen Amtssprachen und nicht im allgemeinen Spanisch gehalten, werde dagegen erklärt, dass das Baden unbedenklich sei. Wohl für Einheimische.
Aquests dies hem dut a terme una acció de denúncia contra la #massificació turística a les cales de #Manacor. Amb una mica d’humor, hem penjat uns quants cartells que podeu veure a les fotos. Des de Cala Morlanda fins a Cala Bota pic.twitter.com/zy1abLDbwV
— Caterva (@Caterva_mnc) August 11, 2023
Mallorca-Urlaub: Immer wieder Kritik am Verhalten der Touristen auf der Balearen-Insel
Die Region Katalonien, die mit der Metropole Barcelona auf der Mittelmeer-Landkarte gegenüber den Balearen auf dem spanischen Festland liegt, gilt seit den 1930er Jahren und dem Spanischen Bürgerkrieg als Hochburg für Sozialisten sowie Anti-Kapitalisten. Der Tourismus gilt dagegen als einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Spaniens. Und dennoch häufte sich zuletzt die Kritik an ausufernden Massen von (ausschweifenden) Touristen - wie zum Beispiel auch wegen Party-Urlaubern in Italien an der Adria.
In diesem Sommer sorgen auf Mallorca etwa das „Balconing“ unter jungen Touris sowie vielerorts auf der Balearen-Insel wie am Ballermann wahre Sauf-Exzesse für Ärger. Weswegen die Regionalregierung in Palma zum x-ten Mal darüber diskutiert, Alkohol im Freien gänzlich zu verbieten. Unter den bereits bestehenden Regeln für Urlauber auf Mallorca ist zum Beispiel ein strenges Rauchverbot auf Stränden.
Mallorca-Urlaub: Angebliches Badeverbot auf der Balearen-Insel ein Scherz
Was die Strände vor Manacor angeht, wird das angebliche Badeverbot für Urlauber von der Mallorca Zeitung als gesellschaftskritischer Scherz der linkspolitischen Aktivistengruppe eingeordnet. Diese habe am Freitag (11. August) eine Pressemitteilung herausgegeben, in der die Gruppe die angebliche „Enteignung der Strände“ durch Touristen anprangert. Freilich gilt aber für die meisten Strände auf Mallorca ein freies Betretungsrecht, insofern diese nicht gerade an kleinen Stellen in Privatbesitz sind. (pm)
Rubriklistenbild: © Screenshot Twitter@Caterva_mnc
