„Bayesian“ sank in Sizilien

Yacht-Unglück vor Italien: Neue Frage um tote Passagiere drängt sich auf

Alle Autoren
    schließen
  • Karolin Schaefer
    Karolin Schaefer
  • Kai Hartwig
    Kai Hartwig
  • Moritz Bletzinger
    Moritz Bletzinger

Die Küstenwache in Italien hat aus dem Wrack der Yacht „Bayesian“ mehrere Leichen geborgen. Die Bergungsarbeiten vor Sizilien dauern an.

Update vom 24. August, 9 Uhr: Alle sieben Todesopfer der gesunkenen Yacht wurden gefunden, nun läuft eine Autopsie der Leichen. Darüber berichtet Gionale di Sicilia. Die 18-jährige Hannah Lynch, die Einsatzkräfte am Freitag (23. August) als letzte bargen, wurde zum Rotoli-Friedhof in Palermo überführt, heißt es. Dort befinde sich auch die Leiche ihres Vaters Mike Lynch.

Beamtinnen und Beamte der Staatsanwaltschaft Termini Imerese ermitteln derweil weiter zur Ursache des Schiffbruchs. Im Fokus steht dabei, was in den letzten Minuten vor dem Untergang passiert ist. Eine Frage sei laut Giornale di Sicilia etwa: Wieso wurde der Anker auf eine Tiefe von 50 Metern gesenkt? Dies sei schließlich eine ungewöhnliche Tiefe für ein Segelschiff, das in flachen Meeresböden ankert. Darüber hinaus analysieren sie die Bewegungen der Yacht. Vom Beginn des Sturms bis zum Untergang des Schiffes sei demnach nur eine Viertelstunde vergangen.

Zudem wollen die Ermittlerinnen und Ermittler herausfinden, warum sich die Besatzungsmitglieder zusammen mit einigen Gästen an Deck befanden, während andere sich in Kabinen aufhielten. Von den sieben Todesopfern gehörte schließlich nur einer zur Besatzung, der Koch. Die anderen sechs Toten waren Passagierinnen und Passagiere.

Nach dem tragischen Yacht-Unglück vor Sizilien versuchen Ermittler nun zu verstehen, wie es zu dem Schiffbruch kommen konnte.

Update vom 23. August, 12.30 Uhr: Nach dem Untergang einer Luxusjacht vor der italienischen Mittelmeerinsel Sizilien sind nun alle Todesopfer gefunden worden. Als Letztes wurde nach vier Tagen Suche der Leichnam der 18 Jahre alten Tochter des britischen Milliardärs Mike Lynch gesichtet. Die Tote soll aus der „Bayesian“ von Spezialtauchern aus 50 Metern Tiefe an die Oberfläche gebracht werden. 

Zu den insgesamt sieben Todesopfern gehört auch der Software-Unternehmer selbst. Lynch, einer der reichsten Briten, wurde 59 Jahre alt. Seine Ehefrau, die ebenfalls an Bord war, gehört zu den 15 Überlebenden. 

Update vom 22. August, 17.48 Uhr: Nach tagelanger Suche besteht nun Gewissheit: Beim Untergang einer Luxusjacht vor der italienischen Mittelmeerinsel Sizilien ist auch der britische Milliardär Mike Lynch ums Leben gekommen. Der Leichnam des 59-jährigen Unternehmers wurde von Spezialtauchern aus seinem Segelboot „Bayesian“, das in 50 Metern Tiefe auf Grund liegt, an die Oberfläche gebracht. Vermisst wird jetzt nur noch seine 18 Jahre alte Tochter. Nach ihr wurde auch am Nachmittag noch gesucht. Inzwischen wurde auch eine Nachricht bekannt, die eine Überlebende abgesetzt hat.

Update vom 22. August, 16.10 Uhr: In einem Gespräch mit Ippen.Media liefert der erfahrene Skipper Michael Schlecht seine Einschätzung des Vorfalls. Wie Schlecht betont waren die Wetterverhältnisse „sehr extrem“. Darüber hinaus sagt er: „Und vermutlich kamen viele geöffnete Luken und Türen hinzu“.

Schlecht hat auch die Trackingdaten des Schiffes untersucht und stellt fest: „Das Boot bewegte sich heftig am Anker“. Seine Schlussfolgerung: „Ich vermute, dass der Anker schließlich abrutschte (oder brach, was eher unwahrscheinlich ist), denn das Boot glitt mit 2,6 Knoten davon.“

Update vom 22. August, 14.52 Uhr: Obwohl die Bergungsaktionen noch im Gange sind, haben die Justizbehörden in der nahegelegenen sizilianischen Stadt Termini Imerese bereits Ermittlungen zu den Verantwortlichen für das Unglück aufgenommen, wie Dailymail berichtet. Da das Schiff Bayesian unter der Flagge der Isle of Man segelt, wird auch die britische Marine Accident Investigation Branch eine eigene Untersuchung einleiten. Ein vierköpfiges Team britischer Inspektoren ist am Donnerstag, dem 22. August, in Sizilien eingetroffen. Ihre Untersuchungen werden sich jedoch vorrangig auf den genauen Unfallhergang konzentrieren.

Update vom 22. August, 13.16 Uhr: Der Schock bei den 15 Überlebenden dürfte auch Tage nach dem Yacht-Unglück in Italien noch tief sitzen. Wie die örtliche Zeitung Giornale di Sicilia berichtete, sind sie derzeit in einem Hotel untergebracht. Dort würden sie nicht nur psychologisch betreut, sondern auch der Reihe nach zu dem Vorfall befragt. Unter den Überlebenden soll sich auch eine 22-jährige Deutsche befinden. Die Frau sei Mitglied der Crew gewesen.

Tauchteams sind vor der Küste Siziliens im Einsatz. Die Suche nach der Milliardärstochter geht weiter.

Nachdem die Leiche am Donnerstagvormittag von Milliardär Mike Lynch geborgen wurde, wird noch seine 18-jährige Tochter vermisst. Es wird vermutet, dass sie sich noch im Wrack in rund 50 Metern Tiefe befindet. Dass sie noch lebend gefunden wird, scheint aber ausgeschlossen.

Update vom 22. August, 12.08 Uhr: Die Ermittlungen der italienischen Staatsanwaltschaft zum Yacht-Unglück vor Sizilien laufen auf Hochtouren. Dabei werden auch Videos und Foto von Augenzeugen sowie Überwachungskameras geprüft, die den Schiffbruch festgehalten hatten. Warum die Luxus-Yacht sank, ist aber noch unklar.

Dem Chef der Schiffsbauer-Firma zufolge hätte die Tragödie vermieden werden können, sagte er gegenüber der Zeitung Corriere della Sera. „Alles, was getan wurde, offenbart eine sehr lange Reihe von Fehlern“, räumte Giovanni Costantino von der Italian Sea Group ein, zu der auch die Firma Perini Navi gehört, welche die „Bayesian“ gebaut hatte. Hätte es etwa eine Wache an Bord es Schiffes gegeben, „hätte sie den aufziehenden Sturm nicht übersehen können“, so Costantino. Demnach hätten die Passagiere gewarnt sowie alle Türen und Luken geschlossen werden müssen. Doch während die Gäste noch in den Kabinen war, sei offenbar Wasser in die Yacht gedrungen. „Sie saßen in einer Falle“, stellte er fest.

Das letzte Foto der „Bayesian“ – Bilder des tragischen Yacht-Unglücks vor Italien

Yacht-Drama vor Sizilien. 22 Urlauber waren an Bord des Luxus-Segelboots, das am Montagmorgen (19. August) bei einem schweren Unwetter in Italien sank.
Yacht-Drama vor Sizilien. 22 Urlauber waren an Bord des Luxus-Segelboots, das am Montagmorgen (19. August) bei einem schweren Unwetter in Italien sank. © Vigili del Fuoco
„Das Boot ist einfach verschwunden“, berichten Fischer aus Palermo. Die „Bayesian“ sank gegen 4 Uhr morgens, am Tag darauf suchen Boote, Taucher und Helikopter nach Überlebenden.
„Das Boot ist einfach verschwunden“, berichten Fischer aus Palermo. Die „Bayesian“ sank gegen 4 Uhr morgens, am Tag darauf suchen Boote, Taucher und Helikopter nach Überlebenden. © Lucio Ganci/picture aliiance/dpa/AP
Tische, Schirme, Stühle und Blumentöpfe fliegen beim Unwetter in Palermo durch die Luft. Auf dem Wasser verursachte der Sturm wohl einen Tornado.
Tische, Schirme, Stühle und Blumentöpfe fliegen beim Unwetter in Palermo durch die Luft. Auf dem Wasser verursachte der Sturm wohl einen Tornado. © BAIA Santa Nicolicchia
Etliche Rettungskräfte sind am Einsatz in Italien beteiligt. Ambulanz und Polizei stehen am Ufer von Porticello bereit.
Etliche Rettungskräfte sind am Einsatz in Italien beteiligt. Ambulanz und Polizei stehen am Ufer von Porticello bereit.  © Igor Petyx/Imago
Rettungskräfte bergen die Leiche eines der Opfer des unter britischer Flagge fahrenden Schiffes „Bayesan“. Es handelt sich laut Medienberichten um den Koch des Urlauberschiffs. Sechs weitere Menschen bleiben vermisst.
Rettungskräfte bergen die Leiche eines der Opfer des unter britischer Flagge fahrenden Schiffes „Bayesan“. Es handelt sich laut Medienberichten um den Koch des Urlauberschiffs. Sechs weitere Menschen bleiben vermisst. © Lucio Ganci/picture alliance/dpa/AP
Unter den Vermissten ist laut britischen Medien der Tech-Milliardär Mike Lynch, auch bekannt als „englischer Bill Gates“. Ihm soll die gesunkene Yacht gehört haben.
Unter den Vermissten ist laut britischen Medien der Tech-Milliardär Mike Lynch, auch bekannt als „englischer Bill Gates“. Ihm soll die gesunkene Yacht gehört haben. © BEN GURR/ POOL/AFP
Tauchteams suchen nach der versunkenen Yacht. Laut Feuerwehr liegt sie in rund 50 Metern Tiefe. Es wird befürchtet, dass Passagiere während des Unwetters in den Kabinen waren und von den Wassermassen eingeschlossen wurden, als die „Bayesian“ sank.
Tauchteams suchen nach der versunkenen Yacht. Laut Feuerwehr liegt sie in rund 50 Metern Tiefe. Es wird befürchtet, dass Passagiere während des Unwetters in den Kabinen waren und von den Wassermassen eingeschlossen wurden, als die „Bayesian“ sank. © Vigili del Fuoco
Überlebende schildern dramatische Szenen vom Kentern der Luxus-Yacht. Eine Frau berichtet, ihre Tochter sei ihr in den Fluten erst entglitten, doch dann habe sie sie „fest umarmt“ und schließlich wurden beide gerettet. Insgesamt 15 Personen wurden am Morgen von der Küstenwache und freiwilligen Helfern an Land gebracht.
Überlebende schildern dramatische Szenen vom Kentern der Luxus-Yacht. Eine Frau berichtet, ihre Tochter sei ihr in den Fluten erst entglitten, doch dann habe sie sie „fest umarmt“ und schließlich wurden beide gerettet. Insgesamt 15 Personen wurden am Morgen von der Küstenwache und freiwilligen Helfern an Land gebracht.  © Vigili del Fuoco
Die Staatsanwaltschaft von Termini Imerese leitete noch am Montag Untersuchungen zum Bootsunglück vor Palermo ein. Unter anderem wurden die Überlebenden, darunter der Kapitän, vernommen.
Die Staatsanwaltschaft von Termini Imerese leitete noch am Montag Untersuchungen zum Bootsunglück vor Palermo ein. Unter anderem wurden die Überlebenden, darunter der Kapitän, vernommen.  © Vigili del Fuoco
Derweil geht die Suche nach den Vermissten weiter. Mit jeder Stunde schrumpft allerdings die Hoffnung der Feuerwehr, Menschen lebend zu finden. Es bleibt, auf kleine Wunder zu hoffen.
Derweil geht die Suche nach den Vermissten weiter. Mit jeder Stunde schrumpft allerdings die Hoffnung der Feuerwehr, Menschen lebend zu finden. Es bleibt, auf kleine Wunder zu hoffen. © Vigili del Fuoco
Das ist das letzte Foto der „Bayesian“, bevor sie am Montagmorgen bei einem Unwetter vor Sizilien versank. Am Abend zuvor hatte die Urlaubsgruppe an Bord noch eine Party gefeiert. Ein Barkeeper aus Bagheria fotografierte das hell erleuchtete Schiff am Sonntagabend gegen 22 Uhr.
Das ist das letzte Foto der „Bayesian“, bevor sie am Montagmorgen bei einem Unwetter vor Sizilien versank. Am Abend zuvor hatte die Urlaubsgruppe an Bord noch eine Party gefeiert. Ein Barkeeper aus Bagheria fotografierte das hell erleuchtete Schiff am Sonntagabend gegen 22 Uhr. © Fabio la Bianca
Die Suche nach dem britischen Technologiemagnaten Mike Lynch geht weiter, nachdem die „Bayesian“ vor Sizilien gesunken ist. Italienische Rettungskräfte, die Feuerwehr und die Küstenwache sind im Einsatz. Hubschrauber unterstützen die Suche auf Hochtouren.
Die Suche nach dem britischen Technologiemagnaten Mike Lynch geht weiter, nachdem die „Bayesian“ vor Sizilien gesunken ist. Italienische Rettungskräfte, die Feuerwehr und die Küstenwache sind im Einsatz. Auch Hubschrauber unterstützen die Suche. © Fotogramma/IPA/ABACAPRESS/IMAGO
Die Leichen von fünf der bislang sechs Vermissten nach dem Yacht-Unglück wurden im Wrack entdeckt. Vier Körper konnten am Mittwoch (21. August) geborgen werden. Dabei handelt es sich um zwei Ehepaare.
Die Leichen von fünf der bislang sechs Vermissten nach dem Yacht-Unglück wurden im Wrack entdeckt. Vier Körper konnten am Mittwoch (21. August) geborgen werden. Dabei handelt es sich um zwei Ehepaare. © Jonathan Brady/dpa
Der fünfte Leichensack wird im Hafen von Porticello von Rettungskräften an Land gebracht, die nach den sechs Touristen suchen, die vermisst werden, nachdem die Luxusyacht Bayesian am Montag in einem Sturm gesunken war, während sie etwa eine halbe Meile vor der sizilianischen Küste festgemacht hatte.
479004340.jpg © Jonathan Brady/picture alliance/dpa
Das Aufgebot der Einsatzkräfte vor der Küste von Palermo war enorm. Die Bergungsarbeiten gestalteten sich unter anderem so schwierig, weil den Tauchern am Grund nach dem Abtauchen in 50 Meter Tiefe nur zehn Minuten zum Arbeiten blieben. Ein Tauchroboter unterstützte.
479037496.jpg © Salvatore Cavalli/picture alliance/dpa/AP
Ein Boot mit einem Tauchteam macht sich am vierten Tag der Such- und Bergungsaktion auf den Weg zur Bayesian. Eine weitere Leiche wurde geborgen. Vermutlich handelt es sich um den britischen Milliardär Mike Lynch oder dessen 18-jährige Tochter.
Ein Boot mit einem Tauchteam machte sich am vierten Tag der Such- und Bergungsaktion auf den Weg zur Bayesian. Eine weitere Leiche wurde geborgen. Vermutlich handelt es sich um den britischen Milliardär Mike Lynch oder dessen 18-jährige Tochter. © Jonathan Brady/dpa

Wie RaiNews berichtete, wird in den kommenden Tagen eine Obduktion der Todesopfer erwartet. Offiziell angeordnet wurde diese zwar noch nicht. Sie sollen aber in die Gerichtsmedizin in Palermo überführt werden.

Update vom 22. August, 10.41 Uhr: Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, handelt es sich bei dem fünften geborgenen Todesopfer aus der verunglückten Luxusjacht „Bayesian“ um den britischen Unternehmer Mike Lynch. Die Suche nach seiner 18-jährigen Tochter hält noch an. Taucher versuchen, die Leiche, die 50 Meter unter dem Meeresspiegel im Wrack gefangen sind, an die Oberfläche zu bringen.

Update vom 22. August, 9.47 Uhr: Inzwischen wurde die fünfte Leiche der Vermissten aus dem Inneren der Luxus-Yacht „Bayesian“ vor der italienischen Mittelmeerinsel Sizilien geborgen. Spezialtaucher brachten den Körper aus rund 50 Metern Tiefe an Land. Der örtlichen Zeitung Giornale di Sicilia zufolge könnte es sich um den britischen Milliardär Mike Lynch handeln. Eine offizielle Bestätigung steht jedoch noch aus. Damit müssten die Tauchteams noch die 18-jährige Tochter des Tycoons bergen.

Bei dem Yacht-Unglück am Montag kamen mindestens sechs Menschen ums Leben. Zuvor schon waren die Leichen des Schiffskochs sowie zwei tote Ehepaare geborgen worden. 

Update vom 22. August, 9.09 Uhr: Wie die örtliche Zeitung Giornale di Sicilia berichtete, wurde die fünfte Leiche wohl als der Milliardär Mike Lynch identifiziert. Sie wurde geortet, ist allerdings noch im Wrack eingeschlossen und soll im Tagesverlauf geborgen werden. Die Suche nach Lynchs 18-jähriger Tochter geht jedoch unverändert weiter. Das gestaltet sich allerdings äußerst schwierig. Da sich das Boot in etwa 50 Metern Tiefe befindet, können die Tauchteams nur wenige Minuten unter Wasser bleiben und müssen sich immer wieder abwechseln.

Dagegen gehört Lynchs Ehefrau zu den insgesamt 15 Überlebenden des Unglücks. Wie DailyMail berichtete, soll sie es aus der Hauptkabine in Sicherheit geschafft haben. Der britische Tycoon hingegen soll sich mit seiner Tochter in einer Kabine im Unterdeck befunden haben. Das legt die Vermutung nahe, dass er der 18-Jährigen zu Hilfe eilen wollte. Noch ist das allerdings Spekulation. Bis die Chronologie des Unglücks bekannt ist, geht die Suche weiter.

Update vom 22. August, 6.30 Uhr: Fast alle Todesopfer sind drei Tage nach dem Yacht-Unglück vor Sizilien geborgen. Der Milliardär Mike Lynch und seine Tochter sind jedoch nicht darunter. Zunächst hatten mehrere Medien berichtet, dass die beiden gefunden worden seien. Dies stellte sich jedoch als unzutreffend heraus. 

Dass jetzt noch Überlebende gefunden werden, scheint aber nahezu unmöglich. Nach Einbruch der Dunkelheit musste die Suche zeitweise unterbrochen jetzt. Nun wird am Donnerstag erneut gesucht. Der genaue Hergang des Unglücks ist noch unklar. Inzwischen wurde der verletzte Kapitän von der italienischen Polizei stundenlang verhört. „Wir haben es nicht kommen sehen“, zitierte ihn die Zeitung La Repubblica. An dieser Darstellung gibt es allerdings auch Zweifel. So hatte Wetter-Experte Kachelmann kritisiert, die Besatzung hätte sich auf das Unwetter in Italien einstellen müssen.

Nach Yacht-Unglück: Leichen von Milliardär Lynch und Tochter wohl noch in Kabinen

Update vom 21. August, 21.23 Uhr: Die Behörden in Italien haben am Abend die Identität von vier Todesopfern des Untergangs der Luxus-Yacht „Bayesian“ bekanntgegeben. Die Yacht war vor der italienischen Mittelmeerinsel Sizilien untergegangen, es gibt praktisch keine Hoffnung auf Überlebende mehr. Im Inneren des Segelbootes in etwa 50 Metern Tiefe wurden am Mittwoch die Leichen von fünf der sechs Vermissten von Spezialtauchern ausfindig gemacht, vier der Toten wurden geborgen und an Land gebracht, hieß es weiter. Darunter sind zwei Ehepaare, die auf Einladung des britischen Milliardärs Mike Lynch an Bord waren.

Der 59-Jährigen und seine erst 18 Jahre alte Tochter Hannah wurden aller Wahrscheinlichkeit nach ebenfalls getötet. Die Leichen von Vater und Tochter Lynch befinden sich vermutlich noch in ihren Kabinen im Unterdeck, die nur schwer zu erreichen sind. Bei Anbruch der Dunkelheit musste die Suche unterbrochen werden. Am Nachmittag hatten der italienische Fernsehsender Rai und mehrere britische Medien berichtet, dass der Milliardär gefunden worden sei.

Update vom 21. August, 19.21 Uhr: Die Zahl der Todesopfer ist nach dem Untergang der Luxusjacht „Bayesian“ vor der italienischen Mittelmeerinsel Sizilien auf sechs angestiegen. Zudem gibt es praktisch keine Hoffnung auf Überlebende mehr.

Am Mittwoch wurden die Leichen von fünf der sechs bislang Vermissten in etwa 50 Metern Tiefe von Spezialtauchern im Inneren des Segelboots ausfindig gemacht. Darunter sind nach Informationen des italienischen Senders Rai auch der britische Milliardär Mike Lynch (59), der mit der Segeltour einen Freispruch vor Gericht feiern wollte, und seine erst 18 Jahre alte Tochter Hannah. Als erstes Todesopfer war bereits am Montag der Schiffskoch im Wasser entdeckt worden.

Am Abend wurden noch eine weitere Leiche an Bord des Schiffes vermutet. Zu der Identität der Toten machten die Behörden zunächst noch keine Angaben. 15 Menschen haben das Unglück, das sich am Montag (19. August) nur eine halbe Seemeile (etwa 900 Meter) entfernt vom Ufer ereignet hatte, überlebt.

Update vom 21. August, 17.49 Uhr: Inzwischen konnten Taucher nach dem Yacht-Drama in Italien offenbar zwei weitere Leichen bergen. Damit wurden insgesamt vier Tote am Mittwoch in etwa 50 Metern Tiefe von Spezialtauchern im Inneren des Segelboots ausfindig gemacht und dann nach oben gebracht. Darunter sind nach Informationen des italienischen Senders Rai auch der britische Milliardär Mike Lynch (59) und seine 18 Jahre alte Tochter Hannah. Die Hoffnung, noch jemanden lebend zu finden, ist inzwischen verschwinden gering. Somit sind nun fünf Tote bestätigt.

Update vom 21. August, 16.53 Uhr: Einsatzkräfte haben zweieinhalb Tage nach dem Untergang der Luxusyacht „Bayesian“ vor Sizilien zwei Leichen aus dem gesunkenen Schiff geborgen. Nach Informationen der italienischen Nachrichtenagentur Ansa aus Behördenkreisen wurden die beiden Toten in etwa 50 Metern Tiefe von Spezialtauchern im Inneren der Yacht gesichtet. Anschließend wurden die Leichen an die Wasseroberfläche gebracht. Anfangs hatte nur der Leichnam des Schiffskochs geborgen werden können.

Erstmeldung vom 21. August, 15.58 Uhr: Palermo – Am frühen Montagmorgen (19. August) sank die Yacht „Bayesian“ vor der Küste von Sizilien. Beim Unglück in Italien starb ein Mann, sechs Personen wurden vermisst. Rund 50 Stunden später, am Mittwochnachmittag (21. August), lokalisierten Taucher erstmals zwei Leichen im Inneren der gesunkenen Luxusyacht. Die leblosen Körper wurden im Inneren der Yacht gesichtet, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die Behörden berichtete.

Wie die Küstenwache angab, konnten Taucher der Feuerwehr wenige Stunden zuvor durch ein Loch im Rumpf erstmal die Kajüten der „Bayesian“ erreichen. Die Türen waren allerdings durch verrückte Möbel und andere Gegenstände blockiert.

Die Bergungsarbeiten gestalten sich unter anderem so schwierig, weil den Tauchern am Grund nur zehn Minuten zum Arbeiten bleiben. Danach müssen sie aus 50 Metern Tiefe wieder an die Oberfläche zurückkehren.

Zwei Leichen konnten nun ausfindig gemacht, aber laut italienischen Medien noch nicht geborgen werden. Demnach befanden sich die Körper hinter Matratzen in einer Koje. Eine der Leichen soll als Mann identifiziert worden sein.

Bei den sechs Vermissten des „Bayesian“-Unglücks in Italien handelt es sich um den britischen Tech-Milliardär Mike Lynch, dessen Tochter Hannah sowie den Topbanker Jonathan Bloom (Morgan Staney International), Lynchs Anwalt und die Ehefrauen der beiden Männer.

Taucher suchen nach dem Untergang der „Bayesian“ nach Vermissten.

Schweres Unwetter versenkte Yacht „Bayesian“ vor Sizilien – vermisster Milliardär wollte Neuanfang feiern

Lynch hatte zum Segeltörn auf der Luxusyacht geladen, um seinen Freispruch nach spektakulärer Wende in einem Betrugsprozess zu feiern, heißt es in britischen Medien. Der Milliardär habe einen „Neuanfang“ machen wollen, sagte der britische Politiker John Gummer.

Ein schweres Unwetter über Palermo hatte die Yacht „Bayesian“ rund eine halbe Seemeile vor der Küste zum Kentern gebracht. Das Schiff sank innerhalb von Minuten, wie das Video einer Überwachungskamera zeigt. Das sei durchaus möglich, wenn etwa eine große Welle über Bord schlug oder Türen geöffnet waren, erklärt der Tiefsee-Experte Philippe Epelbaum bei IPPEN.MEDIA.

Aktuell laufen Ermittlungen der Hafenbehörde sowie der Staatsanwaltschaft von Termini Imerese. Es soll geklärt werden, ob an Bord der Yacht alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten wurden. Gleichzeitig gehen auch die Bergungsarbeiten im Wasser unermüdlich weiter. Am Mittwoch mit den ersten Erkenntnissen. (moe/kh mit dpa)

Rubriklistenbild: © Lo Bianco Alberto/IPA/ABACA/Imago

Kommentare