Mutter verrät: Verunglückter Suleman Dawood wollte auf „Titan“-Tauchgang Weltrekord aufstellen
VonMichelle Brey
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Der 19-jährige Sulemann Dawood saß im „Titan“-U-Boot. In der Meerestiefe verfolgte er ein besonderes Ziel, wie seine Mutter in einem Interview erzählte.
London – Es war eine großangelegte Suche. Doch rund um das Verschwinden des U-Boots „Titan“ in der Nähe des „Titanic“-Wracks blieb ein Happy End aus. Am Donnerstag (22. Juni) sind die fünf Insassen für tot erklärt worden. Doch beinahe wären andere Personen an ihrer Stelle gewesen – sie hatten es verweigert, an Bord des U-Boots zu gehen. Einer der Passagiere hingegen wollte in der Meerestiefe einen Weltrekord aufstellen. Das berichtete die Mutter des 19-jährigen Suleman Dawood, der mit seinem Vater Shahzada an der Expedition teilnahm.
Expedition zum „Titanic“-Wrack: 19-jähriger Suleman Dawood wollte mit „Titan“ ins Guinness-Buch der Rekorde
Ihr Sohn, Student an der Strathclyde University im schottischen Glasgow, sei ein begnadeter Zauberwürfel-Spieler gewesen. Er habe das als Rubik‘s Cube bekannte Drehpuzzle auch in knapp vier Kilometer Meerestiefe lösen wollen, sagte Christine Dawood gegenüber dem britischen Sender BBC. Vor dem Tauchgang habe sich der Teenager sogar für einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekord beworben. Um den Moment auf Video festzuhalten, habe sein Vater eigens eine Kamera mit in das kleine Tauchboot, das ehemalige Passagiere als „improvisiert“ bezeichneten, genommen.
Tragisch, denn ursprünglich habe die Mutter selbst den Tauchgang zur „Titanic“ gemeinsam mit ihrem Mann unternehmen wollen. Das sagte sie im Gespräch mit dem britischen Sender. Doch die Corona-Pandemie habe das Vorhaben durchkreuzt, die Expedition sei abgesagt worden. Ihr Sohn habe dann schließlich selbst Interesse gezeigt. „Dann habe ich verzichtet und ihnen die Gelegenheit gegeben, Suleman darauf vorzubereiten, weil er es wirklich machen wollte.“
Bevor beide Männer schließlich mit drei anderen Abenteurern die „Titan“ bestiegen, hätten sie sich noch umarmt und Witze gemacht, schilderte sie. Während des Tauchgangs harrten Christine Dawood und ihre 17-jährige Tochter Alina an Bord des Mutterschiffs „Polar Prince“ aus – bis sie eine schreckliche Nachricht erreichte.
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„Titan“-U-Boot: Frau eines Insassen berichtet – „Diesen Satz will ich in meinem Leben nie mehr hören“
Irgendwann hätten sie gehört, dass der Kontakt zur „Titan“ abgerissen sei. „Der Satz ‚Wir haben die Verbindung verloren‘... diesen Satz will ich in meinem Leben nie mehr hören“, erzählte die Witwe mit stockender Stimme. „In dem Moment habe ich nicht verstanden, was das bedeutet. Ab da ging es bergab.“
Name des Titanic-U-Boots\t
Titan\"
Unternehmen\t
OceanGate Expeditions
Breite
2,80 Meter
Höhe
2,50 Meter
Gewicht
10.432 Kilogramm
Tauchtiefe
4000 Meter
Während der Rettungsmission sei die Stimmung nach einiger Zeit umgeschlagen. Optimismus habe sich in Verzweiflung gewandelt. „Ich glaube, ich habe die Hoffnung verloren, als wir die Marke von 96 Stunden überschritten haben“, erinnerte sie sich. Für diese Zeitspanne – und bis Donnerstag, 13.08 Uhr – hätten die Sauerstoffreserven an Bord in etwa reichen sollen.
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Tochter Alina habe sich hingegen etwas länger an den Gedanken geklammert, das U-Boot-Drama werde noch ein glimpfliches Ende nehmen. Doch dann sei der niederschmetternde Anruf der Küstenwache gekommen. „Da haben sie uns im Grunde informiert, dass sie Trümmer gefunden haben.“ Der Tod der fünf Insassen war damit faktisch bestätigt. Um die Tragödie zu verarbeiten und das Andenken an den 19-Jährigen zu wahren, haben sich Mutter und Tochter nun gemeinsam ein persönliches Ziel gesetzt, erzählen sie BBC. Sie wollen selbst lernen, wie man den Zauberwürfel löst.