Noch 500 Meter zur Titanic

Fundort der U-Boot-Trümmer – Karte zeigt, wie nah sie der Titanic waren

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Das verschollene Tauchboot auf dem Weg zur Titanic hat ihr Ziel wohl nie erreicht. Auf einer Karte ist jetzt zu sehen, wo die Trümmer gefunden wurden.

München – Das U-Boot Titan, das sich mit fünf Personen auf den Weg zur Titanic machte, ist offenbar implodiert. Die Trümmer des Tauchbootes wurden im Atlantischen Ozean gefunden. Das Ziel – das versunkene Schiff – haben sie nicht erreicht. Auf einer Karte ist jetzt zu sehen, wie nahe das Tauchboot der Titanic gekommen ist. Die Trümmer wurden nur wenige hundert Meter entfernt des Schiffes gefunden.

Beginn der Expedition18. Juni 2023
Kontaktabbruch zum MutterschiffKnapp zwei Stunden nach Beginn des Tauchgangs
Grund des UnglücksImplosion
Fundort500 Meter vom Wrack der Titanic entfernt

Trümmer des Tauchboots: Auf dieser Karte ist der genaue Fundort auf dem Weg zur Titanic zu sehen

Trümmerteile des Tauchboots „Titan“, das auf einer Expedition mit fünf Passagieren zur versunkenen Titanic war, wurden nur 500 Meter vom Bug des versunkenen Schiffes entfernt gefunden. Inzwischen wird davon ausgegangen, dass das U-Boot implodiert ist. Das würde bedeuten, dass der Rumpf des Tauchbootes dem Wasserdruck nachgegeben hat, der unter Wasser deutlich größer ist als an Land. Auf der Social-Media-Plattform TikTok ist in einem Video zu sehen, wie eine Implosion des U-Boots ausgesehen haben könnte.

Tauchboot auf dem Weg zur Titanic implodiert – Fundort der Trümmer auf Karte zu sehen

Der genaue Zeitpunkt der Implosion ist nicht bekannt, doch laut mehrerer US-Medien registrierte ein akustisches Unterwassererkennungssystem der US-Navy bereits am Sonntag ein auffälliges Geräusch. Das könnte darauf hinweisen, dass die „Titan“ bereits implodiert war, als der Kontakt zum Mutterschiff abbrach – nicht einmal zwei Stunden nach Beginn der Expedition. Dafür spricht auch, dass keine Ortung des Tauchbootes mehr möglich war.

Die Trümmer des Tauchbootes auf dem Weg zur Titanic wurden gefunden. Eine Karte zeigt, wie nahe es dem versunkenen Schiff gekommen ist.

„Das einzige Szenario, das mir in den Sinn kam und das dies erklären konnte, war eine Implosion“, sagte auch Regisseur und Tiefsee-Entdecker James Cameron dem US-amerikanischen Sender CNN. Vorangegangen war eine tagelange Suche nach dem Tauchboot, die sich zu einem Wettlauf gegen die Zeit entwickelte, da auch der Sauerstoff knapp geworden wäre. Die Idee der Expedition wurde durchaus kritisch bewertet, so bezeichnete ein US-Physiker die Tauchfahrt sogar als Rezept für eine Katastrophe.

Trümmer des Tauchboots gefunden – Keine Hoffnung mehr die Passagiere lebend zu finden

Das Unglück dauerte aller Wahrscheinlichkeit nach nur wenige Millisekunden an. Damit gibt es keine Hoffnung mehr darauf, die fünf Insassen noch lebend zu finden. Diese fünf Menschen befanden sich an Bord des Tauchboots zur Titanic:

  • Paul-Henri Nargeolet (77)
  • Hamish Harding (58)
  • Shahzada Dawood (48)
  • Suleman Dawood (19)
  • Stockton Rush (Steuermann; 61)

Besonders tragisch ist, dass sich mit Shahzada und Suleman Dawood Vater und Sohn im Tauchboot befanden. Laut Berichten soll der 19-jährige Sohn sogar Angst vor der Expedition zur Titanic gehabt, sich aber für seinen Vater überwunden haben, um ihm eine Freude zu Vatertag zu machen.

Die Bilder zum Drama um das Titanic-U-Boot: Das letzte Foto der „Titan“ – und die ersten Trümmer

Leonardo Di Caprio und Kate Winslet, die Hauptdarsteller des Films „Titanic“
Sie schufen den Mythos um die 1912 gesunkene „Titanic“: Leonardo Di Caprio und Kate Winslet, die Hauptdarsteller des Films „Titanic“. Der Film gewann elf Oscars. 130 Millionen Besucher zog es in den USA ins Kino, immerhin 18 Millionen in Deutschland. © imago/EntertainmentPictures
Titanic
Die überreste des gesunkenen Luxusdampfers „Titanic“ liegen in rund 3800 Metern Tiefe (undatiertes Archivfoto). © epa PA/epa/dpa
Das Wrack der Titanic.
Titanic Wrack U-Boot.jpg © Atlantic Productions/Magellan/Imago
In diesem aus einem Video von Atlantic Productions entnommene Standbild zeigt einen Teil des 1912 gesunkenen Luxusdampfers, „Titanic“.
In diesem aus einem Video von Atlantic Productions entnommene Standbild zeigt einen Teil des 1912 gesunkenen Luxusdampfers, „Titanic“.  © Atlantic Productions/dpa
Atlantik
Hier liegt das Wrack der „Titanic“ im Atlantik. © Google/dpa
Titan
Dieses vom American Photo Archive herausgegebene Foto zeigt das Tauchboot „Titan“ von OceanGate Expeditions, das zur Besichtigung der Wrackstelle der „Titanic“ eingesetzt wurde. © American Photo Archive/Alamy/PA Media/dpa
Das Archivbild der „Titan“ zeigt den Start des Tauchboots von der Plattform aus.
Das Archivbild der „Titan“ zeigt den Start des Tauchboots von der Plattform aus: Eine Reise zur Titanic kostet Privatpersonen mit dem U-Boot rund 250.000 Dollar. © OceanGate Expeditions / AFP
Dieses Archivbild zeigt das Titanic-Tauchboot „Titan“ im Atlantik.
Titanic-Tauchboot „Titan“ im Atlantik verschollen (Archivfoto). Das kleine U-Boot ist knapp sieben Meter lang und fünf Personen bis in eine Tiefe von 4.000 Metern befördern.  © OceanGate Expeditions/AP/dpa
Der Innenraum des vermissten Tauchboots „Titan“.
Dieses von American Photo Archive zur Verfügung gestellte Foto zeigt den Innenraum des vermissten Tauchboots „Titan“ von OceanGate Expeditions mit den damals reisenden Passagieren. Im Inneren des Tauchboots hat die Besatzung wenig Platz und nur eine bestimmte Menge Sauerstoff, wie eine ältere Fotoaufnahme zeigt. © American Photo Archive Alamy
Hamish Harding
Hamish Harding im Juni 2023 in London. Der britische Geschäftsmann und Abenteurer ist an Bord des Tauchboots, das in der Nähe des „Titanic“-Wracks im Atlantik vermisst wird. © Dirty Dozen Productions/PA Media/dpa
Stockton Rush, CEO von OceanGate, aufgenommen in Seattle. Der CEO von OceanGate ist unter den fünf Passagieren des verschollenen Tauchbootes, das am Abend des 18. Juni in der Nähe des Titanic-Wracks als vermisst gemeldet wurde.
Stockton Rush, CEO von OceanGate, aufgenommen in Seattle. Der CEO von OceanGate ist unter den fünf Passagieren des verschollenen Tauchbootes, das am Abend des 18. Juni in der Nähe des Titanic-Wracks als vermisst gemeldet wurde. © Greg Gilbert/dpa/Archivbild
U-Boot wird nahe Titanic-Wrack vermisst
Das U-Boot Titan ist auf dem Weg zur untergegangenen Titanic verschollen. © Dirty Dozen Productions/dpa
Das letzte Foto der Tauchkapsel „Titan“, bevor sie auf Titanic-Tauchgang ging: Keine zwei Stunden später verlor das Mutterschiff „Polar Prince“ den Kontakt.
Das letzte Foto der Tauchkapsel „Titan“, bevor sie auf Titanic-Tauchgang ging: Keine zwei Stunden später verlor das Mutterschiff „Polar Prince“ den Kontakt. © FP PHOTO / DIRTY DOZEN PRODUCTIONS / HANDOUT
Jamie Frederick, der Kapitän der US-Küstenwache
Jamie Frederick, der Kapitän der US-Küstenwache, leitet die Suche nach dem verschwundenen U-Boot. Ein Wettlauf gegen die Zeit. © Joseph Prezioso / AFP
Karte wo das Tauchboot vermisst wurde
Die Trümmer des Tauchbootes auf dem Weg zur Titanic wurden gefunden. Eine Karte zeigt, wie nahe es dem versunkenen Schiff gekommen ost.  © Google/dpa
Suleman Dawood (l) und sein Vater waren Insassen des „Titanic“-U-Bootes.
Suleman Dawood (l) und sein Vater waren Insassen des „Titanic“-U-Bootes. © AFP PHOTO/DAWOOD HERCULES CORPORATION
OceanGate-CEO Stockton Rush soll laut mehreren Berichten die Sicherheitsvorkehrungen der „Titan“ nicht ordnungsgemäß beachtet haben.
OceanGate-CEO Stockton Rush soll laut mehreren Berichten die Sicherheitsvorkehrungen der „Titan“ nicht ordnungsgemäß beachtet haben. © imago
Trümmer des Tauchboots „Titan“, das vom Meeresboden in der Nähe des Wracks der Titanic geborgen wurde, werden am Pier der kanadischen Küstenwache vom Schiff „Horizon Arctic“ entladen. Die US-Küstenwache sucht nach der Ursache des Unglücks.
Trümmer des Tauchboots „Titan“, das vom Meeresboden in der Nähe des Wracks der Titanic geborgen wurde, werden am Pier der kanadischen Küstenwache vom Schiff „Horizon Arctic“ entladen. Die US-Küstenwache sucht nach der Ursache des Unglücks. © Paul Daly/dpa

Fundort der U-Boot-Trümmer auf Karte zu sehen – Umgebung der Titanic „unglaublich erbarmungslos“

Ob die Körper der Insassen des Tauchboots geborgen werden können, ist noch nicht geklärt. Die Küstenwache teile mit, dass die Gegend um das Wrack der Titanic eine „unglaublich erbarmungslose Umgebung“ sei. Es bleibt jedoch offen, ob damit angedeutet werden soll, dass die Körper durch die Implosion zerstört wurden oder ob sich die Bemerkung auf Schwierigkeiten bei einer möglichen Bergung bezog.

Ein ehemaliger Titanic-Tourist aus Deutschland berichtete von seiner größten Angst, da auch bei seiner Expedition der Kontakt zum Mutterschiff abbrach. Das Unglück der Titan wird wahrscheinlich große Auswirkungen auf künftige Tauchfahrten zum Wrack der Titanic haben. (kiba/dpa)

Rubriklistenbild: © Google/dpa

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