VonHelena Griesschließen
Mindestens eine Stunde Sport am Tag für die körperliche Fitness? Das muss nicht sein: Eine Studie belegt, dass wenige Minuten schon ausreichen, um fit zu bleiben.
Cambridge/Berlin – Sport und regelmäßige Bewegung sind wichtig für die körperliche Gesundheit und unser Wohlbefinden. „Körperliche Aktivität wirkt sich positiv auf physische und psychische Gesundheit aus, fördert das allgemeine Wohlbefinden und erhöht die Lebensqualität“ heißt es in einem Beitrag des Bundesinstituts für Sportwissenschaft (BISp). Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es sogar Bewegungsempfehlungen bzw. Bewegungskriterien, deren Einhaltung das Risiko für zahlreiche Erkrankungen verringern kann.
Laut WHO sollten demnach alle Erwachsenen von 18 bis 64 Jahren mindestens 2,5 Stunden pro Woche moderat körperlich aktiv sein. Zu moderaten Aktivitäten zählen beispielsweise Spazierengehen oder Fahrradfahren. Alternativ nennt die WHO 1,25 Stunden intensive körperliche Aktivität pro Woche. Zum Verständnis: Bei sportlichen Aktivitäten mittlerer Intensität kann man sich trotz Anstrengung noch locker unterhalten, bei höherer Intensität wird dies schwieriger oder ist nicht möglich.
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Auch eine äquivalente Kombination aus moderater und intensiver körperlicher Aktivität ist laut WHO möglich. Für die meisten Menschen sind diese Zeiten jedoch nur schwer mit dem Alltag vereinbar. Um gesund und fit zu bleiben, muss man sich jedoch nicht unbedingt durch lange und anstrengende Workouts quälen. Denn bereits elf Minuten Sport am Tag können laut einer Studie Vorteile für die Gesundheit bringen.
Studie aus England: Elf Minuten Sport am Tag senken Risiko für Erkrankungen
Wie Forschende der Cambridge University in England in einer Metastudie herausfanden, sterben Menschen, die Sport treiben, weniger oft an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Das Ergebnis scheint auf den ersten Blick wenig überraschend, interessant ist jedoch die Tatsache, dass bereits elf Minuten moderates Training am Tag das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs verringern können.
| Weltweite Todesfälle nach Risikofaktoren | |
| Bluthochdruck | 13 Prozent |
| Rauchen/Tabakkonsum | 9 Prozent |
| Blutzucker (Diabetes) | 6 Prozent |
| Bewegungsmangel | 6 Prozent |
| Übergewicht | 5 Prozent |
| Quelle: WHO |
Jede untersuchte Studie der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beobachtete rund 10.000 Menschen über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren hinweg. Ergebnis: Rund 16 Prozent der frühen Tode hätten demnach durch die empfohlenen 150 Minuten Sport pro Woche vermieden werden können. Und selbst bei der Hälfte der empfohlenen Zeit, also bei 75 Minuten moderatem Training pro Woche – das entspricht elf Minuten am Tag – hätten laut Studienergebnissen schon zehn Prozent der Tode vermieden werden können.
Studie mit rund 10.000 Menschen: Faktoren wie Ernährung und Schlafqualität nicht berücksichtigt
Neben einer gesunden Ernährung ist also doch nicht so viel Sport nötig, um der Gesundheit etwas Gutes zu tun. Bei mehr Sport sinkt natürlich auch das Risiko für bestimmte Krankheiten. Und auch die Art des Sports macht einen Unterschied, denn Workouts oder Joggen sind natürlich intensiver. Eine Minute Laufen beispielsweise kann zwei Minuten spazieren gehen entsprechen.
Allerdings sollte angemerkt werden, dass Themen wie Sport und Gesundheit immer auch individuell betrachtet werden müssen. Die hier thematisierte Studie beispielsweise lässt andere wichtige Faktoren wie Ernährung, Schlafqualität oder körperliche Vorerkrankungen außen vor. Zudem wurde lediglich die Aktivität außerhalb der Arbeit gemessen. Menschen, die in der Gastronomie oder im Gesundheitswesen tätig sind, bewegen sich schon aus beruflichen Gründen mehr als Menschen mit einem Bürojob. (hg)
Hinweis der Redaktion
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.
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