VonJennifer Lanzingerschließen
Bjarne Kommnickschließen
Nach einem Hamas-Angriff zeigte sich ein Vater zunächst erleichtert über den Tod seiner Tochter – nun kehrte die neunjährige Emily aus der Gefangenschaft zurück.
Update vom 26. November, 9.20 Uhr: Wochenlang bangten ihre Liebsten um die kleine Emily, nun ist das zunächst für tot gehaltene irisch-israelische Mädchen in einer zweiten Geisel-Gruppe von der Hamas freigelassen worden.
„Emily ist zu uns zurückgekommen!“, schrieb ihre Familie in einer Mitteilung der Zentrale des Forums von Geiseln und Vermissten am späten Samstagabend. „Wir finden keine Worte, um unsere Gefühle nach 50 schwierigen und komplizierten Tagen zu beschreiben. Wir sind überglücklich, Emily wieder in die Arme schließen zu können.“ 50 Tage lang war das Mädchen von der Terrororganisation Hamas als Geisel festgehalten worden. Während dieser Zeit wurde Emily neun Jahre alt. In einem auf Twitter veröffentlichten Video ist der bewegende Moment der Familienzusammenführung zu sehen.
That precious moment Emily Hand saw her father for the first time and Hila Rotem saw her uncle ❤️🩹 pic.twitter.com/DJW1s47xu6
— Hen Mazzig (@HenMazzig) November 26, 2023
Sein Interview ging um die Welt: Vater zeigte sich zunächst erleichtert über Emilys Tod
Emilys Familie war zunächst davon ausgegangen, dass ihr kleines Mädchen nach dem Überfall der Hamas tot sei. Ihr aus Irland stammender Vater Thomas Hand hatte in einem emotionalen Fernsehinterview unter Tränen seine Erleichterung darüber geäußert, dass sie nicht in die Hände der Hamas gefallen sei, weil das noch „schlimmer als der Tod“ gewesen wäre. Später hieß es dann, sie sei womöglich doch als Geisel nach Gaza verschleppt worden. Vergangene Woche hatte Thomas Hand dann in einem emotionalen Appell die Freilassung seiner Tochter gefordert und gesagt, die Familie erlebe einen Alptraum.
Emily Hands Familie schrieb in der Mitteilung vom Samstagabend weiter, man sei in Gedanken bei allen Geiseln, die noch nicht zurückgekehrt seien. „Wir werden weiterhin alles in unserer Macht Stehende tun, um sie nach Hause zu holen.“
Erstmeldung vom 6. November 2023: Tel Aviv / München – Eigentlich wurde die achtjährige Emily nach einem Terroranschlag im Süden Israels bereits für tot erklärt. Der Vater des israelisch-irischen Mädchens zeigte sich öffentlich sogar bereits erleichtert über die Botschaft des Todes. Nun erklärte die irische Botschaft jedoch gegenüber dem TV-Sender RTÉ, dass das Mädchen noch am Leben sei und von Hamas-Kämpfern gar nicht ermordet, sondern entführt wurde. Eine deutsche Geisel gilt mittlerweile hingegen als tot.
„Blanker Horror für ein achtjähriges Kind“: Totgeglaubtes Mädchen wohl in Hamas-Geiselnahme
Damit könnte sich die bitterste Befürchtung des Vaters bewahrheiten, der zuvor in einem TV-Interview gegenüber CNN erklärte: „Das war das Beste, was man sich erhofft hatte. Sie war entweder tot oder in Gaza. Und wenn man weiß, was sie den Menschen in Gaza antun, ist das schlimmer als der Tod.“ Er schilderte: „Können Sie sich den blanken Horror für ein achtjähriges Kind vorstellen?“ Zuletzt zeigten die Hamas auch ein Video von mutmaßlichen Geiseln.
Laut Berichten von CNN hätten die israelischen Behörden diese Angst dem Vater zunächst genommen: „Sie sagten nur ‚Wir haben Emily gefunden und sie ist tot‘“. Damit stand für den Vater fest, dass die Tochter nicht in den Händen der Hamas ist. Vergangene Woche teilten israelische Beamte jedoch der Familie dann mit, dass Berichte der Geheimdienste darauf schließen ließen, dass die Wahrscheinlichkeit hoch sei, dass Emily tatsächlich noch am Leben sei.
Achtjähriges Mädchen wohl eine von 240 Geiseln nach Terroranschlag
Die Familie teilte gegenüber RTÉ mit, dass das israelische Militär davon ausgeht, dass eine „hohe Wahrscheinlichkeit“ besteht, dass Emily in Gaza als Geisel gehalten wird und zu den rund 240 Geiseln gehört, die von der Hamas in Gaza festgehalten werden. Die Behörden sind zu der Annahme gekommen, weil keinerlei DNA-Spuren des Mädchens in dem Gebiet des Anschlags gefunden wurde, bei dem rund 100 Menschen ums Leben gekommen ist. Zuletzt beklagte auch die palästinensische Seite 20 Tote nach einem Angriff auf eine Schule in Gaza.
Das irische Außenministerium erklärte derweil, es sei „über den Fall Emily Hand informiert und biete ihrer Familie konsularische Hilfe“, gab jedoch keine weiteren Kommentare. Die 26-jährige Halbschwester des Mädchens richtete im irischen Staatsfernsehen zudem eine Botschaft an das Mädchen: „Ich möchte dir sagen, dass wir alles tun, um dich nach Hause zu bringen. Wir wissen, dass du als Geisel gehalten wirst. Wir lieben dich so sehr.“ und vermisse dich.“

