Unwetter verwüstet Tirol-Ort: Sturzflut reißt Brücken mit – Erdrutsch im Stubaital
VonMaximilian Kettenbach
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Hagelchaos und Sturzfluten im Tiroler Stubaital: Nach verheerenden Unwettern Anfang der Woche trifft es die Region erneut mit voller Wucht.
Update 7. Juli 2025: In Norditalien und Österreich wüten heftige weiter enorme Unwetter. Es gibt Überschwemmungen und Sturmschäden. In einigen Regionen gilt weiterhin höchste Alarmstufe.
Geradezu winterlich betroffen war am Sonntag (6. Juli) die Gemeinde Turnau in der Steiermark. Ein kurzes aber heftiges Hagelgewitter zog dort am Nachmittag über den Alpenpass Pogusch. Umgestürzte Bäume und zahlreiche hängen gebliebene Fahrzeuge waren die Folge, berichtet die Freiwillige Feuerwehr von dort.
Sie war mit drei Fahrzeugen sowie 25 Einsatzkräften im Einsatz, um die L 123 wieder für den Verkehr freizumachen. Ebenfalls im Einsatz stand ein Fahrzeug samt Schneepflug der Straßenmeisterei Gußwerk – Stützpunkt Seewiesen. Der Einsatz dauerte rund zwei Stunden.
Erstmeldung vom 6. Juli 2025: München – Ein gewaltiges Unwetter hat am Samstagabend (5. Juli) das idyllische Stubaital in Tirol heimgesucht. Punktuell starker Hagel und sintflutartige Regenfälle verwandelten den sonst harmlos Margaretenbach in einen reißenden Strom.
Heftiges Unwetter in Tirol: Sturzflut reißt Brücken mit
„Im Bereich oberhalb des Margaretenbachs im Gebiet der Serles hat es stark gehagelt“, sagte Manuel Gleinser, Kommandant der Feuerwehr Fulpmes, in einem Facebook-Eintrag der Feuerwehrler. Sie wurden gegen 19.30 Uhr alarmiert. Schon Anfang der Woche trafen Unwetter Tirol, isolierten eine Gemeinde gar. In Italien gab es nach einer Sturzflut gar ein Todesopfer zu beklagen.
Auch am Samstag schwollen Wassermassen binnen Minuten so stark an, dass sie zwei Fußgängerbrücken einfach mitrissen – eine im oberen Bereich und eine zweite kurz vor der Einmündung in die Ruetz. „Es war punktuell heftig, mit Hagel und Starkregen“, schilderte Gleinser der Tiroler Tageszeitung.
Eine der zerstörten Übergänge war die beliebte Wildebenbrücke, wie das Nachrichtenportal 5min.at berichtet. Zum Glück befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks keine Personen auf den Brücken. Der Margaretenbach führte binnen Minuten so viel Wasser, dass er kurz davor war, über die Ufer zu treten. Den reißenden Strom zeigt ein Video von MeinBezirk Stubai-/Wipptal.
Erdrutsch trifft Stubaital – weitere Unwetter sollen folgen
Doch damit nicht genug. Auch ein Erdrutsch hinterließ Spuren der Verwüstung. Für die Bewohner des Stubaitals werden Erinnerungen an ein verheerendes Unwetter von vor drei Jahren wach. Auch damals verwüsteten Sturzfluten und Erdrutsche die Region. „Laut Melder, Mure wie vor 3 Jahren“, schreibt die Feuerwehr.
Glück im Unglück: Die wichtige Straßenverbindung der B183 blieb verschont. Rund 25 Feuerwehrkräfte, dazu Polizei und eine Libelle waren im Einsatz. Die Feuerwehr Fulpmes war bis in die späten Abendstunden mit Aufräumarbeiten beschäftigt.
Wetter-Experten warnen: Das könnte erst der Anfang sein. Der Höhepunkt der Unwetter wird für den heutigen Sonntag erwartet. Eine Hagel-Schneise könnte sich von Osttirol bis ins Weinviertel ziehen, berichtet heute.at. Vor allem im Südosten werden sogar großer Hagel und Sturmböen erwartet.