VonMaximilian Hertelschließen
Die invasive Art der asiatischen Hornisse wird als potenzielle Bedrohung für die heimische Fauna eingestuft. Imker schlagen Alarm.
München – Die Asiatische Hornisse sorgt zunehmend für Besorgnis. Im „Insektensommer“ 2023 wurden bereits besonders viele heimische Hornissen gesichtet. Nun scheint sich eine neue Art aus Asien in Deutschland anzusiedeln. Experten haben bereits im August vor der invasiven Hornisse gewarnt. Nun schlägt auch der deutsche Imker-Bund Alarm.
Asiatische Hornisse breitet sich weiter in Deutschland aus – NRW besonders stark betroffen
Eine Sprecherin des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) bestätigte, dass sich die Asiatische Hornisse weiter ausbreitet. Seit Ende April bis zu Beginn dieser Woche (25. September) habe man in Nordrhein-Westfalen 95 Sichtungen bestätigt. Dabei handle es sich sowohl um einzelne Tiere als auch um ganze Nester. Die Asiatische Hornisse zeichnet sich unter anderem durch ihren schwarzen Kopf mit orangefarbener Stirn aus.
Erste Sichtungen in NRW gab es bereits 2020 an der Grenze zu den Niederlanden, im Kreis Heinsberg. Die ersten Nester tauchten hingegen erst 2022 auf. Ursprünglich stammt die Asiatische Hornisse, die Vespa Velutina, aus Südostasien und erschien das erste Mal vor circa 20 Jahren in Südfrankreich.
Asiatische Hornisse für Nicht-Allergiker ungefährlich
Laut dem LANUV sind die Stiche der Vespa Velutina für Nicht-Allergiker ungefährlich. Obwohl sie etwas kleiner und dunkler ist als seine europäischen Artgenossen, wird trotzdem zur Vorsicht geraten. Die Hornissen verteidigen sich und ihre Brut in der Umgebung des Nests durchaus mit Stichen.
Am besten sollte man also Abstand halten. Insbesondere bei Erschütterungen reagiere die Art aggressiv gegenüber Eindringlingen, erklärten die LANUV-Experten. Ein Stich sei mit einem Wespen- oder Bienenstich vergleichbar.
Invasiver Jäger als Gefahr für heimische Bienen – Imker schlagen Alarm
Auch wenn die Asiatische Hornisse als weitestgehend ungefährlich für Menschen gilt, stuft sie die EU als prioritäre gebietsfremde Art ein. Es besteht die Gefahr, dass der invasive Jäger die Bestände heimischer Wildbienen oder anderer Insekten gefährden könnte.
Maßnahmen, um die Population der Eindringlinge zu kontrollieren, seien relativ kostspielig. Aus diesem Grund hat der Deutsche Imkerbund um Unterstützung gebeten. Ein Sprecher erklärte, die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse wäre keine Überraschung und dem Klimawandel zuzuschreiben. In den betroffenen Region arbeite man bereits daran, die Nester ausfindig zu machen und zu beseitigen. (mh mit dpa)
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