Weitere Opfer möglich

Tornado zieht durch Nachbarland – Mann stirbt in Hauptstadt, zahlreiche Menschen schwer verletzt

  • schließen

An einem für einen Tornado ungewöhnlichen Ort zeigt sich das Ausmaß der Windkraft. Ein junger Mann ist dabei ums Leben gekommen.

Paris – Die französische Hauptstadt kommt momentan nicht zur Ruhe. Erst schockierte ein spektakulärer Überfall auf das berühmte Museum Louvre am 19. Oktober Bewohner und Touristen in Paris, nur einen Tag später fegte ein Tornado über die Vororte der Stadt. Neben einer Spur der Verwüstung ist auch ein Menschenleben zu beklagen.

Der Tornado verwüstete in Pariser Vororten Gebäude und brachte einen Kran zum Umstürzen.

Es ist ein ungewöhnliches und verheerendes Wetterereignis: Am 20. Oktober 2025 wütete ein Tornado in zehn Gemeinden nördlich der französischen Hauptstadt Paris. Dabei wurde der Agentur AFP zufolge eine Person getötet. Nach Angaben der örtlichen Behörden fiel dem Wirbelsturm ein 23-jähriger Bauarbeiter zum Opfer. Vier Menschen wurden nach aktuellem Stand schwer verletzt. Weitere Verletzte sollen laut Medienberichten möglich sein. Die Auswirkungen des Tornados waren in den betroffenen Gebieten deutlich sichtbar. Laut Behördenangaben stürzten Kräne um und zahlreiche Dächer wurden abgedeckt. Die genaue Höhe der Sachschäden ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beziffert worden.

Ungewöhnlicher Ort für einen Tornado in Frankreich

Der Wirbelsturm wurde von Starkregen begleitet. Tornados sind in Frankreich, insbesondere in der dicht besiedelten Region um Paris, eher selten. In Küstennähe treten im Norden des Landes vereinzelt Wirbelstürme auf. Durch die hohen Windgeschwindigkeiten können Tornados gravierende Schäden verursachen. Im Mittel bewegen sich Tornados mit 15 bis 30 km/h fort, doch in Extremfällen können sie bis zu 100 km/h schnell werden und die Rotationsgeschwindigkeit kann bis zu 500 km/h erreichen. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) liegt der Durchschnitt in Deutschland bei 49 Tornados im Jahr. Allein im Juli 2025 gab es 13. Ein Experte blickte erst kürzlich mit Sorge auf einen Tornado-Rekord in Europa.

Den Experten zufolge ist in den Sommermonaten bis September die Tornadowahrscheinlichkeit erhöht. Besonders im August und September kann es häufig Wasserhosen an Nord- und Ostsee geben. Generell werden zwei Arten unterschieden: Typ 1 und Typ 2. Typ 1 entsteht im Zusammenhang mit rotierenden Schauer- oder Gewitterzellen, sogenannten „Superzellen“. Daraus entwickeln sich besonders langlebige und starke Tornados. Typ 2 steht nicht mit Superzellen in Verbindung, benötigt aber ebenso eine starke Abnahme der Temperatur mit der Höhe. Wenn Luft aus unterschiedlichen Richtungen zusammenströmt, entsteht durch die starke Rotation ein Tornado. Typ 2 zeigt sich oft über Wasser („Wasserhosen“).

Polarlichter, Saharastaub und Unwetter: 25 spektakuläre Wetter-Bilder aus Bayern

Wolkenformation mit vollständigem Regenbogen Imposanter Regenbogen über Augsburg nach einem Regenschauer an einem Sommer
Doppelter Regenbogen über Augsburg: Das farbenrohe Wetterphänomen entsteht, wenn die Regentropfen auf Sonnenlicht treffen. © IMAGO / Alexander Rochau
Blitzschlag in Münchner Heilig-Kreuz-Kirche in Giesing.
Blitzschlag in Münchner Heilig-Kreuz-Kirche in Giesing. Das Foto zeigt das Ausmaß eines einzigen Blitzschlags am Himmel. Für das bloße Auge so meist nicht zu sehen. © Marcel Kusch/dpa
Nebel hängt im bayerischen Wald zwischen den Bäumen und verströmt eine grusele Atmosphäre.
Nebel hängt im bayerischen Wald zwischen den Bäumen und verströmt eine grusele Atmosphäre. © IMAGO/Wirestock
Meterhoher Schnee in Bayern: Hier in Tutzing.
Meterhoher Schnee in Bayern: Hier in Tutzing. © IMAGO/Ulrich Wagner
Regenbogen endet im Walchensee. Im Hintergrund ist der Jochberg zu sehen.
Regenbogen endet im Walchensee. Im Hintergrund ist der Jochberg zu sehen. © IMAGO/Dreamstime
Gewitter in Unterfranken
Blitze erhellten den Himmel über Gochsheim während eines heftigen Gewitters.  © dpa / Merzbach
Das Hochwasser sorgte 2024 in Bayern für zahlreiche überschwemmte Orte.
Das Hochwasser sorgte 2024 in Bayern für zahlreiche überschwemmte Orte. © IMAGO/Bihlmayerfotografie
Tanzende Lichter über dem Unterallgäu: Die Polarlichter im Mai faszinierten zahlreiche Bayern.
Tanzende Lichter über dem Unterallgäu: Die Polarlichter im Mai faszinierten zahlreiche Bayern. © IMAGO/M.i.S.
Gewitter in München
Das Pressefoto von 2020 in der Kategorie „Umwelt und Energie“ darf in dieser Fotostrecke nicht fehlen. Es zeigt eine düstere Wolkenwalze über dem Olympiapark. © Henning Pfeifer/dpa
Kein Schnee sondern Berge von Hagelkörnern: Allein 2024 kam es in Bayern mehrmals zu Hagelstürmen.
Kein Schnee, sondern Berge von Hagelkörnern. Allein 2024 kam es in Bayern mehrmals zu Hagelstürmen. © IMAGO/Bernd März
Sonnenaufgang mit Bergkulisse
Sonnenaufgang mit Bergkulisse: Über den schneebedeckten Allgäuer Alpen zeigt sich ein Farbenspiel verschiedener Orange-Töne. © IMAGO/alimdi
Mehrmals in den vergangenen Jahren hüllte der Saharastaub den Freistaat in milchiges Licht.
Mehrmals in den vergangenen Jahren hüllte der Saharastaub den Freistaat in milchiges Licht.  © IMAGO/Peter Widmann
Der Englische Garten in München wird im Winter zum Rodelparadies.
Der Englische Garten in München wird im Winter zum Rodelparadies. © IMAGO/Wolfgang Maria Weber
Dramatisches Naturschauspiel über dem Himmel von Augsburg: Ein Sommergewitter ist im Anmarsch.
Dramatisches Naturschauspiel über dem Himmel von Augsburg: Ein Sommergewitter ist im Anmarsch. © IMAGO/Alexander Rochau
Ausblick von der Lenggrieser Hütter: Ob im Sommer oder Winter, der Marsch lohnt sich immer.
Ausblick von der Lenggrieser Hütter: Ob im Sommer oder Winter, der Marsch lohnt sich immer. © IMAGO/Depositphotos
Hier hat sich der Saharastaub über München festgesetzt
Hier hat sich der Saharastaub über München festgesetzt, der Himmel über dem Rathaus färbte sich gelblich. © IMAGO/Offenberg
In der Ortschaft Brunnthal waren die Hagelkörner-Berge im Juli über einen Meter hoch.
In der Ortschaft Brunnthal waren die Hagelkörner-Berge im Juli über einen Meter hoch. © IMAGO/Bernd Mrz
Der Sternenhimmel samt Milchstraße über dem Starnberger See.
Der Sternenhimmel samt Milchstraße über dem Starnberger See.  © IMAGO/Peter Widmann
Aufgenommen bei Kirchheim bei München: Ein Regenbogen erscheint hinter einer Stromtrasse.
Aufgenommen bei Kirchheim bei München: Ein Regenbogen erscheint hinter einer Stromtrasse. © IMAGO/Wolfgang Maria Weber
Diese außergewöhnliche Aufnahme zeigt einen Sonnenaufgang über München während der Saharastaub in der Luft liegt.
Diese außergewöhnliche Aufnahme zeigt einen Sonnenaufgang über München während der Saharastaub in der Luft liegt. © IMAGO/Heinz Gebhardt
Die Unwetter im Freistaat 2024 hinterließen zum Teil eine Schneise der Verwüstung.
Die Unwetter im Freistaat 2024 hinterließen zum Teil eine Schneise der Verwüstung. © IMAGO/B&S/Bernd März
Ein Erdbeermond über Bayern: Dem Fotografen gelang es, den großen Supermond im Juli einzufangen.
Ein Erdbeermond über Bayern: Dem Fotografen gelang es, den großen Supermond im Juli einzufangen.  © IMAGO/Peter Widmann
Mehrmals begeisterten Polarlichter 2024 die Menschen im Süden von Bayern.
Mehrmals begeisterten Polarlichter 2024 die Menschen im Süden von Bayern. Dieses Foto wurde Anfang September bei Dorfen aufgenommen.  © IMAGO/blickwinkel
Ein Dorf in Nebel gehüllt. Diese spektakuläre Aufnahme entstand bei Ruderatshofen im Ostallgäu.
Ein Dorf in Nebel gehüllt. Diese spektakuläre Aufnahme bei Sonnenuntergang entstand bei Ruderatshofen im Ostallgäu.  © IMAGO/Action Pictures
Farbenspiel bei Sonnenuntergang: Die Landschaft bei Andechs in Oberbayern dient hier als Kulisse.
Farbenspiel bei Sonnenuntergang: Andechs in Oberbayern dient hier als Skyline. © IMAGO/Peter Widmann

Tornados sind als Phänomen eher aus den USA bekannt. Dort sind die geografischen Bedingungen ideal, wenn kalte Luftmassen aus den Rocky Mountains auf feuchtwarme Strömungen aus dem Atlantik treffen. Immer stärkere Unterschiede in den Temperaturen von Luft oder Wasser und Boden bekräftigen das Entstehen von Wirbelstürmen. Die Erkenntnisse aus dem Extremwetterkongress 2021 zeigen: Extremwetterereignisse nehmen in Europa zu. Dazu zählen Hitzewellen, erhöhte Tagestemperaturen und Extremniederschläge in Kontrast zu Dürre und Wasserknappheit.

Im Rahmen der natürlichen Variabilität wird es laut DWD weiterhin auch kalte Winter, kühle Sommer und die Gefahr von Spätfrösten geben. Die Wahrscheinlichkeit für diese drei Ereignisse nimmt jedoch in Folge der globalen Erwärmung ab. In diesem Sommer gab es auch in Italien gleich drei aufeinanderfolgende Tornados an der Adriaküste. (Quellen: AFP, DWD) (diase)

Rubriklistenbild: © Sebastian Hansen/Blaulichtrheinlandnrw/dpa

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion