Titanic-Expeditionschef zu U-Booten: „Wenn du sicher sein willst, bleib im Bett“
VonRobin Dittrich
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Noch immer wird nach einem vermissten U-Boot am Wrack der Titanic gesucht. Im vergangenen Jahr äußerte sich der vermisste CEO Stockton Rush zur Expedition.
München – Mit dem U-Boot in fast vier Kilometern Tiefe: Es sollte eine Expedition zum Wrack der im Jahr 1912 gesunkenen Titanic werden. Nach kurzer Zeit brach der Kontakt ab – seitdem fehlt von dem U-Boot „Titan“ jede Spur. Expeditionsleiter Stockton Rush gab bereits im letzten Jahr Bedenken preis.
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Laut Rush soll sich genug Sauerstoff an Bord befinden, um zu überleben. Zeitgleich gestand er ein, dass eine solche Mission nie frei von Risiken ist – ein Leben ohne Risiken ist für ihn jedoch nicht vorstellbar: „Wissen Sie, es gibt immer ein Limit. Irgendwann ist Sicherheit reine Zeitverschwendung. Wenn du immer auf Nummer sicher gehen willst, dann bleib einfach im Bett“, sagte Rush ganz offen. Der CEO holte in der Folge noch weiter aus, um die risikoreiche Expedition zu rechtfertigen.
„Mach einfach gar nichts“ – Vermisster CEO Rush über Risiken im Leben
Bei seinem Interview mit CBS News im Jahr 2022 holte Stockton Rush noch weiter aus und zeigte sich unverständlich gegenüber wenig risikofreudiger Menschen: „Steig in kein Auto, mach einfach gar nichts. An irgendeinem Punkt müssen Risiken eingegangen werden, es kommt auf das Verhältnis von Risiko und Ertrag an.“ Wurde ihm diese Risikobereitschaft jetzt zum Verhängnis? Für Rush galt die Fahrt als sicher, solange sich das U-Boot von Gefahren wie Fischernetzen und Kliffs fern hält.
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Doch auch diese Risiken sollten zu handhaben sein: „Am Ende geht es um das richtige Steuern des U-Boots. Man muss sich von den Gefahren fern halten. Das sollte zu schaffen sein, wenn man sich langsam und gleichmäßig bewegt.“ Die Expedition kostete 250.000 U.S. Dollar pro Person und sollte 2023 die vorerst einzige ihrer Art sein. Laut offizieller Meldungen befindet sich an Bord des U-Boots Sauerstoff für bis zu 96 Stunden, es gilt seit über 24 Stunden als vermisst. Der bayrische Unternehmer Arthur Loibl unternahm die gleiche Fahrt bereits 2021 und hat nur wenig Hoffnungen auf eine Rettung. (rd)