Stockton Rush gilt als vermisst

Titanic-Expeditionschef zu U-Booten: „Wenn du sicher sein willst, bleib im Bett“

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Noch immer wird nach einem vermissten U-Boot am Wrack der Titanic gesucht. Im vergangenen Jahr äußerte sich der vermisste CEO Stockton Rush zur Expedition.

München – Mit dem U-Boot in fast vier Kilometern Tiefe: Es sollte eine Expedition zum Wrack der im Jahr 1912 gesunkenen Titanic werden. Nach kurzer Zeit brach der Kontakt ab – seitdem fehlt von dem U-Boot „Titan“ jede Spur. Expeditionsleiter Stockton Rush gab bereits im letzten Jahr Bedenken preis.

U-Boot bei Titanic-Wrack gilt als vermisst – Expeditionsleiter hatte Bedenken

Am 19. Juni brach ein U-Boot mit einer fünfköpfigen Crew in Richtung des Wracks der Titanic auf. Nur eine Stunde und 45 Minuten später brach der Kontakt zu dem U-Boot ab. Mit an Bord war auch Stockton Rush, CEO von OceanGate Expeditions. In einem Interview im Jahr 2022 gab Rush an, dass er sich „Sorgen darüber macht, welche Dinge mich vom Auftauchen an die Oberfläche hindern.“ Für ihn galt die Expedition allerdings als sicher.

Der CEO Stockton Rush ist einer der fünf vermissten Passagiere eines U-Boots, das zum Wrack der Titanic tauchen sollte.

Laut Rush soll sich genug Sauerstoff an Bord befinden, um zu überleben. Zeitgleich gestand er ein, dass eine solche Mission nie frei von Risiken ist – ein Leben ohne Risiken ist für ihn jedoch nicht vorstellbar: „Wissen Sie, es gibt immer ein Limit. Irgendwann ist Sicherheit reine Zeitverschwendung. Wenn du immer auf Nummer sicher gehen willst, dann bleib einfach im Bett“, sagte Rush ganz offen. Der CEO holte in der Folge noch weiter aus, um die risikoreiche Expedition zu rechtfertigen.

„Mach einfach gar nichts“ – Vermisster CEO Rush über Risiken im Leben

Bei seinem Interview mit CBS News im Jahr 2022 holte Stockton Rush noch weiter aus und zeigte sich unverständlich gegenüber wenig risikofreudiger Menschen: „Steig in kein Auto, mach einfach gar nichts. An irgendeinem Punkt müssen Risiken eingegangen werden, es kommt auf das Verhältnis von Risiko und Ertrag an.“ Wurde ihm diese Risikobereitschaft jetzt zum Verhängnis? Für Rush galt die Fahrt als sicher, solange sich das U-Boot von Gefahren wie Fischernetzen und Kliffs fern hält.

Die Bilder zum Drama um das Titanic-U-Boot: Das letzte Foto der „Titan“ – und die ersten Trümmer

Leonardo Di Caprio und Kate Winslet, die Hauptdarsteller des Films „Titanic“
Sie schufen den Mythos um die 1912 gesunkene „Titanic“: Leonardo Di Caprio und Kate Winslet, die Hauptdarsteller des Films „Titanic“. Der Film gewann elf Oscars. 130 Millionen Besucher zog es in den USA ins Kino, immerhin 18 Millionen in Deutschland. © imago/EntertainmentPictures
Titanic
Die überreste des gesunkenen Luxusdampfers „Titanic“ liegen in rund 3800 Metern Tiefe (undatiertes Archivfoto). © epa PA/epa/dpa
Das Wrack der Titanic.
Titanic Wrack U-Boot.jpg © Atlantic Productions/Magellan/Imago
In diesem aus einem Video von Atlantic Productions entnommene Standbild zeigt einen Teil des 1912 gesunkenen Luxusdampfers, „Titanic“.
In diesem aus einem Video von Atlantic Productions entnommene Standbild zeigt einen Teil des 1912 gesunkenen Luxusdampfers, „Titanic“.  © Atlantic Productions/dpa
Atlantik
Hier liegt das Wrack der „Titanic“ im Atlantik. © Google/dpa
Titan
Dieses vom American Photo Archive herausgegebene Foto zeigt das Tauchboot „Titan“ von OceanGate Expeditions, das zur Besichtigung der Wrackstelle der „Titanic“ eingesetzt wurde. © American Photo Archive/Alamy/PA Media/dpa
Das Archivbild der „Titan“ zeigt den Start des Tauchboots von der Plattform aus.
Das Archivbild der „Titan“ zeigt den Start des Tauchboots von der Plattform aus: Eine Reise zur Titanic kostet Privatpersonen mit dem U-Boot rund 250.000 Dollar. © OceanGate Expeditions / AFP
Dieses Archivbild zeigt das Titanic-Tauchboot „Titan“ im Atlantik.
Titanic-Tauchboot „Titan“ im Atlantik verschollen (Archivfoto). Das kleine U-Boot ist knapp sieben Meter lang und fünf Personen bis in eine Tiefe von 4.000 Metern befördern.  © OceanGate Expeditions/AP/dpa
Der Innenraum des vermissten Tauchboots „Titan“.
Dieses von American Photo Archive zur Verfügung gestellte Foto zeigt den Innenraum des vermissten Tauchboots „Titan“ von OceanGate Expeditions mit den damals reisenden Passagieren. Im Inneren des Tauchboots hat die Besatzung wenig Platz und nur eine bestimmte Menge Sauerstoff, wie eine ältere Fotoaufnahme zeigt. © American Photo Archive Alamy
Hamish Harding
Hamish Harding im Juni 2023 in London. Der britische Geschäftsmann und Abenteurer ist an Bord des Tauchboots, das in der Nähe des „Titanic“-Wracks im Atlantik vermisst wird. © Dirty Dozen Productions/PA Media/dpa
Stockton Rush, CEO von OceanGate, aufgenommen in Seattle. Der CEO von OceanGate ist unter den fünf Passagieren des verschollenen Tauchbootes, das am Abend des 18. Juni in der Nähe des Titanic-Wracks als vermisst gemeldet wurde.
Stockton Rush, CEO von OceanGate, aufgenommen in Seattle. Der CEO von OceanGate ist unter den fünf Passagieren des verschollenen Tauchbootes, das am Abend des 18. Juni in der Nähe des Titanic-Wracks als vermisst gemeldet wurde. © Greg Gilbert/dpa/Archivbild
U-Boot wird nahe Titanic-Wrack vermisst
Das U-Boot Titan ist auf dem Weg zur untergegangenen Titanic verschollen. © Dirty Dozen Productions/dpa
Das letzte Foto der Tauchkapsel „Titan“, bevor sie auf Titanic-Tauchgang ging: Keine zwei Stunden später verlor das Mutterschiff „Polar Prince“ den Kontakt.
Das letzte Foto der Tauchkapsel „Titan“, bevor sie auf Titanic-Tauchgang ging: Keine zwei Stunden später verlor das Mutterschiff „Polar Prince“ den Kontakt. © FP PHOTO / DIRTY DOZEN PRODUCTIONS / HANDOUT
Jamie Frederick, der Kapitän der US-Küstenwache
Jamie Frederick, der Kapitän der US-Küstenwache, leitet die Suche nach dem verschwundenen U-Boot. Ein Wettlauf gegen die Zeit. © Joseph Prezioso / AFP
Karte wo das Tauchboot vermisst wurde
Die Trümmer des Tauchbootes auf dem Weg zur Titanic wurden gefunden. Eine Karte zeigt, wie nahe es dem versunkenen Schiff gekommen ost.  © Google/dpa
Suleman Dawood (l) und sein Vater waren Insassen des „Titanic“-U-Bootes.
Suleman Dawood (l) und sein Vater waren Insassen des „Titanic“-U-Bootes. © AFP PHOTO/DAWOOD HERCULES CORPORATION
OceanGate-CEO Stockton Rush soll laut mehreren Berichten die Sicherheitsvorkehrungen der „Titan“ nicht ordnungsgemäß beachtet haben.
OceanGate-CEO Stockton Rush soll laut mehreren Berichten die Sicherheitsvorkehrungen der „Titan“ nicht ordnungsgemäß beachtet haben. © imago
Trümmer des Tauchboots „Titan“, das vom Meeresboden in der Nähe des Wracks der Titanic geborgen wurde, werden am Pier der kanadischen Küstenwache vom Schiff „Horizon Arctic“ entladen. Die US-Küstenwache sucht nach der Ursache des Unglücks.
Trümmer des Tauchboots „Titan“, das vom Meeresboden in der Nähe des Wracks der Titanic geborgen wurde, werden am Pier der kanadischen Küstenwache vom Schiff „Horizon Arctic“ entladen. Die US-Küstenwache sucht nach der Ursache des Unglücks. © Paul Daly/dpa

Doch auch diese Risiken sollten zu handhaben sein: „Am Ende geht es um das richtige Steuern des U-Boots. Man muss sich von den Gefahren fern halten. Das sollte zu schaffen sein, wenn man sich langsam und gleichmäßig bewegt.“ Die Expedition kostete 250.000 U.S. Dollar pro Person und sollte 2023 die vorerst einzige ihrer Art sein. Laut offizieller Meldungen befindet sich an Bord des U-Boots Sauerstoff für bis zu 96 Stunden, es gilt seit über 24 Stunden als vermisst. Der bayrische Unternehmer Arthur Loibl unternahm die gleiche Fahrt bereits 2021 und hat nur wenig Hoffnungen auf eine Rettung. (rd)

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