Plage befällt Kroatien-Strände – Urlauber verzichteten wegen „Meeresrotz“ aufs Baden
VonMomir Takac
schließen
Julia Hanigk
schließen
Die kroatische Adria ist bekannt für ihre Schönheit, doch zuletzt trübte eine Algenplage das Urlaubsvergnügen. Manche Touristen wollten nicht mal mehr ins Wasser.
Update vom 21. Juni, 11:20 Uhr: Mittlerweile scheint es für Kroatiens Küste Entwarnung geben. „Die Meeresblüte vor der kroatischen Küste ist bereits seit einigen Tagen verschwunden“, teilte die Kroatischen Zentrale für TourismusIPPEN.MEDIA mit. Das Naturphänomen, das spöttisch auch „Meeresrotz“ genannt wird, und zuletzt vornehmlich an Stränden in Istrien aufgetreten war, sei in diesem Jahr auch nicht „besonders intensiv“ gewesen, hieß es. Auch die Wasserqualität habe demnach nicht gelitten. Laut einem aktuellen Bericht der Europäischen Kommission und der Europäischen Umweltagentur zählen Kroatiens Küstenbadeplätze zu den besten in Europa.
„Meeresrotz“ breitet sich in Istrien an kroatischer Adriaküste aus
Erstmeldung vom 18. Juni 2024: München – Die kroatische Adria-Küste, berühmt für ihr kristallklares Wasser und ihre malerischen Strände, doch das präsentiert sich derzeit mancherorts in einem weniger attraktiven Zustand. Diesmal sind es nicht die teilweise exorbitanten Urlaubskosten in Kroatien, die die Geduld der Touristen auf die Probe stellen. Ein unangenehmes Phänomen belästigt derzeit sowohl Einheimische als auch Besucher. Die Kroaten nennen es das „Blühen des Meeres“, während in den sozialen Netzwerken der deutlich negativere Begriff „Meeresrotz“ kursiert.
„Meeresrotz“: Algenteppich trübt das Badevergnügen an der Adriaküste in Kroatien
Die Ausbreitung des „Meeresrotz“ entlang der kroatischen Adriaküste, insbesondere in Istrien, ist ein Phänomen, das laut dem kroatischen Blogger und Charterboot-Anbieter Kristijan Antic in den letzten Jahren vermehrt im Frühjahr auftritt. Dieser „Schleim“, der die Strände bedeckt, trübt das Badevergnügen erheblich. Diese sogenannte Meeresblüte wird durch den Anstieg der Meerestemperatur verstärkt.
Es ist nicht ungewöhnlich, dass Urlauber am Strand einen widerlichen Schleimteppich auf der Wasseroberfläche vorfinden. Der „Meeresrotz“, wie er in den sozialen Medien verächtlich bezeichnet wird, scheint derzeit vor allem in Istrien vorzukommen. Keine der Touristenhochburgen wie Rovinj, Vrsar oder Porec scheint verschont zu bleiben.
Enttäuschte Touristen berichten von Ekel-Plage im Kroatien-Urlaub
Ein enttäuschter Tourist aus Salzburg berichtete der österreichischen Kronen-Zeitung: „Die dunklen Flecken sammeln sich in den Buchten“. Eine Urlauberin aus Porec beschrieb die Situation als hoffnungslos. „Ich bin wirklich hart im Nehmen, Wassertemperaturen um 16 Grad sind kein Problem und selbst Quallen machen mir normal nichts aus – aber da wollte nicht einmal ich ins Wasser!“
Wunderschönes Kroatien: Zehn der schönsten Orte, die Sie sich im Urlaub nicht entgehen lassen dürfen
Die Algenblüte, die durch die Erwärmung der Meere, erhöhte Niederschläge und ein hohes Nährstoffangebot begünstigt wird, führt zu einer verstärkten Vermehrung von Phytoplankton, das sich an der Wasseroberfläche ansammelt. Durch chemische Prozesse kann das Algengeflecht blau oder rot werden und unangenehm riechen.
Obwohl der schleimige Algenteppich bei Badegästen Ekel hervorruft, ist er in der Regel nicht gesundheitsschädlich. Die Tourismusseite von Vrsar betont, dass der „Meeresrotz“ weder giftig noch gefährlich sei. Laut oe24.at wird jedoch derzeit noch untersucht, ob sich in den Teppichen schädliche Organismen von invasiven Algenarten befinden. Antic merkt an, dass die schleimige Beschaffenheit „sehr unangenehm auf der Haut“ sei. Zuletzt wurde vor der Küste Kroatiens ein bisher nicht identifizierter Wal gesichtet. (mt/jh)