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Ein Herbststurm von seltener Wucht erfasst Deutschland: Böen bis 110 km/h, peitschender Regen und Gewitter verwandeln die Woche in ein Sturmdrama. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Hamm – Deutschland rüstet sich für eine Vollherbstwoche, die alles andere als gewöhnlich werden dürfte. Schon der Sonntag (14. September) ist nur die Ruhe vor dem Sturm. Während im Südosten noch einzelne Schauer und Gewitter niedergehen und von Bayern bis Sachsen kurze Donner möglich sind, herrschen andernorts noch längere sonnige Abschnitte. Doch in der Nacht zum Montag (15. September) zieht von Nordwesten eine massive Regenfront auf, begleitet von einer markanten Windzunahme. Im Küstenumfeld und im Bergland frischt der Südwestwind rasch auf und erreicht Sturmböen um 80 km/h, auf exponierten Gipfeln sogar bis zu 90 km/h.
Gleichzeitig schieben sich die Temperaturen mit 16 bis 23 Grad noch erstaunlich mild in die Höhe. Doch diese scheinbare Wärme täuscht – die eigentliche Schlagzeile liefert der Wind, der sich von Stunde zu Stunde steigert. Schon in den frühen Morgenstunden drohen im Nordwesten und an der See gefährliche Böen, die Bäume erzittern lassen und für die erste echte Sturmlage des Herbstes sorgen.
Herbst-Wetter schlägt in Deutschland zu: Erster Orkan kommt auf – Montag im Ausnahmezustand
Am Montag (15. September) beginnt der Sturm seine volle Macht zu entfalten. Während es in Alpennähe noch heiter und kurzzeitig trocken bleibt, dominieren sonst Wolken, Schauer und Gewitter. Mit ihnen steigt das Risiko für Böen zwischen 80 und 90 km/h, an den Küsten und in den Bergen sogar bis 100 km/h. Über der freien Nordsee sowie am Brocken sind orkanartige Böen um 110 km/h nicht ausgeschlossen. Dazu erreichen die Temperaturen im Süden bis 28 Grad, während der Norden bei 19 bis 25 Grad bleibt.
Doch die eigentliche Dramatik entsteht aus der Kombination von Starkregen, blitzartigen Gewittern und peitschendem Wind, der über Stunden unnachgiebig durch Städte und Landschaften zieht. Fensterläden klappern, Bäume ächzen, die Nordsee türmt Wellen auf. Diese Wetterlage hat das Potenzial, den Alltag komplett durcheinanderzuwirbeln, denn selbst im Binnenland sind bis weit in die Nacht gefährliche Sturmböen denkbar.
Herbst ist mit voller Härte da: Winde mit bis zu 100 km/h – Wetter-Wende komplett
Auch der Dienstag (16. September) wird brisant. Im Norden bestimmen Schauer und Gewitter das Bild, an den Küsten donnern die Winde weiter mit bis zu 100 km/h, während im Binnenland immer noch Böen zwischen 70 und 80 km/h erreicht werden. Der Süden bleibt zeitweise freundlicher, mit Auflockerungen und milden 18 bis 23 Grad, doch auch hier können Schauer nicht ausgeschlossen werden. Erst zur Wochenmitte lässt der Sturm etwas nach, doch der nächste Regen kündigt sich schon an. Mit 19 bis 26 Grad bleibt es zwar ungewöhnlich mild, doch die Botschaft ist unüberhörbar: Der Herbst ist mit voller Härte da. Wer jetzt glaubt, es handle sich nur um ein kurzes Aufflackern, täuscht sich gewaltig – dieser erste Herbstorkan ist der Startschuss für eine stürmische Saison, die Deutschland noch länger beschäftigen wird.
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