Lage in Italien

„Weltuntergangstimmung“ in Südtirol und Trentino – Region warnt vor weiteren Unwettern

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Das Wetter in Italien ist wechselhaft. Unwetter sorgen immer wieder für einen Ausnahmezustand. Besonders Südtirol trifft es zuletzt häufig.

München – Starkregen, Hagel, Gewitter: Nicht nur in Deutschland wüteten am Sonntag (21. Juli) Unwetter. Auch in Italien zeigte sich die Wetter-Lage nicht von ihrer sommerlichen Seite. In Südtirol und Trentino kam es zu Einsätzen der Feuerwehr. Und das nicht zum ersten Mal. Erst kürzlich verschüttete eine Mure eine Dolomiten-Straße in einem Südtiroler Urlaubsparadies. Mitte Juli verwüsteten Erdrutsche und Überschwemmungen Südtirol – und Österreich.

Erdrutsche und Überschwemmungen verwüsten Südtirol und Österreich – Bilder zeigen Ausmaß der Unwetter

Enorme Wassermassen konnte der „Kanal nicht mehr schlucken“, berichtet die Feuerwehr Gerlos. Der Mitterhofbach war am Freitag gegen 15.30 Uhr im Ortszentrum über die Ufer getreten.
Enorme Wassermassen konnte der „Kanal nicht mehr schlucken“, berichtet die Feuerwehr Gerlos. Der Mitterhofbach war am Freitag gegen 15.30 Uhr im Ortszentrum über die Ufer getreten.  © FW Gerlos
Geröll und Schlamm – starke Regenfälle hinterließen deutliche Spuren an einem Bach in Axamer Lizum in Tirol (Österreich).
Geröll und Schlamm – starke Regenfälle hinterließen deutliche Spuren an einem Bach in Axamer Lizum in Tirol (Österreich).  © FW Axams
Murenabgänge verschütteten nach den starken Regenfällen in Axamer Lizum (Tirol) Zufahrten. Verletzt wurde niemand.
Murenabgänge verschütteten nach den starken Regenfällen in Axamer Lizum (Tirol) Zufahrten. Verletzt wurde niemand.  © FW Axam
Die Einsatzkräfte der Feuerwehr waren in Tirol gefordert. Ein Bach verlegte die Zufahrtsstraße zu einem Hotel-Parkplatz in Axamer Lizum.
Die Einsatzkräfte der Feuerwehr waren in Tirol gefordert. Ein Bach verlegte die Zufahrtsstraße zu einem Hotel-Parkplatz in Axamer Lizum.  © FF Axam
Murenabgänge und Erdrutsche in Tirol: Die Schäden nach dem Unwetter in der Gemeinde Sellrain sind groß.
Murenabgänge und Erdrutsche in Tirol: Die Schäden nach dem Unwetter in der Gemeinde Sellrain nahe Innsbruck sind groß. Sellrain in der Nacht auf Samstag nur über das Ötztal erreichbar.  © Gemeinde Sellrain/dpa
Enormen Wassermassen rissen eine Straße in Pöls Kärnten einfach weg.
Enormen Wassermassen rissen eine Straße in Pöls Kärnten einfach weg.  © BFV Judenburg
In Österreich wurden in Kärnten Straßen überschwemmt oder wie im Bezirk Feldkirchen einfach weggerissen.
In Kärnten wurden Straßen überschwemmt oder wie im Bezirk Feldkirchen einfach weggerissen.  © Screenshot Facebook/BFW Judenburg
Steine begraben die Via della Vall am Gallo-Pass: Neun Touristen wurden gerettet, um einen Motorradfahrer herrscht Sorge.
Vier Muren gingen auf den Gallo-Pass nach Livigno am 19. Juli ab. Eine Felslawine begräbt die Via della Vall. Neun Touristen wurden gerettet, ein Motorradfahrer gilt als vermisst.  © Vigili del Fuoco
Heftige Unwetter mit Sturmböen forderten die Feuerwehren in Südtirol. Besonders betroffen das Gadertal am 17. Juli.
Heftige Unwetter mit Sturmböen forderten die Feuerwehren in Südtirol. Besonders betroffen das Gadertal am 17. Juli.  © Screenshot Facebook LFVB Südtirol
Viele Gebäude wurden von Muren getroffen.
In Südtirol rissen Wassermassen Geröll, Schlamm und Steine mit. Viele Gebäude wurden schon am 12. Juli von Muren getroffen.  © Landesfeuerwehrverband Südtirol

Heftige Gewitter mit Starkregen und Hagel – Unwetter in Südtirol

Am Sonntag musste die Feuerwehr in St. Vigil im Gadertal und im oberen Pustertal (Südtirol) dann 50 Mal ausrücken. Darüber informierte die Landesfeuerwehr auf Facebook. Ursache seien „lokal heftige Gewitter mit Starkregen und Hagel“ gewesen. „Von den Feuerwehrleuten wurden innerhalb weniger Stunden Wassereintritte in Wohnungen und Garagen, gefährliche Äste und Baumteile, übertretenen Bäche sowie Vermutungen abgearbeitet“, hieß es in dem Posting weiter.

Fotos zeigen das Ausmaß des Unwetters. Unterführungen standen unter Wasser, Bäume krachten um und versperrten Straßen, Wasser drang in Wohnungen. „Es kam auch zu Überflutungen und einige Bäche gingen über die Ufer“, berichtete Bezirksfeuerwehrpräsident Reinhard Kammerer Rai Südtirol. Eine Gewitterzelle habe sich im Gadertal entladen, hieß es in dem Bericht weiter. Wie suedtirolnews.it schrieb, sorgte das Gewitter für eine „Weltuntergangsstimmung im Gadertal“. Ab 16.30 Uhr sei die Feuerwehr im Minutentakt zu Einsätzen gerufen worden.

In Südtirol wüteten am Sonntag (21. Juli) erneut Unwetter.

Unwetter in Italien: Lage im Trentino bleibt weiter brisant

Auch im Trentino ereignete sich am Sonntag starker Niederschlag. Der Pegel des Flusses Avision stieg deshalb an, wie die Zeitung Il Dolomiti berichtete. Besonders das Gebiet Alta Val di Fassa sei betroffen gewesen. Und die Wetter-Lage soll vorerst anhalten. Das geht aus einer Mitteilung der Provinz hervor. Darin heißt es, dass örtlich intensive Gewitter bis Mittwochmorgen (24. Juli) möglich seien. Begünstigt würden sie durch „das Eindringen labiler Luft“. Erst am Donnerstag sinke die Niederschlagswahrscheinlichkeit, hieß es weiter.

Andernorts herrschen indes Temperaturen oberhalb der 40-Grad-Marke. Teile Europas ächzen unter einer Hitzewelle. (mbr)

Rubriklistenbild: © Screenshot Landesfeuerwehrverband Südtirol

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