„Extremes Unwetter“ droht

Wetter-Alarm in Deutschland: Jetzt rollt die Gewitter-Walze an – DWD warnt für sieben Bundesländer

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  • Michelle Brey
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  • Kilian Bäuml
    Kilian Bäuml

Nach der Hitze der vergangenen Tage rückten am Sonntag Gewitter über zahlreiche Teile des Landes. EIn junger Mann wurde dabei tödlich verletzt.

Update vom 22. Juli, 9.10 Uhr: Erneut zeigt sich das Wetter in Deutschland von seiner stürmischen Seite, zahlreiche Gewitter zogen am Sonntag über Teile des Landes. Dabei ist am Sonntag mindestens ein Mensch ums Leben gekommen, mehrere weitere wurden verletzt. Zahlreiche Keller und Straßen wurden überflutet. Feuerwehr und Polizei waren vielerorts im Einsatz. Der Deutsche Wetterdienst hob in der Nacht alle Unwetterwarnungen wieder auf. Im Laufe des Tages sollte es im Südosten, Osten und Nordosten neue Gewitter geben.

Schweres Unglück auf der Zugspitze: Junger Mann tödlich von Blitz verletzt

Das tödliche Unglück ereignete sich nach Polizei-Angaben in Bayern. Ein 18-Jähriger war demnach am Sonntag mit zwei weiteren Männern aus Nordrhein-Westfalen auf die Zugspitze (2962 Meter) gefahren. Dort lief er zum unweit von der Terrasse der Bergstation entfernten Zugspitzgipfel. Auf dem Weg zurück - das sind keine 80 Meter - sei ein Blitz am Sonntag mehrmals und heftig im Bereich des Gipfels eingeschlagen, teilte die Polizei mit. Der Mann sei tödlich verletzt worden.

Das Unwetter erschwerte zugleich die Rettungsmaßnahmen. Ein Hubschrauber konnte nicht fliegen, die Zugspitzbahn nicht fahren. Die Bergung habe dadurch erst mit Verzögerung erfolgen können, hieß es - auch weil mehrfach Blitze im Bereich der Bergstation und des Gipfels einschlugen.

Auch Familie von Blitzeinschlag verletzt - Sie hatten unter einem Baum gesessen

Ein Blitz schlug am Sonntag auch in einem Park im niedersächsischen Delmenhorst ein und verletzte acht Mitglieder einer Familie. Sie hatten unter einem Baum gesessen. Ein 5-jähriger Junge und ein 14-jähriges Mädchen wurden am Sonntag laut Polizei reanimiert und mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Die Mutter, ihr Mann, eine 2- und eine 9-jährige Tochter, ein 12-jähriger Sohn und ein 31-jähriger Verwandter wurden ebenfalls in Krankenhäuser gefahren.

Dem Wetterdienst zufolge setzt sich von Westen her allmählich eine Hochdruckzone durch. Mit ihr gelange etwas trockenere Luft ins Land. „Nur im Südosten hält sich weiterhin die vorher wetterbestimmende schwül-warme und instabile Luftmasse“, hieß es laut Vorhersage. Dort sind Gewitter möglich.

Update vom 21. Juli, 22.14 Uhr: In Quickborn (Kreis Pinneberg, Schleswig-Holstein) sorgt das Unwetter für einen Ausnahmezustand. Ein schweres Gewitter verursachte Überflutungen und Dutzende Feuerwehreinsätze. „Innerhalb kurzer Zeit wurden zahlreiche Straßen überflutet und Keller sowie eine Tiefgarage liefen voll“, teilte der Kreisfeuerwehrverband Pinneberg mit. Mehr als 150 Einsätze der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks (THW) seien ausgelöst worden.

An einigen Einsatzstellen seien Personen zeitweise vom Wasser eingeschlossen worden. Einige Unwetter-Betroffene bekamen in der Hauptfeuerwache Quickborn Unterschlupf. Ob es Verletzte gibt, ist noch unklar, so die Feuerwehr weiter. „Die Einsätze dauern aktuell noch an, und die Einsatzkräfte werden nach Priorität koordiniert.“

Unwetter-Alarm in Deutschland: Jetzt rollt die Gewitter-Walze – Familie von Blitz getroffen

Update vom 21. Juli, 20.30 Uhr: Unwetter haben am Sonntagnachmittag für die Evakuierung eines Strandes im Landkreis Friesland gesorgt. Darüber berichtet der NDR unter Berufung auf einen DLRG-Sprecher. Hintergrund sei eine Windhose gewesen, die sich aus einem Gewitter gebildet hatte. Rund 800 Badegäste waren von der Evakuierung betroffen. Verletzt worden sei niemand.

Ebenso am Nachmittag schlug in Delmenhorst (Niedersachsen) ein Blitz in einen Baum ein. Eine sechsköpfige Familie wurde dabei verletzt. Zwei von ihnen schweben in Lebensgefahr, wie eine Polizeisprecherin sagte. Die Familie hätte im Graftwiesen-Park unter einem Baum gesessen, in den am Nachmittag ein Blitz einschlug.

Alle sechs Familienmitglieder wurden in Folge eines Blitzeinschlags in Krankenhäuser gebracht. Rettungshubschrauber waren im Einsatz.

Indes hat sich die Wetterkarte des DWD verändert. Warnstufe Rot gilt mit Stand von 20.15 Uhr hauptsächlich in Bayern, teils auch in Baden-Württemberg. Für Teile von Dachau, München, Freising und Pfaffenhofen a.d. Ilm hat der DWD die höchste aller Warnstufen ausgerufen. Die Karte ist für diese Kreise lila gefärbt. Das entspricht einer Unwetterwarnung vor „schwerem Gewitter mit extrem heftigem Starkregen und Hagel“. Sie gilt bis 22 Uhr.

Unwetter in Deutschland: DWD warnt für mehrere Kreise mit Warnstufe Rot

Update vom 21. Juli, 16.30 Uhr: Auf die Sommerhitze folgen heute erneut Unwetter. Mehrere Kreise in Deutschland sind davon betroffen. Warnstufe Rot herrscht etwa in Bamberg. Hier warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor schweren Gewittern mit heftigem Starkregen und Hagel – bis (vorerst) 17 Uhr. Gleiches gilt beispielsweise für Bremen, Bremerhaven, Nienburg sowie Halberstadt. Welche Kreise im Detail betroffen sind, lässt sich der DWD-Karte entnehmen. Nachmittags und abends soll es auch im Süden vereinzelt schwere Gewitter geben, so die Experten aus Offenbach. Es gilt eine Vorabinformation vor Unwettern bis 24 Uhr.

Erste amtliche Unwetterwarnungen – DWD rechnet mit Hagel, Starkregen und Sturmböen

Update vom 21. Juli, 14.11 Uhr: Jetzt gelten die ersten amtlichen Unwetterwarnungen (Stufe 3). Rund um Göttingen drohen laut DWD „schwere Gewitter mit heftigem Starkregen und Hagel“, die Warnung gilt bis 14.45 Uhr. Das Gleiche gilt für die Region zwischen Nürnberg und Ansbach bis 15 Uhr.

Update vom 21. Juli, 13.06 Uhr: Das europäische Wolkenbild des DWD zeigt, um 13 Uhr kommt die Gewitterfron aus dem Westen in Deutschland an. In einem breiten Korridor von der Nordseeküste bis ins Allgäu drohen dann Gewitter mit Hagel, Starkregen und teils schweren Sturmböen.

Besonders kräftig dürften die Unwetterereignisse im Alpenvorland und der Mitte ausfallen. Für die Region vom Bodensee bis in den Süden von München spricht der DWD eine Unwetter-Vorabinformation aus. Rund um Erfurt, im Süden von Magdeburg, in Nordhessen und Teilen von NRW sowie Niedersachsen gelten bereits Warnungen vor markantem Wetter (Stufe 2).

Am frühen Nachmittag kommt die Gewitterfront in Deutschland an und zieht von West nach Ost.

Update vom 21. Juli, 7.39 Uhr: Auch am Sonntag entlädt sich das Wetter in Deutschland wohl gegen Nachmittag. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt für Nachmittag und Abend vor „regional erhöhtem Unwetterpotenzial aufgrund von Starkregen.“ Auch „extremes Unwetter“ ist, wie schon am Samstag, möglich.

Im Tagesverlauf führt eine Tiefdruckrinne bereits Schauern und Gewittern von Westen nach Osten. „Nur von Vorpommern bis Ostsachsen meist trocken.“ Nachts bleibt es dann vorerst gewittrig, erst in der zweiten Nachthälfte klingen die Unwetter dann von Westen her ab.

Nach dringenden Warnungen vor „extremen Unwettern“: Weitere Gewitter angekündigt

Update vom 20. Juli, 21.40 Uhr: In Bayern ist alles sprichwörtlich wieder im grünen Bereich. Auf der Wetterkarte des DWD sind keine Unwetterwarnungen mehr für das Bundesland zu sehen. Doch schon am Sonntag können Unwetter erneut eine Rolle spielen – dann in ganz Deutschland.

Durch die Hitze steigt das Unwetter-Risiko. „Die in Baden-Württemberg liegende schwülwarme Luft wird im Tagesverlauf des Sonntags im Vorfeld einer heranrückenden Kaltfront zunehmend labilisiert“, teilte der DWD am Abend mit. Ab Sonntagmittag nehme die Gewittergefahr im ganzen Land zu. Mit den Gewittern könne es Starkregen mit bis zu 25 Litern pro Quadratmeter in einer Stunde geben sowie Hagel und Windböen bis zu 60 Kilometer pro Stunde. 

Am Abend seien vom Hochrhein über Oberschwaben und die Schwäbische Alb bis zur Frankenhöhe örtlich Unwetter möglich – inklusive Regenmengen um 40 Liter pro Quadratmeter. Die Temperaturen sinken leicht – es komme zu Höchstwerten von 22 Grad im Bergland bis hin zu 27 Grad im Nordosten.

„Der große Knall kommt“: DWD befürchtet „extremes Unwetter“ – Alarmstufe Rot in mehreren Kreisen

Update vom 20. Juli, 19.20 Uhr: Aus Hitze folgte in einigen Regionen Deutschlands der Unwetter-Knall. Nun scheint sich die Lage vorerst zu entspannen. Die Warnungen des DWD nehmen ab. Aktuell betrifft die Warnung vor schwerem Gewitter mit heftigem Starkregen und Hagel nur noch Teile von Bamberg, Lichtenfels und Coburg (Bayern). Sie gilt bis 20 Uhr.

Auch die amtliche Warnung vor Hitze wurde teils aufgehoben. Nicht mehr betroffen sind Teile des Westens und Südens Deutschlands. Im Norden und Osten hingegen gilt sie teils bis Sonntagabend. Der DWD sagt für Sonntag eine „verbreitet starke Wärmebelastung in Gebieten östlich einer Linie Bremen – Augsburg“ voraus.

Unwetter treffen Deutschland: Alarmstufe Rot in mehreren Kreisen in Bayern

Update vom 20. Juli, 17.15 Uhr: Die Warnungen der Apps Katwarn und Nina galten bis 16 Uhr – und sind somit wieder aufgehoben. Dennoch zeigt die Karte des Deutschen Wetterdienstes weiterhin in einigen Regionen Wetter-Warnungen an. Hauptsächlich davon betroffen ist Bayern. Große Teile des Bundeslandes sind gelblich gefärbt. In diesen Gebieten gilt eine „amtliche Warnung vor Gewittern“ – und zwar bis 18 Uhr.

Einzelne Gebiete sind außerdem rot gefärbt. Dort gilt eine „amtliche Unwetterwarnung vor schwerem Gewitter mit heftigem Starkregen und Hagel“ – ebenso bis 18 Uhr. Die folgenden Gebiete sind betroffen:

  • Fürstenfeldbruck
  • Dachau
  • Augsburg
  • Aichach
  • Pfaffenhofen a.d. Ilm
  • Neuburg a.d. Donau
  • Ingolstadt
  • Kelheim
  • Eichstädt
  • Weißenburg
  • Roth
  • Schwabach
  • Nürnberg
  • Ansbach
  • Fürth
  • Neustadt a.d. Aisch
  • Rothenburg o.d. Tauber
In Bayern gelten einige Unwetter-Warnungen am Samstagnachmittag.

Unwetter in Deutschland – Katwarn und Nina lösen aus

Update vom 20. Juli, 15.41 Uhr: Mittlerweile haben Katwarn und Nina-App ausgelöst. Rote Unwetterwarnungen gelten in 16 Kreisen rund um München, auch das Stadtgebiet ist betroffen. Es drohen teils starke Gewitter und Hagel, in München Sturmböen mit bis zu 70 km/h.

„Der große Knall kommt“: Wetterexperte warnt vor Radikal-Wende – DWD befürchtet „extremes Unwetter“

Erstmeldung vom 20. Juli, 15.41 Uhr: Kassel – Der bisherige Sommer erweist sich als recht unbeständig. Dieses Wochenende ist da keine Ausnahme, denn nach den Hitze-Tagen in Deutschland, sind Gewitter im Anmarsch. „Der große Knall kommt heute Abend und am Morgen und dann wird es ab Montag deutlich frischer“, prognostiziert der Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.com. Doch diese Abkühlung dürfte nur von kurzer Dauer sein.

Wechselhaftes Wetter: Deutschland erwartet Gewitter und Tropennächte

„So ganz langsam rutscht das Hoch nach Osteuropa und macht den Weg frei für Tiefs.“ Das nächste Tief wird Deutschland voraussichtlich in der Nacht von Samstag auf Sonntag erreichen. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit könnte die Nacht jedoch eher unbehaglich werden. Insbesondere in dicht besiedelten Gebieten dürften die Temperaturen nicht unter 20 Grad fallen, was laut dem Experten als Tropennacht bezeichnet wird. Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet für Samstag (20. Juli) noch eine Wärmebelastung und eine herannahende Druckrinne, die feuchte Luft nach Deutschland transportiert.

Der Sommer 2024 ist wechselhafter als in den vergangenen Jahren, laut einem Meteorologen ist der Sommer jedoch normal. (Symbolbild)

„Unwetter durch Starkregen und Hagel“: DWD und Experten prognostizieren Wetter-Knall am Samstag

„Ab den Mittagsstunden im Süden, ausgehend wohl von der Fränkischen Alb und vom Alpenvorland, einzelne, teils kräftige Gewitter mit Starkregen um 20 l/qm in kurzer Zeit“, so die Vorhersage des DWD. Am Nachmittag könnten auch Starkregen und Sturmböen sowie vereinzelte extreme Unwetter auftreten, die sich möglicherweise bis in die Nacht hinein fortsetzen. „Örtlich auch Unwetter durch Starkregen und Hagel um drei Zentimeter, extremes Unwetter (mehr als 40 l/qm) lokal eng begrenzt am Nachmittag nicht ausgeschlossen.“

Kurze Sommerpause: Wetterexperte prognostiziert Gewitter und hohe Temperaturen

Trotz des Regens werden am Sonntag in vielen Teilen Deutschlands hohe Temperaturen um die 30 Grad erwartet. Erst gegen Abend fließen kühlere Luftmassen über Deutschland ein. Die kommende Woche beginnt laut Jung mit „Wohlfühltemperaturen“ am Montag, die zwischen 20 und 25 Grad liegen und von einer Mischung aus Sonne und Wolken begleitet werden. Der Mittwoch könnte etwas kühler ausfallen, bevor es zum Wochenende hin wieder heißer wird.

Denn die nächsten warmen Luftmassen sind bereits auf dem Weg nach Deutschland. „Der Sommer ist nicht weg, er macht nur eine kleine Pause und das ist eben typisch für einen mitteleuropäischen Sommer. Die sind nun mal eher von der wechselhaften Sorte.“ Heiße Tage wechseln sich mit Schauern und Gewittern sowie einigen kühleren Tagen ab – laut dem Experten ist dieses Auf und Ab des Wetters völlig normal. Viele Menschen sind jedoch nicht mehr daran gewöhnt, da es seit 2018 immer wieder Dürresommer und Hitzewellen gab. „Es ist wieder etwas mehr Normalität angekommen, aber eben auch nur bei uns“, so der Wetterexperte. Im Gegensatz dazu kämpft Südeuropa derzeit mit Hitzewellen. (kiba)

Rubriklistenbild: © blickwinkel/Imago/DWD

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