Spektakuläre Strecke

Pünktlich zu Ostern: Wichtiger Alpenpass öffnet nach Mega-Felssturz wieder – schnellster Weg ans Mittelmeer

+
Mit einer kleinen Feierstunde wurde der Plöckenpass wiedereröffnet.
  • schließen

Die wichtige Transitroute für Urlauber ist wieder offen. Der Plöckenpass an der österreichisch-italienischen Grenze wurde nach einem Felssturz repariert.

Kötschach-Mauthen – Er ist einer der spektakulärsten Alpenübergänge: Der Plöckenpass (italienisch Passo di Monte Croce Carnico), 1357 Meter hoch, ist ein 37 Kilometer langer Passübergang am Karnischen Hauptkamm zwischen Kötschach-Mauthen im Gailtal (Kärnten) und Timau in Friaul (Italien). Von dort führt die Straße über elf Haarnadelkurven steil bergab in südlicher Richtung nach Tolmezzo und Udine und weiter an die Adria zwischen Venedig und Triest.

Der Plöckenpass mit seinen Haarnadelkurven ist eine spektakuläre Alpenstraße.

Der Plöckenpass stellt in Verbindung mit der mautpflichtigen Felbertauernstraße die kürzeste Verbindung von Süddeutschland an die Adria dar und deshalb bei Italien-Urlaubern sehr beliebt. Von München-Giesing bis zur Hafenstadt Monfalcone sind es 418 Kilometer, 64 Kilometer weniger als über die Tauernautobahn.

Maut sparen mit Aussicht: Beliebte günstige, spektakuläre und aussichtsreiche Alternativroute nach Italien

Mit dem Auto spart man sich fast 20 Euro Maut, ist zwar eine gute halbe Stunde länger unterwegs, genießt aber eine traumhafte Landschaft. In der Nacht vom 1. auf 2. Dezember 2023 geschah jedoch ein Naturkastatrophe unglaublichen Ausmaßes: Ein riesiger Felssturz verschüttete die Straße über den Plöckenpass auf der italienischen Seite verschüttet - nur wenige Meter nach der Grenze. Teilweise wurde die gesamte Fahrbahn weggerissen, andernorts blieben bis zu 20 Tonne schwere Felsen auf der Straße liegen.

Seit einem mächtigen Felssturz im Dezember 2023 ist der Plöckenpass gesperrt.

Auch die Tunnels wurden schwer beschädigt. Wie durch ein Wunder wurde wenigstens niemand verletzt. Aber die vor allem für die Anlieger und die lokale Wirtschaft enorm wichtige Straße war blockiert, zumal auch keine Urlauber mehr passieren und ihr Geld vor Ort ausgeben konnten. Für Pendler ergaben sich bis zu 90 Kilometer lange Umwege.

Riesiger Felssturz zerstörte wichtige Transitroute von Österreich nach Italien

Die beteiligten Stellen beiderseits der Grenze konnten sich aber bis Ende Januar 2024 nicht auf eine Lösung für den Plöckenpass einigen. Eine Tunnel-Option wurde als zu teuer angesehen, mit Kosten von bis zu 700 Millionen Euro. Anfang Februar 2024 gab die Cristina Amirante, Regionalrätin für Infrastruktur in der Provinz Friaul-Julisch Venezien bekannt, dass der Pass im selben Jahr wieder geöffnet werden soll. Es wurden Genehmigungen erteilt, loses Gestein entfernt, der Steinschlagschutz verbessert und Tunnel sowie Fahrbahn wiederhergestellt. Eine temporäre Umfahrungsstrecke wurde während der Bauarbeiten nicht eingerichtet. Dennoch bleiben die italienischen Behörden mit den österreichischen in Kontakt, um mögliche Zukunftsalternativen zu besprechen.

Ein Erdrutsch hat den Plöckenpass auf italienischer Seite unterbrochen.

Mitte Mai 2024 begannen die Arbeiten zur Straßenwiederherstellung, die in zwei Abschnitte unterteilt wurden. Eine Firma kümmerte sich um die Gefahrenbeseitigung am Berg und verwendete auch Sprengstoffe. Der Hang erhielt Überwachungssysteme und Steinschlagbarrieren, während der zweite Abschnitt die Straßereparatur betraf. Ursprünglich sollte die Straße im Dezember 2024 wieder geöffnet werden, aber aufgrund niedriger Temperaturen wurden die Asphaltierungsarbeiten verschoben. Am 25. Januar 2025 wurde die Straße eingeschränkt wieder für den Verkehr freigegeben, zuerst mit einer Einbahnregelung an den Wochenenden. Seit Montag, 14. April, ist die Straße wieder zwischen 6 und 21 Uhr uneingeschränkt befahrbar, bleibt jedoch nachts geschlossen, da weitere Arbeiten am Steinschlagschutz und an den Lawinengalerien stattfinden.

Plöckenpass: Für die Wiedereröffnung wurde sogar extra ein zweisprachiges Bier auf Italienisch und deutsch gebraut

Die Wiedereröffnung wurde groß gefeiert: Kärntens Landeshauptmann-Stellvertreterin Gaby Schaunig und Landeshauptmann-Stellvertreter Martin Gruber, die friulanische Landesrätin für Infrastruktur Cristina Amirante, der Vizepräsident des Regionalrates Stefano Mazzolini und Bauleiter Ettore de la Grennelais durchschnitten symbolisch ein Band in den Farben der Kärntner Landesflagge. Es wurde sogar ein eigenes Bier für die Wiedereröffnung gebraut: „ApertOffen“, eine Kombination des deutschen und italienischen Wortes für „offen“.

Über die Branchen verteilt lagen die Umsatzeinbußen laut ORF zwischen zehn und 30 Prozent. Victoria Gailer von einem Landmaschinenbetrieb in Kötschach-Mauthen sate dem Sender: „Wir waren schon relativ eingeschränkt, weil wir sehr viele italienische Kunden haben und auch die Lieferungen schwer waren, weil wir immer rundherum fahren mussten und das natürlich längere Zeit in Anspruch genommen hat.“

Wirte und Unternehmen an der Passstrecke in Österreich und Italien atmen nach Durststrecke auf

Wirt Franz Guggenberger vom Erlenhof in Kötschach-Mauthen freut sich auf die Rückkehr vieler Gäste aus Italien und Durchreisende aus Deutschland. Es habe wehgetan, dass vor allem der Durchreiseverkehr von Österreich oder Deutschland in Richtung Italien fehlte: „Das hat man absolut gespürt. Wir sind sicher, dass sobald jetzt die nächsten schönen Tage sind, dass wir wieder Motorradfahrer und so, die ins Blaue fahren, wieder da haben werden.“

Auch von anderen Nadelöhren auf der Strecke nach Italien gibt es gute Nachrichten: Die Sanierungsarbeiten an den Tunnels der Tauernautobahn sind im Plan, die Strecke soll am 26. Juni wieder frei befahrbar sein - rechtzeitig zu den Sommerferien. In den Oster- und Pfingstferien muss man aber noch mit Staus rechnen. Auch der Bahn-Tauerntunnel, durch den die Tag-ö und Nachtzüge von München/Salzburg Richtung Venedig fahren, soll, planmäßig wieder am 14. Juli befahrbar sein, hier führt auch die Bahnverladung der Tauernschleuse für Autos und Fahrräder des Alpen-Adria-Radweges durch. Für die Sommerferien einiger deutschen Bundesländer ist das allerdings zu spät.

Dauerbaustellen in den österreichischen Tauern neigen sich dem Ende zu - Tirol bleibt Nadelöhr

Die Baustelle an der Luegbrücke an der Brennerautobahn bleibt bestehen, allerdings sollen jeweils in der Hauptreiseregung während der Ferien zwei Spuren befahrbar sein. Dafür ist in Tirol die Reschenstraße B180 über den Reschenpass an der Grenze zu Südtirol zwischen Pfunds und Nauders wegen des Neubaus einer Steinschlaggalerie bis 2. Mai gesperrt. Gar nichts geht auch auf zwei Bahnstrecken in Südtirol: So ist die Pustertalbahn gesperrt, die von Franzensfeste/Fortezza nach Toblach und Innichen und weiter nach Lienz (Osttirol) führt. Hier wird für fast für 143 Millionen Euro die fast vier Kilometer lange Riggertalschleife gebaut, die die Brennerautobahn in einem 800 Meter langen Tunnel unterquert, den Eisackfluss mit einer 172 Meter langen Bogenbrücke überqueren und mit einem 450 Meter langen Tunnel zur neuen Haltestelle Schabs an der bestehenden Bahnlinie führt. 

Die Schleife schafft eine direkte Anbindung des Bahnhofs Brixen an die Pustertalbahn. Ab 2027, und damit nach Olympia, sollen die ersten Züge von Brixen direkt – und nicht mehr über Franzensfeste – ins Pustertal fahren können. Auch das Südtiroler Vinschgau ist derzeit nur eingeschränkt nicht mit dem Zug erreichbar: Seit 16. Februar 2025 bis zum 25. Oktober 2025 ist der obere Abschnitt Laas-Mals der Vinschger Bahn wegen der Elektrifizierung der Strecke gesperrt. Ab dann ist die gesamte Strecke von Meran bis Mals bis Ende März 2026 gesperrt.

Kommentare