VonLars-Eric Nievelsteinschließen
Ein Mode-Unternehmen aus Dortmund ist insolvent. Unter anderem liegt das an der Pandemie und an Konsum-Änderungen. 400 Händler sind betroffen.
Dortmund – Die deutsche Textilbranche steckt in Schwierigkeiten. Mehrere große Namen mussten bereits den Schritt in die Insolvenz gehen. Erst kürzlich traf es ein wichtiges Schuhunternehmen. Im Sommer verließ eine bekannte US-Modekette den deutschen Markt und wenige Wochen vorher hat ein Moderiese aus Halle den Ausverkauf gestartet.
Insolvenz bei Mode-Unternehmen aus Dortmund – wegen Corona und Konsum-Änderungen
Dieser neueste Fall der Insolvenz aus der Textilbranche betrifft die Store Concept GmbH & Co. KG aus Dortmund. Das entsprechende Verfahren über den Textilhändler begann am 29. September, eröffnet vom Amtsgericht Dortmund. Store Concept war durch eine Fusion von der Paul + Axel Vosschulte GmbH & Co. KG und der Store Concept Ost GmbH & Co. KG entstanden, und zwar bereits im Jahr 2007.
Gründe für die jetzige Insolvenz sind angeblich Umsatzverluste aus der Zeit der Coronavirus-Pandemie und eine drastische Veränderung im Konsumverhalten der Kunden. T-Online berichtet dazu, dass Store Concept vor allem für die Marke Heimatliebe bekannt ist, die mehr als 400 Händler in ganz Deutschland beliefert. Die Marke Heimatliebe hatte sich als Anbieter von Damenoberbekleidung etabliert und schnell wechselnde Modekollektionen angeboten.
Auf Anfrage durch IPPEN.MEDIA nach den genauen Gründen, und inwiefern die Insolvenz die Mitarbeiter betrifft, hatte das Unternehmen noch nicht reagiert.
Mode-Industrie in der Krise – „ungebremste Wettbewerbsverzerrung“
Allerdings ist seit einer ganzen Weile bekannt, dass die deutsche Textil- und Modeindustrie unter enormem Druck aus Asien steht. Einer der großen Verbände hat erst im September 2025 vor „ungebremst stattfindender Wettbewerbsverzerrung durch asiatische Billiganbieter“ gewarnt. Diese würden per Online-Plattform oder Verkaufs-App ihre Waren verkaufen.
Das große Problem für die hiesigen Verkäufer: Während sie mit der schwachen Inlandsnachfrage und hohen Energiekosten kämpfen (von der Bürokratie einmal abgesehen), gelangen täglich viele tausend Pakete aus Drittstaaten nach Deutschland. Diese würden durch Tricks die Zollfreigrenze von 150 Euro unterlaufen und nicht ausreichend reguliert werden.
„Wettbewerb belebt das Geschäft – aber nur unter fairen Bedingungen. Es ist höchste Zeit, dass für alle Marktteilnehmer dieselben Regeln gelten“, erklärte Dr. Uwe Mazura, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands textil+mode, in einer Verbandsmeldung. Der Verband fordert von der Bundesregierung unter anderem, dass sie die juristische Verantwortlichkeit für Anbieter mit Sitz außerhalb der EU sicherstellt, dass sie für solche Unternehmen eine Haftung und Versicherungspflicht einführt und dass sie die Zollfreigrenzen überarbeitet.
