Zugausfälle bei der Bahn

GDL-Streik sorgt für „starke Beeinträchtigungen“ – trotz Notfahrplan

  • schließen

Der Streik ist da: Die GDL bestreikt seit Mittwochabend (15. November) die Deutsche Bahn. Trotz Notfahrplan kommt es zu „starken Beeinträchtigungen“.

  • Die Deutsche Bahn hat den zweiten Verhandlungstermin mit der GDL abgesagt.
  • Die GDL hat für Mittwoch (15. November) einen 20-stündigen Streik angekündigt
  • Die Tarifverhandlungen zwischen Deutsche Bahn und GDL sind am Donnerstag (9. November) gestartet

Update vom 16. November, 6:21 Uhr: Durch den bundesweiten Warnstreik bei der Deutschen Bahn sind am Donnerstagmorgen auch in NRW viele Züge ausgefallen. Obwohl der Notfallplan entsprechend angelaufen ist, müssen Reisende nach Angaben eines Bahnsprechers mit starken Beeinträchtigungen rechnen. Neben dem Fernverkehr seien auch Regionalverkehr und S-Bahnen betroffen. Die Bahn hatte bereits am Mittwoch einen Notfahrplan herausgegeben. Auf vielen Strecken war überhaupt kein Zugverkehr vorgesehen, auf anderen gab es nur ein stark reduziertes Angebot. Teilweise hatte die Bahn Ersatzbusse organisiert.

Der Notfahrplan gilt wegen des Warnstreiks der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) noch bis Donnerstagabend (18 Uhr). Andere Bahnunternehmen wie National Express und die Eurobahn wurden zwar nicht bestreikt. Wegen des GDL-Streiks waren jedoch am Donnerstagmorgen nach Angaben des Bahnsprechers die Stellwerke in Bonn-Beuel sowie Hohenlimburg (Hagen) nicht besetzt. Demnach gebe es auch Auswirkungen für andere Bahnunternehmen, sagte er.

Reisende sollten sich am besten in der digitalen Fahrplanauskunft informieren, ob ihr Zug fährt, empfahl die Bahn. Auf nicht unbedingt notwendige Fahrten sollten Bahn-Kunden während des Warnstreiks verzichten, riet das Unternehmen. Die Mobilitätsgarantie, die den Reisen im NRW-Nahverkehr sonst bei Verspätungen und Zugausfällen etwa die Kosten für ein Taxi oder ein Carsharing-Auto erstattet, gelte während des Streiks nicht.

Wohl wegen Bahn-Streiks: 84 Prozent mehr Mietwagenbuchungen

Update vom 15. November, 17:10 Uhr: Wohl als Folge des Bahnstreiks sind in Deutschland 84 Prozent mehr Mietwagen für Mittwoch und Donnerstag gebucht worden als in der Vorwoche. In Frankfurt am Main liegt der Buchungsanstieg sogar bei 157 Prozent, wie aus Zahlen des Preisvergleichportals Check24 hervorgeht. Auch in Leipzig, Berlin und Köln gab es einen Buchungsanstieg von mehr als 100 Prozent, hieß es in der Mitteilung vom Mittwoch.

Auch die Preise sind im Vergleich zur Vorwoche im bundesweiten Durchschnitt um 23 Prozent angestiegen. Am stärksten gestiegen sind sie in Köln (56 Prozent) und Leipzig (53 Prozent).

GDL kündigt Streik bei der Deutschen Bahn an – zweiter Verhandlungstermin abgesagt

Update vom 15. November, 13:05 Uhr: Nach der Streikankündigung durch die Lokführergewerkschaft GDL schlägt jetzt die Bahn zurück. Die Deutsche Bahn hat den eigentlich für Donnerstag (16. November) geplanten zweiten Verhandlungstermin mit der GDL abgesagt. Damit liegen die Gespräche zwischen Gewerkschaft und Arbeitgeberseite schon nach einer Verhandlungsrunde auf Eis. „Entweder man streikt, oder man verhandelt. Beides gleichzeitig geht nicht“, sagte Personalvorstand Martin Seiler am Mittwoch.

Bahn und GDL hatten sich nach den ersten Verhandlungen eigentlich auf weitere Gespräche im Wochenrhythmus geeinigt. Das scheint nun hinfällig. „Wer diese Verabredungen in dieser Gestalt bricht und kurzfristig zu Streiks aufruft und die Reisenden damit in Haftung nimmt, der kann nicht erwarten, dass wir weiter am Verhandlungstisch sitzen“, sagte Seiler.

GDL-Streik legt Bahnverkehr ab Mittwochabend lahm

Update vom 14. November, 21:13 Uhr: Mittlerweile sind die ersten Bahn-Ausfälle in NRW während des Streiks bekannt geworden. 24RHEIN zeigt, welche RE-, RB- und S-Bahn-Linien ausfallen und welche trotzdem fahren sollen.

Update vom 14. November, 18:15 Uhr: Jetzt ist klar: Die GDL wird die Deutsche Bahn ab Mittwochabend bestreiken.

Update vom 14. November, 16:45 Uhr: Die Lokführergewerkschaft GDL hat Streiks angekündigt. Wann die Bahn bestreikt wird, ist allerdings noch nicht bekannt.

Bahnstreik über Weihnachten droht: Bund schaltet sich in Tarifstreit ein

Update vom 13. November, 13:13 Uhr: Aufgrund der sogenannten Tarifautonomie hat der Staat eigentlich keine Befugnis, Einfluss auf Tarifverhandlungen zu nehmen. Das hält den Bundesverkehrsminister Volker Wissing jedoch nicht davon ab, nach der ersten Verhandlungsrunde mahnende Worte an die Deutsche Bahn und Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) zu richten. „Weihnachten gilt als die Zeit des Friedens – darüber sollten sich alle Tarifparteien Gedanken machen“, sagte der FDP-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe am Montag (13. November).

Laut Wissing wollten gerade über die Weihnachtstage die Menschen Verwandte und Freunde besuchen. Daher könne er nur „an alle Tarifparteien appellieren, sich ihrer besonderen Verantwortung bewusst zu sein und mögliche Maßnahmen so zu gestalten, dass Menschen nicht darunter leiden müssen“. Damit spielt der Verkehrsminister auf die möglichen Warnstreiks an, die von der GDL auch über Weihnachten nicht ausgeschlossen wurden. Deutsche Bahn und GDL treffen sich am Donnerstag (16. November) zu zweiten Verhandlungsrunde. Der DB-Konzern bereitet sich derweil bereits auf mögliche Bahnstreiks über Weihnachten vor. Der entsprechende Notfallfahrplan sieht unter anderem besonders lange „XXL“-ICEs vor.

GDL lehnt erstes Angebot der Bahn ab: Kommen jetzt wieder Bahn-Streiks?

Update vom 9. November, 18:33 Uhr: Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat das erste Angebot der Deutschen Bahn in den Tarifverhandlungen zurückgewiesen. „Erwartungsgemäß hat uns die Arbeitgeberseite ein Angebot gemacht, das wir ganz klar und eindeutig kommentieren: zu wenig, zu lange und am Ende des Tages nicht ausreichend“, sagte GDL-Chef Claus Weselsky am Donnerstagnachmittag in Berlin.

„Trotzdem haben wir uns entschieden, hier an dieser Stelle die Verhandlungen nächste Woche fortzusetzen“, so Weselsky weiter. Zuvor hatte die Bahn bereits mitgeteilt, dass die Verhandlungen in den kommenden Wochen weitergehen sollen. Dazu wurden vier Termine vereinbart. „Jetzt sind wir wöchentlich beieinander und nutzen die Zeit, um herauszuarbeiten, welche Knackpunkte womöglich dann zum Bruch führen oder weiter verhandelt werden“, so GDL-Chef Weselsky. Streiks wurden zunächst nicht angekündigt.

Im Herbst und Winter 2023 drohen erneut lange Streiks bei der Deutschen Bahn.

Trotz erstem Angebot für die GDL: Warum jetzt lange Bahn-Streiks drohen

Erstmeldung vom 9. November, 11:50 Uhr: Köln – Reisende müssen in den kommenden Wochen womöglich wieder mit massiven Einschränkungen im Zug-Verkehr der Deutschen Bahn rechnen. Zwar hat der DB-Konzern zum Start der Tarifverhandlungen am Donnerstag (9. November) bereits ein erstes Angebot vorgelegt, doch eine wesentliche Forderung der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) fehlt komplett. Die Folge: Mögliche Bahnstreiks im Herbst und in der Vorweihnachtszeit. Aber wie wahrscheinlich ist das?

Tarifverhandlungen mit GDL gestartet: So sieht das erste Angebot der Deutschen Bahn aus

  • Insgesamt rund 11 Prozent mehr Lohn
  • Inflationsausgleichsprämie von bis zu 2850 Euro
  • 32 Monate Laufzeit

Noch bevor richtig verhandelt wurde, hat die Deutsche Bahn jetzt den Aufschlag in den Tarifverhandlungen mit der GDL gemacht. Das erste Angebot umfasst eine Entgelterhöhung von elf Prozent bei einer Laufzeit von 32 Monaten, wie der Konzern am Donnerstagvormittag mitteilt. Dabei orientierte sich die DB im Volumen bei dem Tarifabschluss des öffentlichen Diensts des Bundes im Frühjahr dieses Jahres. Neben der Lohnerhöhung bietet die Bahn noch eine steuer- und abgabenfreie Inflationsausgleichsprämie von 2850 Euro.

„Mit einem derartigen Angebot gleich in der ersten Runde sind wir einen großen Schritt auf die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer zugegangen. Jetzt zeigt sich, ob die GDL wirklich an ernsthaften Verhandlungen interessiert ist“, teilte DB‑Personalvorstand Martin Seiler mit. Jedoch liegt das Angebot weit von den Wünschen der GDL entfernt. Die Lokführergewerkschaft fordert 555 Euro mehr pro Monat, was gerade für Beschäftigte mit geringerem Lohn deutlich mehr als elf Prozent mehr wäre. Hinzu kommt unter anderem eine Inflationsausgleichsprämie von 3000 Euro und außerdem soll die Laufzeit des Tarifvertrages lediglich zwölf Monate betragen.

Bahn bietet keine kürzere Arbeitszeit – GDL droht mit langen Streiks, auch an Weihnachten

Auf eine Kernforderung der GDL ist die Deutsche Bahn in ihrem ersten Angebot aber nicht eingegangen: kürzere Arbeitszeiten. Die GDL fordert eine Senkung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden – ohne Lohnabzug. GDL-Chef Claus Weselsky hatte vor Verhandlungsbeginn betont, dass es ohne einen Kompromiss in dieser Frage keine Einigung geben werde. „Wenn die eine Seite ablehnt, über die Arbeitszeitabsenkung zu reden, wird sichtbar, dass man auf dem Verhandlungsweg nicht zusammenkommt“, sagte er. Jedoch erklärte Weselsky auch, dass Kompromisse immer möglich seien. So können die geforderte Arbeitszeitabsenkung auch in Schritten umgesetzt werden.

GDL-Chef Claus Weselsky lehnt eine Tarifeinigung ohne Kompromiss bei der reduzierten Arbeitswochenstunden ab.

DB-Personalchef Seiler bezeichnete die Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich derweil als „falschen Weg“. Konkret sei eine 35-Stunden-Woche in einer 4-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich „nicht machbar“. Einerseits sei dies zu teuer und andererseits fehle der Bahn bereits jetzt Personal. Allein um diese Lücke zu schließen, müsste der Konzern nochmals zehn Prozent mehr Mitarbeitende einstellen, „und das bei einem historisch engen Arbeitsmarkt“. Laut DB würde die Erfüllung aller GDL-Forderungen die Personalkosten um 50 Prozent steigern, was laut Seiler durch nichts zu rechtfertigen sei.

Mögliche Bahnstreiks sind somit weiterhin nicht vom Tisch, ganz im Gegenteil. „Die Zeichen scheinen auf Sturm zu stehen“, sagte Claus Weselsky, der in seine letzte Tarifrunde mit der Bahn geht. Jedoch könnte es wohl noch etwas dauern, bis diese beginnen. Denn Streiks gebe es laut dem GDL-Chef „erst, wenn die Verhandlungen abgebrochen sind oder gescheitert.“ Falls sich die Tarifverhandlungen lange hinziehen, könnten diese jedoch auch in die Weihnachtszeit fahlen. Denn den sogenannten „Weihnachtsfrieden“ hatte die Lokführergewerkschaft zuletzt abgelehnt. Vor kurzem gab es in NRW bereits größere Bahnstreiks beim Zugkonzern Transdev und weitere drohen bereits. (os mit dpa) Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Rubriklistenbild: © Political-Moments/Imago

Kommentare