Massive Einschränkungen

Bahnstreik in NRW: Welche Züge ausfallen – und welche trotzdem fahren

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Die Deutsche Bahn wird seit Mittwochabend von der GDL bestreikt. Auch für NRW bedeutet das massive Auswirkungen im Zugverkehr. Was fährt – und was nicht.

In diesem Artikel geht es um den GDL-Streik vom 15. bis 16. November. Aktuelle Informationen zum neu angekündigten GDL-Streik an dem 7. Dezember, 22 Uhr, finden Sie in unserem neuen Artikel. Auch beim Bahn-Streik im Dezember fahren etliche Züge in NRW nicht.

Köln – Die Deutsche Bahn wird seit Mittwochabend bestreikt. Der Streik der Lokführergewerkschaft GDL sorgt für massive Einschränkungen im Zugverkehr – auch in NRW. Dort fallen seit Mittwochabend etliche Züge aus. Die Bahn empfiehlt sogar, „auf nicht unbedingt notwendige Reisen“ zu verzichten. Aber welche Auswirkungen hat der Bahnstreik auf NRW? 24RHEIN zeigt die geplanten Ausfälle und Änderungen bei den RE,- RB- und S-Bahn-Linien im Überblick.

Bahnstreik angekündigt: Die Daten zum GDL-Streik

  • Was? Lokführer-Streik bei der Bahn
  • Wann? seit 15. November 2023, ab 22 Uhr, bis 16. November 2023, 18 Uhr
  • Wie viele Züge sollen fahren? Die Bahn will ein „stark reduziertes Angebot“ zur Verfügung stellen. Sehr viele Linien fallen aber aus

Wer für den Weg zur Arbeit oder zur Schule auf die Bahn angewiesen ist, muss sich vielerorts am Donnerstag um Alternativen bemühen. Denn der Regionalverkehr wird, genau wie der Fernverkehr, nur stark reduziert fahren können. „In jedem Fall wird es auch im Regionalverkehr massive Einschränkungen geben“, kündigte die Bahn noch am Dienstagabend an. Übrigens wird nicht nur in NRW, sondern auch in Rheinland-Pfalz gestreikt: Auch dort fallen massig Züge aus.

GDL bestreikt die Deutsche Bahn: Antworten auf die wichtigsten Fragen

Durch den Streik der Lokführergewerkschaft GDL wird es am 15. und 16. November zu massiven Einschränkungen im Zugverkehr der Deutschen Bahn kommen. 24RHEIN hat die Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Bahnstreik zusammengefasst.

Bahnstreik in NRW: Diese RE- und RB-Linien fallen komplett aus

Der GDL-Streik wird ab Mittwochabend den Zugverkehr in NRW größtenteils lahmlegen. Bei den Regionalzügen kommt es zu massiven Ausfällen. Nur vereinzelt sollen Linien trotzdem bedient werden. Ein Überblick, welche Linien im gesamten Streikzeitraum ausfallen werden:

  • RE8 (Mönchengladbach – Köln – Köln/Bonn FlughafenTroisdorf – Bonn-Beuel – Koblenz)
  • RE9 (Aachen – Köln – Troisdorf –Au (Sieg) – Betzdorf – Siegen)
  • RE12 (Köln – Euskirchen – Gerolstein – Trier)
  • RE16 (Iserlohn – Hagen – Witten – Bochum – Essen); ein Ersatzverkehr zwischen Letmathe, Hagen und Bochum wird eingerichtet
  • RB25 (Köln – Overath – Engelskirchen – Marienheide – Meinerzhagen – Lüdenscheid)
  • RB31 (Duisburg–Moers–Xanten); ein Schienenersatzverkehr wird geplant
  • RB32 (Dortmund – Herne – Wanne-Eickel – Gelsenkirchen – Oberhausen – Duisburg)
  • RB36 (Oberhausen – Duisburg-Ruhrort); ein Schienenersatzverkehr wird geplant
  • RB38 (Köln Messe/Deutz – Horrem – Bedburg); ein Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Bedburg und Horrem wird eingerichtet
  • RB40 (Essen – Hagen); Es gibt einen Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen Bochum und Witten
  • RE42 (Mönchengladbach – Krefeld – Duisburg – Essen); der Langtakt Münster – Mönchengladbach soll trotzdem fahren
  • RE49 (Wesel – Oberhausen – Essen – Wuppertal)
  • RB52 (Dortmund – Hagen – Lüdenscheid); es gibt einen Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen Dortmund, Hagen und Lüdenscheid
  • RB54 (Unna–Fröndenberg–Menden–Neuenrade); es gibt einen Schienenersatzverkehr zwischen Unna, Fröndenberg und Neuenrade
  • RE57 (Dortmund – Arnsberg – Bestwig – Winterberg/Brilon Stadt)
  • Quelle: zuginfo.nrw; Angaben ohne Gewähr

Bahnstreik in NRW: Diese S-Bahn-Linien fallen komplett aus

Auch beim S-Bahn-Verkehr kommt es zu weitreichenden Ausfällen. Diese Linien fallen komplett aus:

  • S2 (Dortmund – Herne – Essen/Recklinghausen)
  • S3 (Oberhausen – Mülheim – Essen – Hattingen); ein Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Hattingen Mitte und Oberhausen wird eingerichtet
  • S4 (Dortmund-Lütgendortmund – Dortmund-Dorstfeld – Unna)
  • S5 (Hagen – Witten – Dortmund)
  • S9 (Haltern/Recklinghausen – Gladbeck-West – Bottrop – Essen – Wuppertal – Hagen); ein Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Wuppertal-Vohwinkel und Essen Hbf sowie zwischen Gladbeck West und Haltern/Recklinghausen wird eingerichtet
  • S11 (Bergisch Gladbach – Köln – NeussDüsseldorfDüsseldorf Flughafen Terminal)
  • S12 (Au (Sieg) – Hennef – Troisdorf – Köln/Bonn Flughafen – Köln – Horrem)
  • S23/RB23 (Bonn – Rheinbach – Meckenheim – Euskirchen)
  • Quelle: zuginfo.nrw; Angaben ohne Gewähr

GDL-Streik: Auch diese NRW-Strecken sind betroffen

Neben den Komplettausfällen gibt es auch einige Bahn-Linien, die trotz Streik bedient werden sollen, die aber nur mit Einschränkungen verkehren. Dazu gehören die folgenden:

  • RE2 (Düsseldorf – Duisburg – Essen – Gelsenkirchen – Münster – Osnabrück): Die Züge fahren nur zwischen Osnabrück Hbf und Münster (Westf) Hbf
  • RE17 (Hagen – Schwerte (Ruhr) – Bestwig – Warburg – Kassel-Wilhelmshöhe): Die Züge fahren nur zwischen Hagen und Bestwig
  • RB20 (Stolberg/Alsdorf – Herzogenrath – Aachen – Stolberg – Stolberg Altstadt/Düren): Die Züge fahren im 60-Minuten-Takt zwischen Alsdorf-Annapark und Stolberg
  • RB24 (Köln – Euskirchen – Kall/Gerolstein): Die Züge fahren nur im 60-Minuten-Takt
  • RB27 (Mönchengladbach – Rommerskirchen – Köln – Troisdorf – Bonn-Beuel – Koblenz): Die Züge fahren nur alle zwei Stunden
  • RB30/RB39 (Ahrbrück – Remagen – Bonn): Die Züge fallen zwischen Bonn und Remagen aus und fahren zwischen Remagen und Walporzheim nur im 120-Minuten-Takt
  • RB33 (Aachen/Heinsberg – Lindern – Mönchengladbach – Krefeld – Duisburg – Essen): Die Züge fahren nur alle zwei Stunden zwischen Aachen und Mönchengladbach. Zwischen Heinsberg und Lindern fahren Ersatzbusse im 60-Minuten-Takt
  • RB51 (Dortmund – Lünen – Coesfeld – Gronau – Enschede): Die Züge fahren nur alle zwei Stunden
  • RB63 (Münster – Coesfeld): Die Züge fahren nur im 60-Minuten-Takt
  • RB64 (Münster–Gronau–Enschede): Die Züge fahren nur im 60-Minuten-Takt
  • S1 (Dortmund – Essen – Duisburg – Düsseldorf – Solingen): Die Züge fahren im 60-Minuten-Takt
  • S6 (Köln-Worringen – Köln – Düsseldorf – Ratingen – Essen): Die Züge fahren im 60-Minuten-Takt zwischen Essen Hbf und Köln-Hansaring
  • S8 (Hagen – Wuppertal – Düsseldorf – Neuss – Mönchengladbach): Die Züge fahren im 60-Minuten-Takt
  • S19 (Au (Sieg) – Hennef – Troisdorf – Köln/Bonn Flughafen – Köln – Horrem – Düren): Die Züge fahren im 60-Minuten-Takt
  • Quelle: zuginfo.nrw; Angaben ohne Gewähr

Streik bei der Bahn: Diese DB-Strecken in NRW sollen trotzdem fahren

Einige Zuglinien in NRW will die Deutsche Bahn trotz GDL-Streik regulär bedienen. Die Liste ist allerdings kurz. Dennoch dürften Pendler hier noch die besten Chancen auf eine Zugfahrt während dem Streik haben:

  • RE34 (Dortmund – Siegen): Die Züge fahren weiterhin
  • RE42 (Mönchengladbach – Krefeld – Duisburg – Essen – Gelsenkirchen – Münster): Nur der Langtakt zwischen Mönchengladbach und Münster
  • Quelle: zuginfo.nrw; Angaben ohne Gewähr

Einige Bahnunternehmen werden nicht bestreikt

Gute Nachrichten für Pendler haben aber andere Bahnunternehmen, wie beispielsweise National Express, VIAS oder Rurtalbahn. Diese und ein paar weitere Bahnbetriebe werden nicht bestreikt. Daher sollen die entsprechend betriebenen Linien auch regulär bedient werden. Ausfälle und Verspätungen sind aber dennoch während des Streiks möglich.

Die meisten Regionalzüge und S-Bahnen in NRW werden ab Mittwochabend stillstehen (Symbolbild).

Bahnstreik könnte erst der Anfang einer Streikwelle sein

Die gute Nachricht für alle Bahnreisenden: Der Streik ist mit 20 Stunden noch verhältnismäßig kurz angesetzt. Da hat die GDL in vergangenen Jahren schon deutlich längere Arbeitskämpfe hingelegt. Die schlechte Nachricht: Es gab erst eine Verhandlungsrunde im aktuellen Tarifstreit zwischen Bahn und GDL und dennoch gibt es sofort einen Streik – noch vor der zweiten Verhandlung am Donnerstag (16. November).

Die Fronten sind bereits deutlich verhärtet. „Der Unmut der Beschäftigen ist groß“, sagte GDL-Chef Claus Weselsky am Dienstagabend und rechtfertigte den Streik. Die Bahn reagierte verständnislos. „Das ist eine Zumutung für die Bahnreisenden. Dieser Streik ist völlig unnötig“, sagte DB-Personalvorstand Martin Seiler.

Die GDL fordert in den Tarifverhandlungen unter anderem 555 Euro mehr pro Monat für die Beschäftigten sowie eine Inflationsausgleichsprämie von bis zu 3000 Euro. Als größter Knackpunkt gilt aber bereits jetzt die Forderung nach einer Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 38 auf 35 Stunden für Schichtarbeiter bei vollem Lohnausgleich. Eine solche Arbeitszeitreduzierung lehnt die Bahn bislang kategorisch ab. (bs) Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. Dieser Text wird laufend aktualisiert.

Rubriklistenbild: © Jochen Tack/Imago

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