Energiewende belastet Betriebe

Studie warnt: Hohe Strompreise gefährden Hälfte der Arbeitsplätze

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Kleine und mittlere Unternehmen leiden unter hohen Strompreisen. Eine Studie kritisiert die Politik der Bundesregierung und macht einen Vorschlag.

Berlin – Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind von den Kosten der Energiewende massiv betroffen. Das zeigt eine Studie der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). Die Betriebe ächzen den Autoren zufolge vor allem unter den steigenden Stromkosten. Das berichtet die Welt, der die Studie exklusiv vorliegt.

Viele mittelständische Unternehmen aus dem Maschinenbau und der Elektrotechnik haben keine Stromsteuersenkung bekommen.

Die Warnung der Experten: Hohe Stromkosten gefährdeten nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit großer energieintensiver Unternehmen, sondern auch die von Betrieben mit weniger als 250 Mitarbeitern. Der Bundesregierung attestieren sie, dass sie sich mit ihrer Politik zu sehr auf große Unternehmen konzentriere. Mit diesem Kurs gefährde sie die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten deutschen Wirtschaft.

Kosten der Energiewende: Welche Unternehmen belasten die Strompreise am meisten?

Denn: 99,4 Prozent der deutschen Unternehmen zählen zu den KMU. Besonders belastet seien Betriebe, die auf energieintensive Vorprodukte angewiesen sind, heißt es in der DIHK-Studie weiter. Dazu gehören vor allem die Lebensmittelindustrie, Konsumgüterindustrie und der mittelständisch geprägte Maschinenbau sowie die Elektrotechnik.

Im Gewerbe und Handel könnten sich die Stromnetzentgelte, die bereits jetzt etwa ein Drittel des Preises ausmachen, bis 2045 um 63 Prozent erhöhen. Noch deutlicher schießen der Studie zufolge die Netzentgelte für Gas in die Höhe: „Im Gewerbesektor steigen sie von 1,6 Cent pro Kilowattstunde auf 4,3 Cent im Jahr 2040.“ Denn durch die im Zuge der Energiewende geringer werdende Zahl an Gaskunden verteilten sich die Netzentgeltkosten auf immer weniger Betriebe. Dadurch steige für die Einzelnen der Preis.

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

Nur wenige Betriebe profitieren von Energie-Politik

Um dem entgegenzuwirken, fordern die Experten, dass die Bundesregierung die Stromsteuer für alle senkt. Das hatten CDU und SPD in ihrem Koalitionsvertrag angekündigt, sich aber letztlich darauf geeinigt, sie nur für Industrieunternehmen sowie die Land- und Forstwirtschaft zu senken. Von der Steuersenkung profitieren laut Angaben der Bundesregierung etwa 600.000 Unternehmen. In Deutschland gibt es laut Statistischem Bundesamt etwa 3,5 Millionen Betriebe.

Alexander von Preen, Präsident des Deutschen Handelsverbands, kritisierte diese Entscheidung kürzlich in einer Pressemitteilung. „Statt für Entlastung zu sorgen, lässt die Politik große Teile der Wirtschaft und die privaten Haushalte links liegen.“ Für Händler seien die hohen Energiekosten eine enorme Herausforderung und gefährdeten ihre Wettbewerbsfähigkeit. „Wenn die Preise nicht sinken, gerät der Handel in Schieflage und mit ihm der gesamte Wirtschaftsstandort“, sagte von Preen.

Die Bundesregierung plant derzeit nicht, die Stromsteuer für alle zu senken. Stattdessen hat das Kabinett kürzlich beschlossen, ab 2026 6,5 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds an die Netzbetreiber zu zahlen. Das soll laut Bundesregierung die Stromkosten für private Haushalte um etwa 10 Milliarden Euro pro Jahr senken. Eine Prognose zu den Ersparnissen kleiner und mittlerer Unternehmen gibt es von der Regierung nicht.

Wirtschaftsministerin Reiche kündigt Industriestrompreis an

Neben diesen Beschlüssen hat Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) am Montag bekanntgegeben, dass sie davon ausgehe, dass es ab dem kommenden Jahr einen Industriestrompreis geben werde. Sie sei derzeit in den letzten Zügen bei den Verhandlungen mit der EU. Diese muss der Beihilfe für die deutsche Wirtschaft noch zustimmen. Wie der Industriestrompreis aussehen soll und ob auch kleine und mittlere Unternehmen profitieren werden, ist bislang unklar. Nach Informationen der Tagesschau war in einem früheren Papier des Wirtschaftsministeriums von einer Senkung von fünf Cent pro Kilowattstunde die Rede. (Quellen: Die Welt, Statistisches Bundesamt, Tagesschau, Deutscher Handelsverband, Bundesregierung) (Leon Kaiser)

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