Konkurrent von SpaceX

„Bayern ist das Space Valley Deutschlands”: Nato investiert kräftig in Raumfahrt-Startup aus München

  • schließen

Isar Aerospace ist das kapitalstärkste private Raumfahrt-Unternehmen in Europa. Ein Nato-Investment soll „technologische Souveränität Europas“ sicherstellen. 

München – Isar Aerospace entwickelt Trägerraketen, die Satelliten und Satellitenkonstellationen ins Weltall bringen. Das Unternehmen mit Sitz in München beschäftigt über 400 Mitarbeiter aus über 50 Nationen. Bei der aktuellen Finanzierungsrunde wurden 220 Millionen Euro eingesammelt, damit ist das Gesamtvolumen von Isar Aerospace auf über 400 Millionen Euro angewachsen. Das bekannteste Konkurrenzunternehmen des jungen Start-ups ist Elon Musks SpaceX, das die Raumfahrt öffentlichkeitswirksam kommerziell vorangetrieben hat. 

Isar Aerospace: „Starke Beteiligung“ durch Nato-Fonds für Bayrisches Startup

Das Raketen-Unternehmen Isar Aerospace verweist auf eine „starke Beteiligung“ der 220 Millionen Euro vom NATO Innovation Fund (NIF), genaue Zahlen sind jedoch nicht bekannt. Der von 24 Nato-Mitgliedsstaaten unterstützte, eigenständige Risikokapitalgeber investiert erstmalig in einen Satellitenstartdienstleiter. Der Fonds hat ein Investitionsvolumen von über einer Milliarde Euro und fördert Deep-Tech-Unternehmen mit Fokus auf Verteidigung und Sicherheit. „Der Zugang zum Weltraum ist entscheidend für die technologische Souveränität Europas und Großbritanniens. Wir werden Isar durch Förderung von Einsatzmöglichkeiten sowohl in staatlichen als auch in kommerziellen Bereichen unterstützen”, meint NIF-Partner Andrea Traversone.

Mit dem Investorengeld will Isar Aerospace die Serienproduktion ausbauen. Mit dem Fokus auf Automatisierung und Skalierbarkeit, soll das Unternehmen damit die wachsende Nachfrage aus dem privaten und öffentlichen Sektor abdecken können. Den Transport ins All will man dabei möglichst kostengünstig anbieten. Der Kostenfaktor ist einer jener Gründe, wieso die USA und andere Länder heute auch kommerzielle Raumfahrtkapazitäten in ihre Raumfahrt- und Verteidigungsstrategien integrieren.

Isar Aerospace wurde von drei Studenten aus München gegründet

Das Unternehmen wurde 2018 als Spin-off der Technischen Universität München von drei Studenten gegründet. Im Mai 2024 verkündete Isar Aerospace die Errichtung einer der weltweit modernsten Produktionsstätte für orbitale Trägerraketen nahe München. Dort plant Isar Aerospace zukünftig die Produktion von bis zu 40 „Spectrum“-Trägerraketen pro Jahr.

„Wir wollen privaten und öffentlichen Kunden kosteneffizienten Zugang zum Weltraum bieten. Dafür haben wir das Design, die Wertschöpfungstiefe und die Fertigung unserer Trägerrakete Spectrum von Anfang an auf eine skalierbare Serienproduktion ausgelegt“, so Isar Aerospace-CTO Josef Fleischmann zum neuen Produktionsstandort, wo man weiter wachsen möchte. Der Baubeginn ist für 2024 anberaumt. Im Jahr 2020 wurde das Testgelände für die Raketen in der Nähe von Kiruna in Schweden eröffnet. Noch in diesem Jahr soll laut Süddeutscher Zeitung der erste Jungfernflug abheben. Aktuell finden dort sogenannte Abnahmetests statt, bis es tatsächlich ins All geht.

5 Milliarden Euro für Hightech-Forschung aus Bayern - das „Space Valley Deutschlands“

„Bayern ist das Space Valley Deutschlands“, meinte der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder noch bei einem Besuch Anfang des Jahres, der die Fortschritte in der Medizin und im Kampf gegen den Klimawandel auch der Entwicklung in der Raumfahrttechnologie zuschrieb. „550 Unternehmen und 65.000 Beschäftigte arbeiten im Freistaat für Luft- und Raumfahrt. Mit der Hightech Agenda Bayern investieren wir insgesamt über fünf Milliarden Euro in Forschung und Wissenschaft. Das wird weltweit honoriert“. Auch Wirtschaftsminister Habeck besuchte Isar Aerospace, immerhin könnte die Raumfahrt ein wichtiger Markt für Deutschland werden. Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz erzielte die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie im Jahr 2021 einen Umsatz von 31,4 Milliarden Euro. Der kommerzielle Anteil der Raumfahrt am Markt nimmt dabei zu.

Rubriklistenbild: © Jody Amiet/dpa

Kommentare