„Trend nach unten“

Deutsche Wirtschaft unter Druck: DAX-Konzerne streichen 30.000 Arbeitsplätze

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Die angespannte Lage auf den Weltmärkten führt zu einem umfangreichen Stellenabbau.

Frankfurt/Main – Die US-Zölle und das Chinageschäft haben bei den exportorientierten Branchen wie der deutschen Autoindustrie für schwache Geschäfte gesorgt. Diese Entwicklung schlägt nun auch negativ bei der Zahl der Arbeitsplätze zu Buche, ergab eine Analyse des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens EY: Bei der Beschäftigung zeige „der Trend nach unten“ erklärte EY laut AFP. Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei den großen DAX-Konzernen insgesamt ging demnach im Jahresverlauf um 0,9 Prozent auf 3,49 Millionen zurück. Damit sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 30.000 Stellen weggefallen.

Gute Auftragslage: Rüstungskonzern Rheinmetall stellt ein

Bei genauer Betrachtung ergibt sich allerdings ein unterschiedliches Bild: Einige Branchen entwickelten sich positiv und benötigen daher mehr Mitarbeiter. Der Rüstungskonzern Rheinmetall profitiert von der guten Auftragslage. Die Zahl der Beschäftigten stieg um fast 17 Prozent. Der Flugzeugturbinenhersteller MTU Aero Engines stellte ebenfalls mehr Mitarbeiter ein und vergrößerte seine Belegschaft um sieben Prozent, berichtete die FAZ. An dritter Stelle folgte demnach Eon mit einem Mitarbeiterplus von 5,4 Prozent. Unter dem Strich ergab sich trotz dieser Neueinstellungen insgesamt ein Stellenabbau bei den befragten DAX-Konzernen.

Experte: Arbeitsplatzabbau setzt sich fort

An der EY-Auswertung hatten sich laut der Nachrichtenagentur dpa insgesamt 34 der 40 Dax-Unternehmen mit Angaben zu Beschäftigtenzahlen am Stichtag 30. Juni 2025 beteiligt. Bei 20 Konzernen sei die Zahl der Mitarbeiter sogar gestiegen.

„Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass einige große Konzerne ambitionierte Kostensenkungsprogramme mit Abfindungsangeboten aufgesetzt haben, die sich erst mit Verzögerung in den Zahlen der Unternehmen widerspiegeln werden“, sagte EY-Deutschlandchef Henrik Ahlers laut AFP. Er rechnet damit, dass der Rückgang der Beschäftigtenzahl anhalten und sich sogar verstärken wird. Dazu trage auch der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) bei.

Stellenstreichungen in der Autoindustrie

Die Mitarbeiterentwicklung spiegelt die schwierige Geschäftslage einiger Branchen. Das gilt insbesondere für die Autoindustrie. In den USA sorgen die Zölle für ein Absatzminus, während auf dem chinesischen Markt verstärkt einheimische Elektroautos gefragt sind und kaum noch deutsche Verbrenner. Dieser Wandel hat die deutsche Autoindustrie schwer getroffen. Von dieser Entwicklung sind die Autobauer und die Zulieferindustrie gleichermaßen betroffen.

Der VW-Konzern hatte sich beispielsweise im Dezember 2024 nach langem Ringen mit den Gewerkschaften auf ein Sanierungsprogramm geeinigt und einen umfangreichen Stellenabbau angekündigt. Laut EY schrumpfte die VW-Belegschaft bis zum Stichtag 30. Juni 2025 um 3,1 Prozent, meldete die FAZ.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn

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