Energiewende im Eigenheim

Wärmepumpe: So soll sie gegenüber Gasheizungen Zehntausende Euro einsparen

  • schließen

Die Wärmepumpe kann gegenüber Gasheizungen massiv Geld einsparen. Das jedenfalls zeigt eine aktuelle Untersuchung. Es geht um Zehntausende Euro.

Berlin – Die energetischen Sanierungen innerhalb Deutschlands bleiben aktuell hinter dem Niveau zurück, das die Bundesregierung eigentlich anstrebt. 2024 lag die Sanierungsquote bei unter einem Prozent im Gebäudebestand. Ein großer Faktor dafür ist grassierende Unsicherheit bei den Hauseigentümern bezüglich der Fördermaßnahmen. Zum Beispiel wissen sie oftmals nicht, wie die Förderung bei der Wärmepumpe funktioniert. Eine aktuelle Studie zeigt, wie die Wärmepumpe im Vergleich zu anderen Heiztechnologien abschneidet.

Wärmepumpe sticht Gasheizung aus – aktuelle Untersuchung zeigt Einsparpotenzial

Auf Dauer gesehen kostet die Wärmepumpe nur halb so viel wie eine neue Gasheizung – findet jedenfalls die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online. Ihren Berechnungen zufolge belaufen sich die durchschnittlichen Betriebskosten für eine neue Gasheizung nach 20 Jahren auf etwa 71.900 Euro. Eine moderne Luft-Wärmepumpe schlägt dagegen mit 29.100 Euro zu Buche. Das hatte der Spiegel berichtet, dem die Ergebnisse vorlagen. Für diese enorme Differenz sei vor allem der Brennstoff der verschiedenen Anlagen verantwortlich.

Drei Wärmepumpen als Kaskade hinter einem Sichtschutz in Remscheid, Deutschland (Symbolfoto). Die Wärmepumpe kann gegenüber Gasheizungen massiv Geld einsparen. Das jedenfalls zeigt eine aktuelle Untersuchung. Es geht um Zehntausende Euro.

Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus (130 Quadratmeter Wohnfläche) würde die Nutzung von Erdgas über einen Zeitraum von 20 Jahren hinweg rund 56.300 Euro kosten. Dazu kämen noch 15.600 Euro für den nationalen CO₂-Preis bei Gasheizungen. Speziell dieser Kostenpunkt entfällt bei der Wärmepumpe komplett.

Für diese Analyse hatte die Beratungsgesellschaft auf verschiedene Daten zurückgegriffen, unter anderem auf Studien des Instituts Fraunhofer ISE, Berechnungen des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) sowie den Heizspiegel.

Förderung für Wärmepumpe-Einbau – so sieht der Zuschuss aus

Beim Kauf sei die Gasheizung dagegen knapp überlegen. Daten des Baukosteninformationszentrums Deutscher Architektenkammern (BKI) hätten gezeigt, dass eine neue Gasheizung im Schnitt 6.900 Euro kostet. Bei der Wärmepumpe seien durchschnittlich 8.450 Euro angefallen – allerdings ist hier die staatliche Förderung mit einberechnet.

Hier kommt die KfW-Bank ins Spiel. Diese hat diverse Förderprogramme für Personen, die ihr Haus klimaschonend sanieren wollen. Der Einbau einer „neuen, klimafreundlichen“ Heizung kann Zuschüsse bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten einbringen. Die Bank warnt jedoch auch: „Ein Rechtsanspruch besteht nicht“. Die Bewilligung von Fördermitteln sei davon abhängig, ob Haushaltsmittel zur Verfügung stehen.

Konkret fördert die KfW mit dem sogenannten Zuschuss Nr. 458 effiziente Heizungsanlagen und Anlagen der Heizungsunterstützung sowie den Anschluss an ein Gebäude- oder Wärmenetz. Zu den geförderten Maßnahmen gehören auch elektrisch angetriebene Wärmepumpen. „Ziel der Förderung ist es, den Umstieg auf klima­freundliche Heizungen zu beschleunigen“, heißt es dazu auf der KfW-Website. Aufgepasst: Es gibt einige Faktoren, die eine Förderung verhindern. Die haben wir hier zusammengefasst.

CO₂-Preis soll Gasheizungen verteuern – um Emissionen zu verringern

Was steckt hinter dem CO₂-Preis? Ganz grob gesagt, handelt es sich um ein Instrument, dass die Nutzung von fossilen Energieträgern künstlich verteuern soll. Damit entsteht für Bürger ein Anreiz, auf erneuerbare Technologien umzusteigen – die Bundesregierung erhofft sich davon, dass das Land die Klimaschutzziele erreicht. „Der CO₂-Preis trägt dazu bei, die CO₂-Emissionen von Verkehr und Gebäuden zu verringern“, teilte die Bundesregierung dazu mit.

Zum 1. Januar 2025 ist der CO₂-Preis von 45 Euro auf 55 Euro pro ausgestoßener Tonne gestiegen. Seit 2020 ist bereits bekannt, in welchen Abständen und in welcher Höhe diese Bepreisung sich erhöhen soll. Auf diese Weise wollte die Regierung den Bürgern Zeit geben, um auf klimaneutrale Alternativen umzusteigen. Eine drastische Veränderung steht für 2027 bevor: Dann soll das marktbasierte EU-Emissionshandelssystem für Verkehr und Wärme starten.

Unsicherheiten bei der Wärmepumpe – Eigentümer sollten Preise vergleichen

Trotz allem gilt für Hauseigentümer, die eine Wärmepumpe installieren wollen, zu beachten: Die Anschaffungskosten und die für die Montage einer Wärmepumpe können teils drastisch variieren. Der ADAC sprach etwa im Dezember 2024 noch von 15.000 Euro bis 40.000 Euro. Dabei kommt es unter anderem auf die Art des Systems an, auf die lokalen Begebenheiten, auf den energetischen Gebäudezustand und den eigenen Heizbedarf. Weiter spielen Rohstoffpreise und die Montagearbeiten eine wichtige Rolle.

Vor dem Kauf sollten Eigentümer unbedingt mehrere Angebote zurate ziehen und vergleichen. Je nach Anbieter sind mehrere Tausend Euro Ersparnis möglich.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Robert Poorten

Kommentare