„Die Degenerierten aus Brüssel“

EU will russisches Vermögen für die Ukraine nutzen – Putin-Vertrauter warnt vor harten Konsequenzen

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Viele Milliarden an russischen Vermögenswerten befinden sich in Europa. Das Geld soll der Ukraine zugutekommen. Der Kreml droht mit Konsequenzen.

Brüssel – Warnung aus Russland: Der Kreml will „jedes“ europäische Land „ins Visier nehmen“, das versucht, auf in Brüssel eingefrorene Milliarden zuzugreifen. Die Ankündigung folgt auf einige Berichte, nach denen die Europäische Union neue Wege erforscht, um hunderte Millionen von russischen Vermögenswerten für Ukraine-Hilfen zu nutzen.

Putin-Vertrauter mit grober Drohung – falls die EU eingefrorenes Vermögen konfisziert

Laut der Nachrichtenagentur Reuters drohte Russland in diesem Rahmen mit „großer“ juristischer Vergeltung. Abseits davon wolle der Kreml jedoch auch außerhalb des Gerichtssaals Vergeltung suchen. Jeder Versuch, auf das eingefrorene Vermögen zuzugreifen, sei mit Diebstahl gleichzusetzen und würde das Vertrauen in den westlichen Finanzmarkt erschüttern.

EU will an eingefrorenen Putin-Schatz heran – Russland droht mit Konsequenzen

„Wenn das passiert, wird Russland die EU-Staaten verfolgen, genauso wie die Degenerierten aus Brüssel und individuelle EU-Länder, die versuchen, unser Eigentum zu stehlen, und das bis zum Ende des Jahrhunderts“, sagte der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew über den Nachrichtendienst Telegram.

EU friert Russlands Milliarden ein – Sanktionen wegen Ukraine-Krieg

Das steckt dahinter: Im Rahmen der ersten großen Sanktionswellen im Jahr 2022, hatten die USA und ihre Verbündeten gewaltige Mengen an russischen Vermögenswerten, die im Westen lagen, eingefroren. Der wohl signifikanteste Teil dieses Vermögens – die meisten Quellen sprechen von rund 200 Milliarden Euro – liegt beim belgischen Finanzinstitut Euroclear. Seit Jahren diskutiert der Westen darüber, wie dieses Vermögen der Ukraine zugutekommen könnte.

Die Ukraine hat zwar wiederholt die Konfiszierung dieses Gelds gefordert, aber in Brüssel herrscht noch Sorge vor eben genau den Konsequenzen, die Medwedew anzuheizen versucht: Vertrauensverlust des Westens im globalen Süden. Bislang zapft die EU lediglich die Zinsgewinne an, die das eingefrorene Vermögen erzeugt, und sendet kleinere Tranchen zwischen einer und drei Milliarden Euro an die Ukraine.

EU-Sanktionen müssen neuen Schritt gehen – Offizielle spricht sich für Beschlagnahme aus

Innerhalb der letzten Monate aber war ein leichter Schwenk in Richtung Pro-Konfiszierung zu beobachten. Unter anderem hatte sich Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Europäischen Parlaments, für die Konfiszierung der Milliarden ausgesprochen.

„Das Argument, dass bei einer endgültigen Beschlagnahmung der eingefrorenen russischen Vermögen zugunsten der Ukraine der europäische Geldmarkt in eine Krise gerät, teile ich überhaupt nicht“, sagt sie dazu. „Wenn die Banker von Vertrauen und Verlässlichkeit reden, dann frage ich sie im Gegenzug, warum sie auf die Verlässlichkeit eines Kriegsverbrechers vertrauen?“

EU-Plan zur Nutzung von Putins Vermögen – „Reparations-Kredit“ für die Ukraine

Jetzt erforscht die EU offenbar neue Wege, um das russische Vermögen für die Ukraine zu nutzen, ohne aber die Milliarden technisch zu konfiszieren. Dabei soll es um sogenannte „Reparations-Kredite“ für die Ukraine gehen. Wie die Financial Times im September 2025 berichtete, gibt es dafür mehrere Ansätze. Einer davon sieht vor, die unter Sanktionen stehenden Barguthaben der russischen Zentralbank, die beim belgischen Zentralverwahrer Euroclear verwahrt werden, zum Kauf zinsloser EU-Anleihen zu verwenden.

Das so aufgenommene Kapital soll dann in Tranchen an die Ukraine fließen. Rund 170 Milliarden Euro der russischen Vermögenswerte sollen derzeit als Barguthaben in den Büchern von Euroclear liegen, hätten mit der Angelegenheit vertraute Personen der Financial Times mitgeteilt.

Eine zweite Option sieht vor, eine Zweckgesellschaft zur Verwaltung der Finanzierungsvereinbarungen zu erschaffen. Das soll auch Nicht-EU-Ländern die Teilnahme ermöglichen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen unterstützte außerdem die Idee der Reparationskredite und erklärte, diese müssten nur zurückgezahlt werden, wenn Russland sich bereit erkläre, Kiew für die durch die Invasion entstandenen Schäden zu entschädigen. Anstatt auf das Ende des Konflikts zu warten, werde das Geld „der Ukraine bereits heute helfen“, sagte sie.

Putin reagiert auf West-Sanktionen – und könnte westliche Immobilien enteignen

Aus Russland kamen diesbezüglich bereits gemischte Reaktionen. Kreml-Diktator Wladimir Putin hatte zwischendurch klargemacht, dass er bereits damit rechne, die eingefrorenen Milliarden nicht mehr wiederzusehen.

Einigen EU-Ländern geht die Beschlagnahme des Vermögens wiederum nicht schnell genug. Estland zum Beispiel hatte einen Alleingang gestartet und entsprechende Gesetzgebung auf den Weg gebracht, die es dem Land erlauben soll, auf in Estland eingefrorenes russisches Vermögen zuzugreifen.

Der Kreml zeigte dagegen wenig Skrupel, sich westliche Vermögenswerte (zum Beispiel Immobilien) zu Eigen zu machen. Schon am 23. Mai 2022 unterzeichnete Putin ein Dekret, das die Konfiszierung von Vermögenswerten westlicher Unternehmen erlaubte.

West-Unternehmen, die Russland verlassen wollen, müssen nach Kreml-Anordnung 50-prozentige Abschläge gewähren, wenn sie ihre Assets in Russland verkaufen wollen. Obendrauf kommt eine 15-prozentige sogenannte Exit-Steuer.

Rubriklistenbild: © IMAGO / ITAR-TASS

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